»Späte Mutterschaft« weiterhin im Trend

Baden-Württemberg: 28 073 Frauen waren 2018 bei der Geburt ihres Kindes mindestens 35 Jahre alt – Höchste Anteile in Heidelberg und Stuttgart

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Symbolfoto: envato

Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt eines Kindes ist seit Ende der 1970er-Jahre fast stetig angestiegen: 1980 lag dieses Durchschnittsalter in Baden-Württemberg erst bei 27 Jahren, im Jahr 2018 bereits bei knapp 32 Jahren. Noch deutlicher wird dieser Trend zur »späten Mutterschaft«, wenn der Anteil der Geburten von Frauen, die im Alter von mindestens 35 Jahren (noch) ein Kind geboren haben, an allen Geburten herangezogen wird: Allein zwischen den Jahren 2000 und 2007 erhöhte sich dieser Anteil von gut 17 % auf annähernd 24 %. Seither ging der Anteil »später Mütter« zeitweise sogar leicht zurück und lag 2018 bei knapp 26 %. Im Jahr 2018 haben damit 28 073 Frauen im Alter von mindestens 35 Jahren (noch) ein Kind geboren.

Innerhalb des Landes gibt es deutliche Unterschiede bezüglich des Anteils Neugeborener von Frauen im Alter von 35 und mehr Jahren an allen Geburten: Am höchsten war der Anteil »später Mütter« im Jahr 2018 in den Stadtkreisen Heidelberg und Stuttgart mit gut 34 % bzw. knapp 32 %. Absolut waren das 562 und 2110 Frauen. Am niedrigsten lag dieser Anteil in den Stadtkreisen Heilbronn und Pforzheim, im Landkreis Tuttlingen sowie im Hohenlohe- und im Zollernalbkreis. In diesen Kreisen wurde nur etwa jedes fünfte Kind von einer 35-jährigen oder älteren Frau zur Welt gebracht. In allen 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs hat sich der Anteil Spätgebärender gegenüber dem Jahr 2000 erhöht – am stärksten in den Stadtkreisen Stuttgart und Mannheim (+13 Prozentpunkte bzw. +12 Prozentpunkte). Am schwächsten war der Anstieg im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald mit lediglich einem Plus von 3 Prozentpunkten.

Die Gründe: Die Hauptursache für den langjährigen Trend zur »späten Mutterschaft« wird in der zunehmenden Erwerbsbeteiligung und Ausbildungsdauer von Frauen gesehen, wodurch die Familiengründung in ein immer höheres Alter verschoben wird. Dieser Trend wird insbesondere mit dem Familiengründungsmuster hoch qualifizierter Frauen in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich zeigt sich, dass dort, wo viele Akademikerinnen leben, die Mütter bei der Geburt ihrer Kinder tendenziell älter sind. So hat der Stadtkreis Heidelberg mit den meisten Spätgebärenden auch den mit Abstand höchsten Akademikerinnenanteil1 unter den 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs. Umgekehrt ist in den meisten Kreisen mit einem geringen Anteil »später Mütter« auch der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen mit einem Abschluss an einer Fachhochschule oder Hochschule/Universität unterdurchschnittlich. Dagegen spielt der regional unterschiedliche Anteil der Geburten von ausländischen Müttern an allen Geburten nur eine untergeordnete Rolle, obwohl diese bei der Geburt ihrer Kinder tendenziell etwas jünger als die deutschen Frauen sind.2

1Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss an den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen insgesamt.

2Der Anteil der ausländischen Frauen, die bei der Geburt mindestens 35 Jahre alt waren, lag im Jahr 2018 im Landesdurchschnitt bei 21 %, der der deutschen Frauen dagegen bei 27 %. Der Anteil der Geborenen von ausländischen Müttern an allen Geborenen reichte von lediglich 18 % im Hohenlohekreis bis 47 % im Stadtkreis Pforzheim.

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