Weinheim: Ein Zimmer für Meister Grimm

Das Museum der Stadt Weinheim hat über den Jahreswechsel interessante Ausstellungen zu bieten – Endspurt bei Erika Wadins Scherenschnitten

 

Weinheim. Er ist eine der großen Persönlichkeiten der Stadtgeschichte: Er hat Märchen geschrieben und gesammelt, er war Pädagoge, Theologe und vielfach Gelehrter, Jahre lang Bürgermeister: Albert Ludwig Grimm, er ist sicher einer der wichtigsten „Söhne“ der Stadt. In diesem Jahr hat er in Weinheim rund 140 Jahre nach seinem Tod eine feste Bleibe gefunden. Das Museum der Stadt am Amtshausplatz hat Albert Ludwig Grimm ein eigenes Zimmer gewidmet. Besonders verdient um diese Aufwertung des Museums hat sich der Förderkreis des Museums Weinheim e.V. gemacht. Der Förderkreis feierte kürzlich sein 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde das Albert-Ludwig-Grimm-Zimmer eingeweiht; es bildet seither eine permanente Sonderausstellung im ersten Stock des Hauses. Dort liegt jetzt symbolisch sogar eine weitere „Albert-Ludwig-Grimm-Straße“. Die echte führt zum Rathaus hinauf.

Hintergrund ist ein wachsender Schatz von historisch wertvollen Quellen, vor allem Gemälden. Im Frühjahr wurde dem Museum aus einem Privatbesitz Gemälde zum Kauf angeboten. Sie zeigen die bedeutende Familie Grimm in privaten Portraits der Zeit.

Das Museum der Stadt Weinheim und der Förderkreis des Museums Weinheim e.V. konnten die gewünschte Kaufsumme zunächst allein nicht aufbringen und gingen auf die Suche nach weiteren Sponsoren. Das Projekt war erfolgreich. Die Bilder ergänzen nun die Sammlung vorhandener Porträts von Grimm und seiner Frau, die 1833 anlässlich deren Eheschließung vom bekannten Heidelberger Romantiker Georg Philipp Schmitt gemalt wurden. Sie sind schon seit 2015 Museum ausgestellt.

Das Albert-Ludwig-Grimm-Zimmer mit seinen prachtvollen Ölgemälden wird durch wertvolle Informationen zum vielseitigen Leben und Schaffen des Literaten und Politikers ergänzt. Albert Ludwig Grimm (1786 – 1872) war Lehrer an der Lateinschule in Weinheim, er war Bürgermeister unserer Stadt, Landtagsabgeordneter in Karlsruhe, Autor zweier Heimatbücher und Herausgeber von Kindermärchen schon vor den namensgleichen Brüder Grimm. Er hat die Entwicklung der Stadt Weinheim zu Beginn des 19. Jahrhunderts wesentlich mitgeprägt. In erster Ehe war er mit Auguste Wilhelmine geb. von Wallbrunn verheiratet, und sie wohnten im stattlichen Haus Obertorstraße 1 am oberen Marktplatz. Nach deren Tod war er in zweiter Ehe mit Friederike Philippine verheiratet, sie hatten drei Töchter und lebten in einem früheren Anbau des Weinheimer Schlosses.

Während Albert Ludwig Grimm auf Dauer im Museum „lebt“, befindet sich eine temporäre Ausstellung im Weinheimer Museum nun auf der Zielgeraden und ist an den Tagen um Weihnachten und Neujahr letztmals zu sehen: Die „Scherenschnitte“ von Elvira Wadin. Die Künstlerin, geboren 1926 in Berlin, war zuerst Mitarbeiterin und dann zwischen 1972 und 1980 Museumsleiterin in Weinheim. Ihre Fingerfertigkeit zeigt sich in ihren Scherenschnitten.  „Das Geringste auf Erden ist ein Schatten. Diese Momentaufnahme ist leicht und flüchtig wie ein Windhauch. Schon in der nächsten Bewegung ist der Zauber manchmal dahin und alles wirkt sehr gewöhnlich“, sagt sie. Die Ausstellung ist bis zum 5. Januar 2020 zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums zu sehen.

Das Museum der Stadt Weinheim am Amtshausplatz hat am 26. Dezember von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, sowie am Wochenende, Samstag, 28. Dezember (14 Uhr bis 17 Uhr) und Sonntag, 29. Dezember, 10 Uhr bis 17 Uhr. Ab 2. Januar gelten die normalen Öffnungszeiten. Das Museum ist am Wochenende immer geöffnet.

 

 

 

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