Aktionsfonds „Urbane Interventionen in ausgewählten öffentlichen Räumen“

Seit dem 01.05.22 ist es möglich, Förderanträge im Rahmen des Aktionsfonds „Urbane Interventionen in ausgewählten öffentlichen Räumen“ an die Stadt Mannheim einzureichen. Über den Fonds, welcher zunächst als einjähriges Pilotprojet läuft, können Ideen und Projekte von Bürger*innen sowie gemeinnützigen Vereinen mit Beträgen von 500 – 10.000 Euro gefördert werden. Zielgebiete des Fonds sind ausgewählte, als problematisch oder vernachlässigt wahrgenommene städtische Räume mit besonderen Potentialen für bürgerschaftliche Nutzungen in den beteiligten Quartieren Jungbusch, Neckarstadt-West, Rheinau und Unterstadt.
„Im Sinne einer lebenswerten Stadt ist es wichtig, städtebaulich problematische öffentliche Orte und Räume in den Blick zu nehmen. Das können wir nicht nur als Verwaltung, sondern hier sind die Mannheimerinnen und Mannheimer selbst gefragt. Die Orte sollten so gestaltet und bespielt werden, dass sie in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit wieder in die Stadtgesellschaft integriert und entsprechend ihrer Potenziale genutzt werden können. Wir hoffen daher, dass der Aktionsfonds angenommen wird und es gelingt, dass die Projektidee nach der Pilotphase fortgeführt werden kann“, erläutert der für Bauen und Stadtentwicklung zuständige Bürgermeister Ralf Eisenhauer.

Mit dem Ziel, die Identifikation mit dem jeweiligen Quartier zu fördern, ein friedliches Zusammenleben der Stadtgesellschaft sowie das subjektive Sicherheitsempfinden zu erhöhen, sind zunächst den Projektideen keine Grenzen gesetzt. Nach dem Motto von Albert Einstein: „Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.“ können die Projekte einzelne Veranstaltungen sein oder auch langfristige Umgestaltungen des jeweiligen Ortes. Beispielsweise durch Feste, kulturelle, musikalische oder kulinarische Events sollen diese mehr in die öffentliche Wahrnehmung gerückt und Menschen eingeladen werden, sie für sich zu entdecken. Langfristige Verschönerungen und Umgestaltungen wie künstlerische Aktivitäten, Urban Gardening, Sport- und Spielmöglichkeiten und vieles mehr können nachhaltig die Aufenthaltsqualität erhöhen, problematische Empfindungen abbauen und bürgerschaftliches Engagement sowie nachbarschaftliche Beziehungen fördern. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, auch Workshops, Mitmachaktionen, Wettbewerbe, Konzerte oder Lesungen sind möglich. Besonders die jetzt bevorstehenden Sommermonate laden zu Aktivitäten dieser Art ein.

„Die Lebensqualität eines Quartiers hängt entscheidend davon ab, das die BewohnerInnen sich keine Gedanken darüber machen müssen, wenn sie sie sich durch das Quartier bewegen. Angsträume in Quartieren, die einen unbeschwerten Aufenthalt im öffentlichen Raum beeinträchtigen sind zu identifizieren und den Ursachen ist entgegenzuwirken. Das ist nicht immer baulich möglich, dazu bedarf es auch innovativer, kultureller und temporärer Lösungen. Diese wollen wir fördern.“ So Christian Hübel vom Fachbereich Demokratie und Strategie.

Der erste Kontakt sowie Beratung erfolgt über das lokale Quartiermanagement. Ansprechparter*innen sind:

Michael Scheuermann (Jungbusch): [email protected]
Jennifer Yeboah (Neckarstadt-West): [email protected]
Alice van Scoter (Rheinau): [email protected]
Dr. Esther Baumgärtner (Unterstadt): [email protected]

Diese unterstützen gemeinsam mit NEXT MANNHEIM den Weg zur Antragstellung, z. B. bei der Entwicklung und Konkretisierung von Projektideen oder bei der Vernetzung mit der Verwaltung und relevanten Akteur*innen. Nach Eingang des Antrags entscheidet eine Jury aus verschiedenen Institutionen bevor das Projekt in die Umsetzung gehen kann.

Dr. Esther Baumgärtner, Quartiermanagerin der Unterstadt und eine der Initiator*innen des Aktionsfonds freut sich, dass dieser nach intensiver Planungsphase endlich an den Start geht. „Durch den Aktionsfonds ergeben sich endlich niederschwellige Gestaltungsmöglichkeiten für Initiativen und engagierte Bürger*innen. Die Auswahl der Zielgebiete in der Unterstadt ist dabei nicht nur der Historie der ideenstiftendenden „Haltestelle Fortschritt“ geschuldet, sondern auch der von Bewohner*innen gewünschten Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Neckar. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja auch die ultimative Nutzung für die ein oder andere etwas in Vergessenheit geratene Ecke im Quartier“, so die Quartiermanagerin. Alice van Scoter aus Rheinau stimmt ihrer Kollegin zu: „Vor allem die Unterführungen am Rheinauer Bahnhof und am Karlsplatz werden viel von Schüler*innen frequentiert. Außer über Beleuchtung ist es für die Stadt schwierig diese Orte besser zu gestalten. Ich bin gespannt auf die kreativen Ideen aus der Bevölkerung.“ Neben diesen Zielgebieten sind auch der Verbindungskanal im Jungbusch zwischen Teufelsbrücke und Spatzenbrücke, das Umfeld Karlsplatz und Stengelhofweiher auf der Rheinau und verschiedene Zielgebiete in der Neckarstadt-West zur Bespielung durch den Aktionsfonds vorgesehen.
„Ich freue mich sehr, dass der Aktionsfonds jetzt endlich umgesetzt werden kann und bin gespannt auf die Anträge und die spannenden Projekte“, sagt Dr. Matthias Rauch, Leiter des Bereichs Kulturelle Stadtentwicklung & Kultur- und Kreativwirtschaft bei NEXT Mannheim, der das Projekt mit initiiert und von Anbeginn begleitet hat. „Es ist wichtig, dass wir Creative Placemaking Projekte, also Interventionen im öffentlichen Raum, jetzt sowohl monetär als auch mit einer Prozessbegleitung fördern können“, so Dr. Rauch weiter.

Quelle: Stadt Mannheim

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