Schwetzingen: Filmvorführung zum Welt-Alzheimertag am 21. September – „Die Vergesslichkeit der Eichhörnchen“

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Symbolfoto: envato

Die Alzheimer-Krankheit – auch „Alzheimer-Demenz“ oder „Morbus Alzheimer“ genannt – ist die häufigste Form der Demenz und eine unheilbare Störung des Gehirns. Durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn werden Menschen mit Alzheimer zunehmend vergesslich, verwirrt und orientierungslos. Auch die Persönlichkeit und das Verhalten ändern sich im Verlauf der Erkrankung. Viele Patienten werden unruhig, aggressiv oder depressiv. Das Urteilsvermögen und die Sprachfähigkeit lassen nach. Es gibt zwar Möglichkeiten, die Krankheit und ihre Folgeerscheinungen zu behandeln. Aber stoppen lässt sie sich bisher noch nicht. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe „Alzheimer“ und „Demenz“ oft gleichbedeutend verwandt. Dabei ist die Alzheimer-Krankheit mit rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste Demenzform. Unter dem Begriff „Demenz“ werden über 50 Krankheiten zusammengefasst, bei denen die Gehirnleistung abbaut. 1,2 Millionen Menschen sind in Deutschland davon betroffen, jährlich kommen 200 000 Fälle dazu, die gemeinsam mit den Angehörigen versuchen müssen, mit der Erkrankung zu leben (Quelle: deutsche Alzheimer Gesellschaft).

Um auf diese Krankheit aufmerksam zu machen, veranstaltet das Generationenbüro wieder in Kooperation mit dem Central Kino Ketsch, den Seniorenbüros Ketsch und Oftersheim  und der Volkshochschule Bezirk Schwetzingen eine Kinovorführung, mit anschließender Filmbesprechung durch die anwesenden Expert/innen.

Der ausgewählte Film ist in diesem Jahr eine deutsche Produktion, die auch auf dem Filmfestival des deutschen Films in Ludwigshafen zu sehen war. Die unterhaltsame Tragikomödie „Die Vergesslichkeit der Eichhörnchen“ dreht sich um Senior Curt (Günther Maria Halmer), dem in seiner Luxusvilla mit Blick in den Garten auf die kleinen Nüsse Sammler manches entfällt. Eichhörnchen, so sagt man, wissen manchmal auch nicht mehr wo sie ihre Wintervorräte vergraben haben, so vergisst auch Curt langsam immer mehr. Zum Beispiel, wie seine Tochter heißt, die sich seit Jahren um den demenzkranken Vater kümmert. Almut ist mit den Nerven am Ende. Helfen soll Marija (Emilia Schüle), eine 24-Stunden-Betreuungskraft aus der Ukraine. Sie braucht unbedingt Geld, um ihren fünfjährigen Sohn durchzubringen. Die 27-Jährige nimmt eine Menge auf sich, um die neue Arbeitsstelle nicht gleich wieder zu verlieren. „Iss‘, was die Mama gekocht hat“, befiehlt Curt eines Tages seiner Tochter, ein erster Hinweis, dass der alte Herr in Marija keine Pflegerin und Haushälterin sieht, sondern seine vor langer Zeit verstorbene Frau Marianne. Irgendwie funktioniert sein altersschwaches Gehirn ein wenig wie die Eichhörnchen. Die vergessen auch nicht sämtliche Vorratslager, sondern finden immerhin viele Nüsse wieder. Weil sich Curt als umso pflegeleichter erweist, je weniger man ihm seine Wunschphantasien raubt, lässt sich Marija auf den Rollentausch ein: von der rumgeschubsten Pflegerin zur standesgemäßen Gattin. Es beginnt eine Zeitreise in das Luxusleben der Gutbetuchten in den 1970ern, mit den alten Kostümen, dem edlen Geschirr, dem noblen Mercedes-Cabrio. Curt hat etwas gutzumachen gegenüber der vermeintlichen Ehefrau, die er im echten Leben gedemütigt und viel zu oft allein gelassen hat. Geschickt legt das Debüt von Nadine Heinze und Marc Dietschreit falsche Fährten. Aus einem vermeintlichen Sozialdrama über sklavenartige Arbeitsbedingungen biegt es in eine unterhaltsame Tragikomödie mit märchenhaft skurrilen Zügen ab. Klug ausbalanciert, driftet das Drehbuch nie in Klamauk ab. Die Frage, ob man sich fremde Menschen kaufen sollte, bleibt im Hintergrund ebenso virulent wie die Problematik, wie weit man Demenzkranke manipulieren darf. Deutschland 2019, 109 Min., Buch und Regie: Nadine Heinze, Marc Dietschreit

Darsteller: Emilia Schüle, Günther Maria Halmer, Fabian Hinrichs, Anna Stieblich

Filmvorführung am Dienstag, 21.09.21, 19.30 Uhr im Central Kino Ketsch, Eintritt 6,50 EUR. Einlass unter Beachtung der geltenden Hygiene- und 3 G-Regeln.

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