Grundsatzbeschluss für die Umgestaltung der B38 stellt Weichen für weitere Planungen

Grundsatzbeschluss für die Umgestaltung der B38 stellt Weichen für weitere Planungen.

Durch die Umgestaltung der Militärflächen entlang der B38 entstehen dort Wohnflächen für rund 13.000 Menschen sowie zahlreiche Arbeitsplätze. Damit wächst auch das Verkehrsaufkommen.

Die B38 muss an diese neuen Anforderungen angepasst werden: In Zukunft ist es wichtig, dass die Infrastruktur reibungslos funktioniert. Mit einer Umgestaltung ergeben sich außerdem einmalige Chancen für Mannheim, zum Beispiel Stadtteile zu verbinden und die Lebensqualität an der Straße zu verbessern.

Bis etwa 2030 würde die schrittweise Entwicklung andauern. Dieser Entwicklung stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag, 25. September 2018, mehrheitlich zu.
 
„Ich freue mich, dass der Gemeinderat dem Leitmodell für die Umgestaltung der B 38 mit großer Mehrheit zugestimmt hat. Denn die geplante Umgestaltung der B 38 bedeutet einen Qualitätssprung für die Stadt: Wir können die Gesamtsituation an diesem wichtigen Stadteingang verbessern, indem wir alte Wegebeziehungen wieder herstellen und die Konversionsflächen anbinden. Zudem gewinnen wir neuen Freiraum und neue Bauflächen und mehr Lebensqualität für die Anwohner“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.
 
Auch für Baubürgermeister Lothar Quast wurden mit der Entscheidung des Gemeinderats wichtige Weichen für die Zukunft gestellt:

„Rund um die B38 entsteht auf den Konversionsflächen Taylor, Benjamin Franklin Village und Spinelli Wohnraum für rund 13.000 Menschen. Gleichzeitig siedeln sich neue Unternehmen an, zahlreiche Arbeitsplätze entstehen. Diese Veränderungen machen den verkehrlichen Anschluss der neuen Quartiere erforderlich. Die autobahnähnliche graue Bundesstraße zu einem neuen grünen Stadteingang ohne Verlust der Leistungsfähigkeit umzuwandeln, ist das erklärte Ziel der Stadt Mannheim.“
 
Die B38 verläuft vom Viernheimer Kreuz zwischen den Stadtteilen Käfertal und Vogelstang in Richtung Innenstadt. Sie ist die nordöstliche Einfallstraße in die Stadt und gleicht mit bis zu zehn Spuren an ihrer breitesten Stelle einer Autobahn.

Die heute schon stark befahrene Straße nimmt künftig bis zu 69.000 Fahrzeuge am Tag auf. Allerdings entspricht sie trotz oder gerade auch wegen ihrer Ausmaße nicht mehr den Anforderungen, die die gegenwärtige und vor allem zukünftige Stadtentwicklung an eine solche Verkehrsader stellt. Die Straße leitet nämlich nicht nur durch ihre Nähe zur A6 die Autofahrer aus und in die Stadt, sondern verläuft auch entlang der neu entstehenden Stadtquartiere auf den Konversionsflächen Taylor, Benjamin Franklin Village und Spinelli. Hier werden zukünftig rund 13.000 Menschen leben und zahlreiche neue Unternehmen angesiedelt. Diese sind auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen.
 
Aufenthaltsqualität statt Transitstraße:
 
Die B38 wird zur Stadtstraße Bislang ist die B38 einzig auf die Durchfahrt angelegt, es gibt weder eine Randbebauung, noch Raum für Grün, außerdem fehlen wichtige Knotenpunkte. Das soll sich nun ändern: Aus dem ehemals rein funktionalen Verkehrsraum soll ein attraktiver Stadtraum werden. Die Stadtplanung erarbeitet derzeit für die B38 und den daran angrenzenden Raum Konzepte, um die Straße an die Bedürfnisse der Stadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner anzupassen und die Quartiere miteinander zu verbinden. Die geplante Umgestaltung würde den Streckenabschnitt ab der Fürther Straße bis zur Mannheimer Straße betreffen, der an die Autobahn angrenzende Bereich bleibt unberührt. Profitieren von einem solchen Vorhaben würden neben den neuen Vierteln, auch die Stadtteile Käfertal und Vogelstang, die ebenfalls an der Verkehrsschneise liegen.
 
Leiser und langsamer: von der Durchfahrts- zur Stadtstraße
 
Weniger Lärm wäre dabei ein ganz konkreter Vorteil für die Menschen in Käfertal und auf der Vogelstang. Die Höchstgeschwindigkeit soll künftig bei 50 km/h liegen, um die erhebliche Belastung durch den Verkehrslärm für die Viertel an der B38 deutlich zu senken. Abgesehen davon, können die geplanten Knotenpunkte nur dann entstehen, wenn die Geschwindigkeit auf der Strecke reduziert wird. Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass sich dadurch die Fahrzeit kaum erhöht. Das gedrosselte Tempo wird dadurch ausgeglichen, dass der Verkehr regelmäßiger fließt und gezielter gelenkt wird. Weil die Straße teilweise in der Straßenbaulast des Bundes liegt, kann die Stadt Mannheim nur in enger Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe zu einer Lösung kommen.
 
Weniger Fahrspuren – mehr Stadtraum
 
Das Ziel ist es, die B38 zu einer Stadtstraße umzugestalten. Eine wichtige Maßnahme, um dieses zu erreichen: weniger Fahrspuren. Wenn nicht mehr genutzte Spuren wegfallen, können auf den freiwerdenden Flächen neue Gewerbeflächen entstehen. Vor allem das Gewerbegebiet Heppenheimer Straße am Käfertaler Bahnhof wird so aufgewertet: Die denkmalgeschützten Werkstatthallen der Verkehrsbetriebe sollen stillgelegt und anderweitig genutzt werden, die Abstellanlagen für die Stadtbahnen werden verlegt. Das Ergebnis: Der Bahnhof Käfertal kann künftig direkt aus dem Gewerbegebiet erreicht werden, das langfristig direkt an die B38 angebunden werden soll. Auch auf dem Columbus-Quartier entsteht derzeit ein Gewerbegebiet, in dem sich große Firmen ansiedeln. Diese sollen zukünftig von der Gorxheimer Straße aus angeschlossen werden. Der neue Knotenpunkt an der Fürther Straße zum Friendship Circle wiederum, dient insbesondere den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern Franklins. Sie finden künftig über kürzere Wege direkt in ihr Wohnquartier.
 
Neue Verbindungen knüpfen – alte Verbindungen wiederherstellen
 
Eine bessere Anbindung und Erreichbarkeit für die Bewohner und Gewerbetreibenden ist eines der wichtigsten Ziele bei der Planung der neuen Stadtstraße. Neben dem Autoverkehr, geht das Mobilitätskonzept dabei auch stark auf Fußgänger und Radfahrer ein. Ehemals vorhandene historische Wegeverbindungen sollen wiederhergestellt werden, beispielsweise die an der B38 unterbrochene Verbindung Völklinger Straße zwischen Käfertal Nord und Käfertal Süd. Am Knotenpunkt Völklinger Straße/Rebenstraße ist eine ebenerdige Querung für den Fuß- und Fahrradverkehr geplant. Dadurch werden das Zentrum Käfertals und der Käfertaler Bahnhof mit dem zukünftigen Quartierszentrum des Spinelli-Areals verbunden. Gleichzeitig soll die Verbindung von Käfertal Süd nach Feudenheim reaktiviert werden. Das Wohngebiet FRANKLIN soll über die B38 dank einer neuen Brücke für Fußgänger und Radfahrer mit dem Zentrum der Vogelstang und den südlich angrenzenden Naherholungsgebieten des Grünzugs Nord-Ost verbunden werden. Eine weitere Querung über die B38 verknüpft, so die Planung, das Naherholungsgebiet Käfertaler Wald mit dem Taylor Gewerbepark.
 
Entwicklungspotenziale für die gesamte Stadt
 
Die Umgestaltung der B38 ist ein Projekt mit vielen Anforderungen: Die Planer müssen verkehrstechnische, stadtplanerische, lärmtechnische und stadtgestalterische Aspekte berücksichtigen und gleichzeitig die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse im Blick haben. Deshalb setzt man bewusst auf eine schrittweise Entwicklung der B38 zu einem repräsentativen Stadteingang und plant in einem großzügigen Zeitrahmen, um auch andere Großbauprojekte im Blick zu behalten.
 
Weitere Details und Planungsmaterial finden Sie unter: www.mannheim.de/B38

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