Weitere Gemeinschaftsschule für Mannheim

Bisherige Baumaßnahmen müssen dringend fortgesetzt und ausgeweitet werden

Aktuell ist festzustellen, dass sich die Entwicklung der Schülerzahlen, die in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gesunken sind, umkehrt und aufgrund der steigenden Bevölkerungsprognose wieder mit steigenden Schülerzahlen zu rechnen ist: Die aktuelle Bevölkerungsprognose sagt ein Bevölkerungswachstum von 5,7 Prozent bis zum Jahr 2040 voraus. Die hierauf basierende Gesamtprognose der allgemeinbildenden Schulen geht für das Schuljahr 2040/2041 von bis zu 17.380 Schüler*innen aus – das entspricht einer Steigerung von 17,5 Prozent gegenüber dem Schuljahr 2021/22. Dabei wachsen die Schülerzahlen auch bereits in den kommenden Jahren und es würden früher und mehr Raumkapazitäten zusätzlich benötigt als bisher ersichtlich.

Bei der Betrachtung von Angebot Nachfrage nach Schularten zeigt sich, dass insbesondere an den Gemeinschaftsschulen bereits heute mehr Plätze nachgefragt werden als vorhanden sind. Ähnliches ist auch bei den anderen Schularten in den kommenden Jahren zu erwarten, wenn keine neuen Plätze geschaffen werden. Aber auch die Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, der Unterricht in kleineren Vorbereitungsklassen sowie die Differenzierung im Allgemeinen erfordern mehr separate Räume, in denen eine individuelle Förderung stattfinden kann. All diese Entwicklungen zeigen den in den kommenden Jahren entstehenden Bedarf nach Schulraum auf.

In der Sekundarstufe 1 (Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschafts-/Gesamtschulen) sind bereits heute die räumlichen Kapazitäten beengt und die Schulen kommen zum Teil schon jetzt an ihre Grenzen. Ab dem Schuljahr 2026/2027 ergibt sich für die Sekundarstufe 1 ein Bedarf von bis zu 61 Zügen (aktuellen Kapazität: 52) – das sind perspektivisch neun weitere Züge bei einer durchschnittlichen Klassengröße von 25 Schüler*innen. Durch den Umbau und die Sanierung der Humboldtschule und der Waldschule entstehen 2,5 weitere Züge, durch die die anderen Standorte entlastet werden können. Aber auch wenn diese Ausbaumaßnahmen abgezogen werden, bleiben noch immer 6,5 Züge unversorgt.

Im Bereich der Gymnasien ergibt sich ab dem Schuljahr 2026/2027 ein Bedarf von bis zu 40 Zügen (aktuelle Kapazität: 36), was perspektivisch vier weitere Züge bei einer durchschnittlichen Klassengröße von 26 Schüler*innen bedeutet. Der Neubau des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit 1,5 zusätzlichen Zügen könnte andere gymnasiale Standorte entlasten.

Daher ist es zwingend notwendig, die bereits bestehenden Aus- und Umbauplanungen für die weiterführenden Schulen fortzusetzen und zu erweitern. Aber auch ist erstmals seit Jahrzehnten der Bau von neuen weiterführenden Schulen erforderlich.

Nachfrage an Gemeinschaftsschulen deutlich größer als Angebot
An den Gemeinschaftsschulen und der Gesamtschule IGMH (Integrierte Gesamtschule Mannheim Herzogenried) sind die Kapazitäten gedeckelt. Schon heute kann nicht jedem Jugendlichen, der dies wünscht, ein Platz an einer Gemeinschaftsschule angeboten werden. Die Nachfrage und der Bedarf sind deutlich höher als das vorhandene Angebot. Daher soll nun eine weitere vierzügige Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe in Mannheim Mitte oder Mannheim Nord entstehen. Sie soll idealerweise zum Schuljahr 2026/27 in Betrieb gehen. Zudem sollen perspektivisch Planungen für eine weitere dreizügige Gemeinschaftsschule, voraussichtlich im Mannheimer Süden, angestrebt werden, die den Schulbetrieb ab den Jahren 2031/2032 aufnehmen könnte. Die Entscheidung darüber sollte spätestens im Jahr 2025 getroffen werden.

Da eine zeitnahe Realisierung der dritten Gemeinschaftsschule für Mannheim erforderlich ist, sollen für den Bau nur solche Standorte im Mannheimer Norden in Betracht gezogen werden, die verfügbar sind und sich idealerweise bereits im städtischen Besitz befinden, oder aber bald verfügbar sein könnten, damit Zeitverluste oder hohe Grunderwerbs-, Abriss- oder Umbaukosten vermieden werden können. Eine Prüfung des Fachbereichs Geoinformation und Stadtplanung hat in fachlicher Abstimmung mit dem Bildungsdezernat und Fachbereich Bildung eine Liste von drei Standorten ergeben, an denen nun in folgender Priorität der Bau einer Gemeinschaftsschule geprüft werden soll:
1. das Spinelli-Gelände,
2. das Gelände der Spiegelfabrik, Nähe Waldhofschule sowie alternativ
3. das Gelände des Viktor-Lenel-Heims in der Gartenstadt.

„Die Gemeinschaftsschulen in Mannheim sind eine gut nachgefragte und zunehmend attraktive Schulform für viele Eltern, was die steigenden Schüler*innenzahlen der vergangenen Jahre belegen. Dabei steht die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen im Zentrum. Die Schüler*innen lernen miteinander und voneinander in gemischten Lerngruppen, mit intensiver individueller Förderung. Die Gemeinschaftsschulen verwirklichten längeres gemeinsames Lernen, Chancengerechtigkeit sowie bestmögliche individuelle Förderung und eröffnen mit einer gymnasialen Oberstufe dann auch den Weg zu allen Schulabschlüssen. Somit schaffen sie die besten Voraussetzungen, um den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen konsequent von ihrer sozialen Herkunft zu entkoppeln. Sie tragen daher auch den strategischen Zielen der Stadt Mannheim, mehr Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit zu schaffen, Rechnung“, erläutert Bildungsbürgermeister Dirk Grunert das schulische Konzept.

„Die komplette Neugründung einer Gemeinschaftsschule mit Oberstufe ist auch im landesweiten Vergleich etwas ganz Besonderes, da bisher fast ausschließlich bestehende Sekundarschulen in Gemeinschaftsschulen umgewandelt wurden. Darüber hinaus ist es das erste Mal seit Jahrzehnten, dass wir in Mannheim eine zusätzliche weiterführende Schule bauen“, betonte Grunert die Besonderheit dieser Entscheidung.

Der Bildungsausschuss stimmte den Vorhaben zu, die finale Entscheidung über was weitere Vorgehen trifft der Gemeinderat in seiner Sitzung am 31.5.2022

Quelle: Stadt Mannheim

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