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„Runder Tisch Sicherheit“ in der Innenstadt

18. November 2022 | Gesellschaft, Mannheim

Die Entwicklung der subjektiven Sicherheit und der objektiven Sicherheitslage in der Innenstadt, die Ermittlung von Handlungsbedarfen im Stadtteil sowie das Entwickeln gemeinsamer Lösungsansätze waren die Themen des Runden Tischs Sicherheit in der Innenstadt.

Hierzu kam Erster Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Christian Specht mit weiteren Vertretern der Stadtverwaltung, der Polizei, des Bezirksbeirats sowie zahlreichen Stadtteil-Akteuren zusammen, um sich unter anderem über die Ergebnisse der letzten Sicherheitsbefragung 2020 sowie der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) auszutauschen.
„Die Innenstadt ist sicherer geworden. Das haben uns nicht nur die Fallzahlen der PKS gezeigt, sondern auch der Rückgang der Kriminalitätsfurcht, den wir mit unserer Sicherheitsbefragung ermittelt haben“, konstatierte Specht. „Das zeigt, dass die aus den Runden Tischen entwickelten Präventionsmaßnahmen wirken. Gleichzeitig wurde aber auch klar, wie wichtig der Runde Tisch Sicherheit ist. Denn nur, wenn wir als Verwaltung mit Stadtteilakteuren und AnwohnerInnen ins Gespräch treten, können wir räumliche Schwerpunkte und akute Probleme ausmachen, an denen wir nachbessern müssen. So hat sich gezeigt, dass die Themen Drogenkriminalität und Rücksichtslosigkeit die AnwohnerInnen der Innenstadt besonders umtreiben. Mit diesen Stimmungsbildern können wir nun diese Themen in den Fokus nehmen und die Präventionsarbeit weiterentwickeln“, so Specht weiter.
Zentrale Erkenntnisse der Sicherheitsbefragung 2020
Prof. Dieter Hermann vom Kriminologischen Institut der Universität Heidelberg, der die Mannheimer Sicherheitsbefragung federführend betreut, stellte die jüngsten Befragungsergebnisse für die Innenstadt vor. Hauptaugenmerk lag dabei auf dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Bewohnerinnen und Bewohner.
Eine Erkenntnis, die aus der Sicherheitsbefragung 2020 gewonnen werden konnte ist, dass die Kriminalitätsfurcht in der Innenstadt im Vergleich zu 2016 deutlich gesunken ist. Dennoch liegt die Kriminalitätsfurcht der Bewohnerinnen und Bewohner der Innenstadt im stadtweiten Vergleich immer noch über dem Durchschnitt. Die Wahrnehmung der sogenannten „Incivilities“ (subj. Störungen der normativen Ordnung) hat sich kaum verändert. Erfreulich ist hingegen, dass das Thema Migration in der Innenstadt von untergeordneter Bedeutung ist: Relativ wenige Personen bringen MigrantInnen mit Problemen in Verbindung oder haben Vorurteile gegenüber dieser Personengruppe. Besonders hervorzuheben ist auch, dass die fremdenfeindliche Gewalt in der Innenstadt erheblich an Bedeutung verloren hat.
Ergänzend präsentierte Polizeivizepräsidentin Ulrike Schäfer die Entwicklung der Sicherheitslage in der Innenstadt aus Sicht der Polizei. Auch objektiv sind die Straftaten in der Innenstadt in den letzten beiden Jahren stark rückläufig. Diese positive Entwicklung ist laut der Polizei zwar hauptsächlich auf die in den Jahren 2020 und 2021 geltenden Einschränkungen wie Ausgangssperren und Geschäftsschließungen zurückzuführen. Allerdings lässt sich auch im Vergleich zu den Jahren 2018/2019, vor Beginn der Corona-Pandemie, ein Abwärtstrend erkennen.
„Runder Tisch Sicherheit“
Der „Runde Tisch Sicherheit“ wurde als Sicherheitsdialog nach der ersten Sicherheitsbefragung im Jahr 2012 eingeführt. Seither findet er regelmäßig in den laut Befragungsergebnissen am stärksten belasteten Stadtteilen statt (Jungbusch, Innenstadt, Neckarstadt-West, anfangs auch Schönau). Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die Runden Tische, die sich auf die Befragung von 2020 beziehen, erst in diesem Jahr stattfinden.
Aus den vergangenen „Runden Tischen Sicherheit“ in der Innenstadt resultierten Maßnahmen wie beispielsweise die Konzentration des Besonderen Ordnungsdienstes auf die Innenstadt, Schwerpunktkontrollen in der Dealer-Szene und der entsprechenden Umfeldgastronomie sowie ein umfangreiches Sauberkeits-Konzept.
Auch der Videoschutz in den Bereichen mit der höchsten Kriminalitätsbelastung zählt zu den Maßnahmen, die im Runden Tisch Sicherheit entwickelt wurden. Mit Erfolg: Die Anzahl der Straftaten in den von insgesamt 68 Kameras überwachten Bereichen ist in den letzten Jahren insgesamt zurückgegangen. Die bisweilen befürchtete Verlagerung der Kriminalitätsschwerpunkte in andere Stadtbezirke blieb dabei aus.
Die nächste Sitzung des „Runden Tischs Sicherheit“ in der Innenstadt soll stattfinden, sobald die Ergebnisse der neuen Befragung im nächsten Jahr vorliegen.

Quelle: Stadt Mannheim

 

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