Poker spielen in Mannheim

Den dicken Pott holen statt sich kräftig verpokern ist das Ziel von Millionen von Fans des anspruchsvollen Kartenspiels. Auch in Deutschland ist die Popularität ungebrochen. Dazu hat nicht zuletzt der Sieg des Münsteraners Hossein Ensan in der World Series of Poker 2019 beigetragen. Der damals 55 Jahre alte Familienvater wurde im Zockerparadies Las Vegas zum zweiten deutschen Weltmeister nach Pius Heinz gekrönt und gewann auf einen Schlag 10 Millionen Dollar.

Von soviel Erfolg können die meisten Spieler nur träumen, aber gerade die Baden-Württemberger sind in der glücklichen Lage, auf eine gewisse Prominenz im Glücksspiel verweisen zu können. Zwar beschränken sich die Möglichkeiten in Mannheim direkt auf Spielhallen, aber die Spielbank Bad Dürkheim ist weniger als eine halbe Autostunde entfernt, und das legendäre Casino Baden-Baden ist in knapp über 100 Kilometer zu erreichen. Die architektonischen Reize des Kurhauses aus dem Rokoko haben schon die deutschstämmige Leinwandsirene Marlene Dietrich dazu verführt, Baden-Baden zur schönsten Spielbank der Welt zu erklären.

Wem es allerdings in erster Linie auf das Zocken selbst und nicht das Flair einer hochkarätigen Umgebung ankommt, der kann in Mannheim bleiben und in aller Gemütlichkeit vom heimischen Sofa aus spielen. Zur steigenden Popularität von Online-Casinos trägt außer der Verfügbarkeit rund um die Uhr und der Bequemlichkeit die Tatsache bei, dass eine lange geltende gesetzliche Grauzone durch den neuen Glücksspielländerstaatsvertrag endlich beseitigt wird. Ab dem 1. Juli 2021 sind dann in der gesamten Bundesrepublik Online-Casinos erlaubt. Bislang sind sie außerhalb Schleswig-Holsteins illegal, obwohl mittlerweile eine Duldungsregelung gilt, bis der neue Staatsvertrag einsetzt. In der EU sind Online-Casinos seit langem erlaubt, sofern sie über eine Lizenz aus einem der Mitgliedsstaaten verfügen. Die Bundesrepublik will für den Anfang 20 der begehrten Lizenzen verteilen.

Weil deutsche, beziehungsweise EU-Lizenzen an strikte Auflagen gebunden sind, können sich die Kunden auf eine Rechtssicherheit verlassen, die außerhalb des EU-Raums nicht gewährleistet ist. Gerade für Anfänger sind die Online-Casinos eine gute Idee, weil in den meisten Fällen außer eingehenden Erklärungen der Spielregeln kostenlose Übungsspiele angeboten werden. Wer zudem von erfolgreichen Zockern lernen möchte, ehe er womöglich selbst die ersten Pokerturniere bestreitet, findet unter den zahlreichen englischsprachigen Kanälen auf der Streaming-Plattform Twitch auch einen längst über Baden-Württemberg hinaus bekannten Zocker. Der als „Knossi“ und „Der König“ bekannte Jens Knossalla hat auf Twitch mehr als 1,5 Millionen Follower, und auch sein Instagram-Account hat längst die 1,3-Millionen-Marke überschritten.

Der leidenschaftliche Zocker, der unter anderem mit Begeisterung Poker spielt, brach im vergangenen Jahr den Rekord auf Twitch für die meisten aufeinander folgenden Zuschauer bei einem von ihm kommentierten Pokerturnier. „Knossi“ brachte es auf eine Zahl von 91.680 Fans, die sich nacheinander die Spiele anguckten. Obwohl es sich bei dem Turnier in der PokerStars-Serie nicht um ein Riesenereignis handelte, ging es immerhim um sechsstellige Beträge.

„Knossi“ gehört zwar nicht zu den Superstars in der professionellen Pokerszene, aber gerade als Pokerkommentator hat er sich schon längst einen Namen gemacht. Das liegt außer an seinem Fachwissen auch an der Art seiner Moderation, obwohl er sich damit nicht nur Freunde gemacht hat. Als aktiver Spieler war er erstmals 2012 bei der World Poker Tour in Wien aufgefallen, als er beim No Limit Hold‘ em bei einem Buy-In von 500 Euro auf dem zweiten Platz landete und einen Topf in Höhe von 3.480 Euro kassierte. Bei der Weltmeisterschaft in der World Series of Poker kam er 2013 in Las Vegas zwar nur auf den 240ten Platz, aber der war immer noch stattliche 37.019 Dollar wert.

Viele der erfolgreichsten Pokerspieler haben online angefangen. Pius Heinz, der es im Jahr 2011 im Alter von nur 22 Jahren als erster Deutscher zum Weltmeistertitel gebracht hatte, hatte seine erste Pokerversuche auf dem PC gemacht, sobald er volljährig war. Außer jeder Menge Theorie ging er dabei auch im praktischen Teil äußerst analytisch vor. Online-Zocken erlaubt nämlich die Freiheit, sich über jeden einzelnen Spielzug in einer Hand Notizen zu machen und diese später in Ruhe zu studieren. Dabei lassen sich nicht nur Erkenntnisse über lohnenswerte Starthände und Blätter gewinnen, die sofort zum Folden führen sollten, mit genügend Daten lassen sich zudem Schwächen und Stärken aller Spieler erkennen. So wichtig es im Poker ist, die Gegner einschätzen zu lernen und festzustellen, wer zu übergroßer Vorsicht neigt, wer alle Vorsicht in den Wind schießen lässt, wer gerne blufft und wer sich bluffen lässt, umso wichtiger ist es, auch seine eigenen Achillesfersen kennenzulernen. Ständig wiederkehrende Handlungsweisen, die deutlich häufiger zum Verlieren als zum Gewinnen führen, sollten abgelegt werden.

Weil beim Online-Spiel die Körpersprache als psychologischer Anhaltspunkt wegfällt, können sich Zocker am Anfang sogar traurige Mienen leisten, wenn sie mit den unumgänglichen Verlusten konfrontiert werden. Ehe sie sich an einen echten Live-Tisch setzen, sollten sie allerdings ihr Pokerface perfektioniert haben. Die erste Pokerregel lautet, dass es wenige Minuten dauert um das Spiel zu erlernen, aber dafür ein Leben lang braucht, um es zu beherrschen. Die zweite Regel lautet, dass nicht gegen die Karten der Gegner gespielt wird, sondern gegen die Personen dahinter. Bei einem Spiel, das in einer Version mit fünf Karten wie Texas Hold‘ em insgesamt 2.598.960 Möglichkeiten von Pokerblättern besitzt, ist es eine gewisse Beruhigung, dass außer dem Verständnis für mathematische Wahrscheinlichkeiten gute alte Menschenkenntnis auf Dauer mit ausschlaggebend für den Erfolg ist. Das gilt online genauso wie in den eleganten Traditionshäusern wie Baden-Baden.

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