Staatssekretär Julian Würtenberger vor Ort

Wolfsgärten als möglicher Standort für ein neues Ankunftszentrum

Das Land Baden-Württemberg wird mit der Stadt Heidelberg Gespräche
und Verhandlungen aufnehmen, die das Ziel haben, das Ankunftszentrum
im Patrick-Henry-Village auf die Gemarkung Wolfsgärten zu verlagern.
Dieser Standort erscheint nach einem intensiven Suchlauf unter mehreren
Alternativen – darunter vor allem ehemalige Liegenschaften der US
Streitkräfte in Mannheim und Schwetzingen – als beste Lösung. „Uns als
Landesregierung, dem zuständigen Innenminister Thomas Strobl ist be
sonders wichtig: Das Land hält Wort“, erklärt in diesem Zusammenhang
Staatssekretär Julian Würtenberger: „Das Land steht keinen städtebauli
chen Überlegungen und Planungen im Weg. Wo sich eine Stadt entwickeln kann,     entwickeln will, freuen wir uns darüber und unterstützen das.“

Staatssekretär Würtenberger ist am heutigen Montag (22. Oktober 2018)
in Heidelberg gewesen, um die Stadtspitzen von Heidelberg, Mannheim,
Schwetzingen und Eppelheim persönlich über das Ergebnis des umfas
senden Suchlaufs zu informieren, der unter Federführung des Ministeri
ums für Inneres, Digitalisierung und Migration stattgefunden hat.

Das Heidelberger Ankunftszentrum steht dafür, die Erstaufnahme von Ge
flüchteten professionell und schnell durchzuführen. Hierfür wird es bun
desweit als Erfolgsmodell anerkannt. Das Land steht gegenüber der Stadt
Heidelberg zu der Zusage, das Patrick-Henry-Village wieder freizuma
chen, damit die Stadt auf dieser Fläche neue innovative und zukunfts

trächtige Stadtentwicklungsmodelle umsetzen kann. Die Liegenschaft in
den Wolfsgärten ist etwa 7,9 Hektar groß, befindet sich im Eigentum der
Stadt Heidelberg und ist verkehrsgünstig gelegen. Bislang ist sie in Hei
delberg kein Gegenstand städtebaulicher Überlegungen und sie bietet
sowohl baulich als auch infrastrukturell ausreichend Entwicklungsmög
lichkeiten für die Ansiedlung eines neuen Ankunftszentrums.

„Ich bin froh, dass das Land jetzt das Gutachten vorlegt und so eine
Freimachung der dringend benötigten Fläche auf Patrick-Henry-Village
möglich wird. Wir planen hier einen innovativen Stadtteil mit Wohn- und
Arbeitsraum für 15.000 Menschen. Ich werde den Wunsch des Landes auf
Nutzung des neuen Standortes für das Ankunftszentrum in die gemeinde
rätlichen Gremien geben. Ich halte den Standort nicht für ideal, aber
machbar. Das Gelände bringt Herausforderungen mit sich, die es zu lösen
gilt. Darüber werden wir mit dem Land sprechen. Dann entscheidet der
Gemeinderat, ob er der Verlagerung des Ankunftszentrums auf diese Flä
che zustimmt“, so der Heidelberger Oberbürgermeister Professor Dr.
Eckart Würzner.

„Es ist für die gesamte Region gut, dass jetzt eine Entscheidung gefallen
ist. Da unsere Stadt durch den Zuzug aus Südosteuropa vor hohen Integ
rationsanforderungen steht, wollen wir auch zukünftig von der Anschluss
unterbringung und der kommunalen Unterbringung von Asylbewerbern
ausgenommen bleiben. Dazu werden wir die konstruktiven Gespräche mit
dem Innenministerium, die wir in diesem und letztem Jahr rund um das
Thema Flüchtlingsaufnahme geführt haben, entsprechend weiterführen“,
erklärt der Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Im Fokus der Überlegungen über einen Standort für das Ankunftszentrum
hatte zunächst ein ungenutzter Flächenanteil der Coleman Barracks ge
standen. Dieser wäre nach Sanierung und Erschließung gut für ein An
kunftszentrum geeignet gewesen. Eine zunächst in Aussicht gestellte
Freigabe der Flächen durch die US-Streitkräfte wurde im August 2018
durch die US-Amerikaner aber wieder auf unbestimmte Zeit zurückge

nommen, so dass dieser Standort ausscheiden musste. Für die ebenfalls
in der engeren Wahl stehenden Spinelli Barracks hat die Stadt Mannheim
bereits eigene Pläne – nämlich die Flächen in die erwartete Bundesgar
tenschau 2023 einzubringen und städtebaulich neu zu gestalten. Als letz
te ehemals militärisch genutzte Fläche blieben die Tompkins Barracks in
Schwetzingen in der Betrachtung. Nach Abwägung aller Umstände über
wogen auch hier jedoch negative Standortfaktoren: Beispielsweise hat die
Bundeswehr bereits einen ersten Teil der Anlage wieder reaktiviert, was
zu Nutzungskonflikten mit den vom Land präferierten Gebäuden für das
Ankunftszentrum führen würde.

Nach dem Ausscheiden dieser drei prioritär geprüften Standorte prüfte
das Land weitere Standortalternativen. Eine näher untersuchte Verteilung
des Ankunftszentrum auf bis zu vier Standorte im Stadtgebiet Mannheim
konnten jedoch auch nicht überzeugen, da sich die dezentralen Struktu
ren nachhaltig negativ auf die Geschwindigkeit und Effizienz der Verfah
ren im Ankunftszentrum und die laufenden Betriebskosten auswirken.

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