Die seit 1992 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Schwetzingen und Pápa ist seit ihrer Begründung eng, freundschaftlich und immer in Bewegung. Neben bestehenden Projekten werden auch regelmäßig neue Projekte entwickelt. Aktuell liegt einer der Schwerpunkte auf der Zusammenarbeit junger Menschen und der gemeinsamen Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte und Gegenwart beider Städte. Dieses und weitere Themen standen im Mittelpunkt des Antrittsbesuchs von Bürgermeisterin Lisa Schlüter in der ungarischen Partnerstadt.
Neben dem Austausch über bestehende Kooperationen, neue Projektideen und aktuelle kommunale Herausforderungen ging es bei diesem ersten Besuch um das Kennenlernen der Stadt und ihrer Menschen. Einblicke in die Geschichte und Traditionen der Partnerstadt erhielt die Bürgermeisterin bei einer Führung durch das Schloss Pápa und bei Besuchen im Museum Pannonia Reformata und im Museum für Blaudruck. Der traditionelle Blaudruck wurde 2018 in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Vor Ort konnte Bürgermeisterin Lisa Schlüter selbst mit traditionellen Holzmodeln experimentieren.
Auf dem Programm standen auch der mit fünf Sternen ausgezeichnete Campingplatz sowie das Thermalbad mit seinen Bereichen für Reha-Sport und Wellness. Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs waren die neu gestalteten Parks der Stadt, die mit Laufstrecken, Sportgeräten und modernen Spielplätzen ausgestattet sind. Der Austausch über die Herausforderungen beim Betrieb touristischer und kommunaler Einrichtungen zeigte dabei auch konkrete Anknüpfungspunkte für den künftigen Fachdialog beider Städte.
Besonders eindrücklich war der Besuch der Synagoge von Pápa, der drittgrößten Synagoge Ungarns. Sie erinnert an die einst bedeutende jüdische Gemeinde der Stadt und ihrer Umgebung. Heute setzt sich der Verein für jüdisches Kulturerbe dafür ein, die jüdische Geschichte Pápas zu bewahren, sichtbar zu machen und an die kommenden Generationen weiterzugeben.
Die Vorsitzende des Vereins, Orsolya Schmidt, führte gemeinsam mit Bürgermeister Attila Gröber durch die Synagoge und berichtete von kulturellen und religiösen Veranstaltungen sowie von den Herausforderungen bei Erhalt und Restaurierung des durch Witterung und Vandalismus stark beschädigten Gebäudes. Besonders wichtig ist dem Verein die Arbeit mit jungen Menschen: Schülerinnen und Schüler setzen sich in der Synagoge in Workshops mit der jüdischen Geschichte ihrer Heimat auseinander. Jeden Sonntag öffnet sich die Synagoge allen interessierten Besucherinnen und Besuchern.
Eine Ausstellung mit großformatigen historischen Fotografien jüdischer Bürgerinnen und Bürger Pápas macht die Geschichte der früheren Gemeinde auf sehr persönliche Weise sichtbar. Schwetzingen und Pápa möchten die Möglichkeiten für ein gemeinsames Jugendprojekt ausloten, das sich mit jüdischem Leben und dessen Geschichte in den Partnerstädten beschäftigt.
Die Gespräche zwischen Schwetzingen und Pápa können bald fortgesetzt werden: Zum Schwetzinger Weihnachtsmarkt wird erneut eine Delegation aus der ungarischen Partnerstadt erwartet. Dann wird der fachliche Austausch zu kommunalen Themen vertieft und auch über die nächsten gemeinsamen Projekte beraten.
Quelle: Stadt Schwetzingen









