Baden-Württemberg: Vorzeitige Sterblichkeit im Bundesvergleich niedrig

Todesursachen Herzinfarkt und Brustkrebs kosteten die meisten Lebensjahre

Symbolfoto: Buchner

Rund 25 % aller Sterbefälle von Männern bzw. 14 % aller Sterbefälle von Frauen aus dem Land waren 2017 sogenannte vorzeitige Sterbefälle im Alter zwischen 1 und 69 Jahren. Dies entsprach 13 700 Sterbefällen von Männern und 7 700 Sterbefällen von Frauen. Dabei ist nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes für die Bevölkerung im Südwesten das Risiko, vorzeitig zu sterben, im Bundesvergleich niedrig: In Deutschland lag die vorzeitige Sterblichkeit 2017 altersstandardisiert1 bei 276 Sterbefällen je 100 000 Männer im Alter von 1 bis 69 Jahren bzw. 149 Sterbefällen je 100 000 Frauen im Alter von 1 bis 69 Jahren. In Baden-Württemberg lagen die Werte mit 232 bzw. 128 vorzeitigen Sterbefällen je 100 000 der jeweiligen Altersgruppe deutlich niedriger.

Krankheiten, die als Ursache vorzeitiger Sterblichkeit in Baden-Württemberg an vorderster Stelle standen, waren für Männer akuter Herzinfarkt sowie bösartige Neubildungen der Bronchien und der Lunge, für Frauen Brustkrebs und ebenfalls bösartige Neubildungen der Bronchien und der Lunge. Daneben hatten, vor allem in der männlichen Bevölkerung, Suizide einen beträchtlichen Anteil an der vorzeitigen Sterblichkeit. Dies ergab eine Untersuchung der Todesursachen 2015 bis 2017 des Statistisches Landesamts Baden-Württemberg. Messgröße für das Ranking der Todesursachen war die Zahl der durch Tod im Alter von 1 bis 69 verlorenen Lebensjahre je 100 000 der gleichaltrigen Bevölkerung2.

Im Mittel der Jahre 2015 bis 2017 gingen in der männlichen Bevölkerung 3 700 und in der weiblichen Bevölkerung 2 100 Lebensjahre je 100 000 der gleichaltrigen Bevölkerung verloren. Dabei kostete die Todesursache »Herzinfarkt« (akuter Myokardinfarkt) mit rund 239 Lebensjahren je 100 000 der Altersgruppe in der männlichen Bevölkerung die meiste Lebenszeit. Ebenso hoch war der Verlust an Lebensjahren durch die Todesursache Brustkrebs (bösartige Neubildung der Brustdrüse), die in der weiblichen Bevölkerung den höchsten Tribut forderte. Bösartige Neubildungen der Bronchien und der Lunge waren sowohl bei Männern als auch bei Frauen aus dem Land die Todesursache mit der zweithöchsten Zahl verlorener Lebensjahre (222 bzw. 154 verlorene Lebensjahre je 100 000 der Altersgruppe).

Durch äußere Ursachen wie Suizid oder Unfall hervorgerufene, tödliche Verletzungen kosteten im Mittel der Jahre 2015-2017 in der männlichen Bevölkerung 810 Lebensjahre je 100.000 der Altersgruppe und in der weiblichen Bevölkerung 241 verlorene Lebensjahre je 100.000 der Altersgruppe. Auffällig ist die hohe Zahl verlorener Lebensjahre durch Suizid bei Männern. Mit 355 verlorenen Lebensjahren je 100.000 der Altersgruppe kosteten Suizide in der männlichen Bevölkerung sogar mehr Lebensjahre als die Todesursache Herzinfarkt.

1Altersstandardisiert anhand der „alten Europabevölkerung“. Bei der Altersstandardisierung werden die altersspezifischen Sterbeziffern auf eine hypothetische Standardbevölkerung bezogen, hier die sogenannte „alte Europabevölkerung“. Dies erlaubt einen von Altersstrukturunterschieden unbeeinflussten Vergleich der vorzeitigen Sterblichkeit, z.B. zwischen Männern und Frauen, zwischen Regionen oder in der Zeitreihe.

2Der Indikator „verlorene Lebensjahre“ gewichtet die Zahl der frühen Sterbefälle mit der Zahl der Lebensjahre, die jeweils bis zum Alter von 70 Jahren geblieben wären, und bezieht diese auf die gleichaltrige Bevölkerung.

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