Biotop Gewächshaus und seine natürliche Hege

Im bepflanzten Gewächshaus tummeln sich allerlei Besucher, die den Pflanzen nicht guttun und den Menschen lästig sind. Sie lassen sich mit simplen Methoden fernhalten. Eine gewisse Artenvielfalt über die selbst angebauten Pflanzen hinaus tut dem geschützten Biotop sogar gut.

Der Natur vertrauen und Chemiekeulen draußen lassen

Ein Gewächshaus mit Monokultur ist besonders anfällig für Schädlinge. Deshalb sollten alle Beete lieber mit verschiedenen Gemüsesorten oder Blumenarten bepflanzt werden. Beispielsweise halten Zwiebeln zwischen Karotten voneinander gefürchteten Wurmbefall fern. Pfefferminze schützt Salat und Spinat vor dem Kohlweißling, Basilikum Tomatenpflanzen vor der weißen Fliege und dem gefürchteten Mehltau. Nicht umsonst lautet eine uralte italienische Gartenweisheit: »Aus derselben Blüte zieht die Biene ihren Honig und die Wespe ihr Gift.«

Simple Abhilfe gegen hartnäckige Besucher

Nicht chemisch und nicht gewachsen ist eine so simple wie geniale Abhilfe gegen eifrige Ameisen. Sie sind gefühlt überall, trotz Fundament, Bodenpflaster und Glaswänden. Zur Bekämpfung von Ameisen im Gewächshaus hilft die Kenntnis über ihre Lebensgewohnheiten und Vorlieben. Angelockt werden sie beispielsweise von Blattläusen. Sind sie einmal da, erschwert ihnen möglichst feiner Sand (am besten in Strandstärke) das Graben von Gängen. Bestenfalls verhindert eine Sandspur auf dem Boden im Gewächshaus den Einmarsch.

Insekten nicht konsequent fernhalten

Klar lockt der Duft von Blüten bei offenem Fenster Insekten magisch an. Spaß macht es wenig, von ihnen beim Harken, Unkraut jäten und Beschneiden umschwirrt zu werden. Auch das Gekrabbel am und im Boden lässt sich von der umschlossenen Konstruktion nicht fernhalten. Genaues Hinschauen lohnt: Nützlinge im Gewächshaus helfen bei der Schädlingsbekämpfung und sind wertvolle Bestäuber für bestimmte Pflanzen. Sofern sie nicht von selbst zum gedeckten Tisch kommen, können Gärtner möglicherweise beim Beschaffen von Nützlingen wie Raubwanzen, Schlupfwespen oder Raubmilben helfen.

Tipps für optimale Ernteerträge aus dem Gewächshaus

Einfach säen und pflanzen genügt nicht für optimale Ernteerträge. Mit diesen 3 Tipps wird jeder Erntegang zum Freudenfest:

  • Auswahl der Pflanzen und Pflanzennachbarn: Pflanzen in gleicher Wuchshöhe konkurrieren nicht um Licht. In der Breite sollen empfohlene Abstände für genügend Entwicklungsraum eingehalten werden. Bestimmte Pflanzennachbarn können sich buchstäblich »gut riechen« und konkurrieren mit dem Wurzelwerk nicht um Nährstoffe.
  • Licht, Luft und Wärme: Ein Sonnenschutz an heißen Sommertagen verhindert ein Verbrennen der Blätter. Gute Belüftung über Kippfenster und Türen muss mehrmals täglich gewährleistet sein. Gegen zu starke Hitze können Sonnenschutz und Belüftung kombiniert werden.
  • Bewässerung: Sparsamer Umgang mit Wasser ist über Tröpfchenbewässerung möglich. Hängende Pflanzenbeete können von oben durch Nebelbesprühung oder Einzeltropfer versorgt werden.

Beete platzsparend anlegen

An Hochbeeten in mehreren Höhen lassen sich schon die jüngsten Gärtner spielerisch an Gartenarbeit und Ernteerfolge heranführen. Hochbeete auf Rollen können sogar beliebig im Gewächshaus bewegt werden. Kräutertöpfchen bekommen in einer Ampelanordnung übereinander hängend genügend Platz, Luft und Licht, um artgerecht zu gedeihen.

Fazit:
Ein Gewächshaus verhindert nicht die Zuwanderung ungebetener tierischer und pflanzlicher Besucher. Es kann aber durch gute Planung und strategisches Bepflanzen ein kleines Biotop mit optimalen Bedingungen für alle Pflanzen werden. Auf kleinem Raum lernen damit schon Kinder, wie schlau die Natur viele Probleme bei respektvoller Achtsamkeit auch hinter Glas selbst lösen kann.

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