Corona-Pandemie und Südwestwirtschaft

Reales Bruttoinlandsprodukt dürfte im 1. Quartal 2020 um 1,6 % geschrumpft sein

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Symbolfoto: envato

Die Corona-Pandemie beeinträchtigte das Wirtschaftsgeschehen bereits im 1. Quartal 2020. Obwohl einschränkende Maßnahmen erst Mitte März in Kraft traten, waren die Auswirkungen des Virus im Auftaktquartal deutlich spürbar. So sank das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ersten Berechnungen zufolge um 1,6 % zum Vorjahr. In Kombination mit dem bereits rückläufigen 4. Quartal 2019 (−0,3 % zum Vorjahr) befindet sich die Südwestwirtschaft damit in der Rezession. Gegenüber dem Schlussquartal 2019 ging das BIP im 1. Quartal 2020 um 1,3 % zurück.

Für die realen Inlandsumsätze im Verarbeitenden Gewerbe brachen schwere Zeiten an. Saison- und arbeitstäglich bereinigt sanken diese im 1. Quartal 2020 um 4,8 % zum Vorquartal und lagen damit 7,1 % unter dem Vorjahresniveau. Bereits vor der Corona-Pandemie entwickelte sich der Umsatz im Fahrzeugbau schwach und sank im Auftaktquartal 2020 nochmals um 17,4 % zum Vorquartal. Insgesamt setzte die für den Südwesten wichtige Branche damit 15,2 % weniger um als im Vorjahresquartal. Etwas besser schlug sich der Maschinenbau mit einem Umsatzminus von 4,3 % zum Vorquartal bzw. 11,4 % zum Vorjahresquartal. Eine steigende Aktivität meldete dagegen das Bauhauptgewerbe. Die als Indikator für die Bauleistung fungierenden Arbeitsstunden legten um 1,4 % zum Vorquartal beziehungsweise 6,7 % zum Vorjahresquartal zu.

Auch die realen Auslandsumsätze im Verarbeitenden Gewerbe zeigten im 1. Quartal einen deutlichen Rückgang. Saison- und arbeitstäglich bereinigt sanken diese gegenüber dem Vorquartal um 3,9 %. Damit rangierten die Umsätze 5,0 % unter dem Vorjahresquartal. Überproportional fiel das Umsatzminus mit jeweils rund 5 % zum Vorquartal in den baden-württembergischen Schlüsselbranchen Maschinen- und Fahrzeugbau aus. Somit summierte sich das Vorjahresminus auf 8,7 bzw. 7,2 %. Profiteur war die Pharmabranche mit einem Umsatzplus von 6,7 % zum Vorquartal bzw. 10 % zum Vorjahr.

Bereits verfügbare Daten für die Monate April und Mai legen nahe, dass sich der Umsatzeinbruch im Verarbeitenden Gewerbe im 2. Quartal deutlich verstärkt hat, wenngleich im Mai eine gewisse Bodenbildung eingetreten ist.

Der massive Einsatz von Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt. So lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im 1. Quartal 2020 saisonbereinigt noch auf Vorquartalsniveau (+0,1 %), im April jedoch 0,7 % unter dem Vormonatswert. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit zeigt einen Stellenabbau im 2. Quartal an. Bis Juni kletterte die Zahl der Arbeitslosen auf 276 500 und die Arbeitslosenquote lag mit 4,4 % um 1,4 Prozentpunkte über ihrem Vorjahreswert. Die Zahl der gemeldeten Stellen sank kräftig. Meldeten die Unternehmen im 1. Quartal ein knappes Viertel weniger Stellen als im Vorjahreszeitraum (−23,6 %), so stieg das Minus auf 37,0 % im 2. Quartal 2020. Die Inflation beschleunigte sich im 1. Quartal leicht auf 1,6 %. Dieser Anstieg ist jedoch nur vorübergehend angelegt, wie ein Blick ins 2. Quartal zeigt (+0,8 % zum Vorjahr).

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