Die Köchin des Kommandanten-zwei Wege nach Auschwitz

 „Weinheim bleibt bunt“ präsentiert einen Dokumentarfilm mit Weinheimer Bezug; am 17. März im Kino „Modernes Theater“ – Kostenlose Schülervorstellungen geplant!

Weinheim. Das Leben der jungen Sophie Stippel aus Mannheim wurde schon früh zur Leidenszeit. Bereits 1936 geriet sie als Mitglied der Bibelforscher (heute Zeugen Jehovas) ins Visier des NS Regimes. Nach Verhaftung und Gefängnisaufenthalten in Bruchsal und Mannheim wurde Sie 1938 ins erste Frauen-Konzentrationslager Lichtenburg deportiert. Von da ging ihr Weg 1939 nach Ravensbrück und schließlich März 1942 nach Auschwitz. Dort begegnet Sie als Gefangene noch auf der Rampe einem Mann, den sie aus Kindheitstagen in Mannheim kennt: Rudolf Höß, Lagerkommandant und einer der schlimmsten Massenmörder des NS-Regimes. Auch Höß erkennt Sophie Stippel und holt sie als Köchin in seine private Villa, die in Sichtweite der Gaskammern steht.

Es ist eine Geschichte von Leid und Grausamkeit, die 2018 in einem Buch und einem 60-minütigen Dokumentarfilm festgehalten worden ist; beides wurde vom MARCHIVUM, Mannheims Archiv, Haus der Stadtgeschichte und Erinnerung (vormals Stadtarchiv Mannheim ISG) angestoßen. Der Weinheimer Enkel der Verfolgten, Gerald Sander, hatte die Dokumente über das Leben seiner Großmutter gefunden und dem MARCHIVUM zur Verfügung gestellt. Sophie Stippel hat diese Leidenszeit überlebt und ist erst 1985 in Weinheim verstorben. 

Am Sonntag, 17. März, 11 Uhr, wird im Weinheimer Kino „Modernes Theater“ der Dokumentarfilm „Die Köchin des Kommandanten-zwei Wege nach Auschwitz“  zu sehen sein. Im Vorfeld hat sich der Sprecherkreis des Bündnisses „Weinheim bleibt bunt“ mit dem Enkelsohn in Verbindung gesetzt und wird den Film mit anschließender Talk-Runde präsentieren.

Der 17. März fällt in die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Der Enkel und die Projektleiterin des MARCHIVUM Karen Strobel, werden als Talk-Gäste zum Film anwesend sein und weitere Hintergründe zur Entstehung des Films beisteuern können. 

Der Eintritt für den Film kostet 7 Euro pro Person, das Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ übernimmt weitere Kosten für Schülervorstellungen im Kino (interessierte Lehrerinnen und Lehrer können zur weiteren Absprache sich mit dem Kino in Verbindung setzen, Telefon 06201-6 21 55).

Eine Woche später, am Sonntag, 24. März, wird der Film noch einmal um 11 Uhr im Kino „Brennessel“ in Hemsbach gezeigt.

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