Erstmals waren im Bereich „Neckar-Bergstraße“ über 600 Beihilfen für arme Familien mit Kindern erforderlich

Kinderförderfonds wichtiger denn je

Weinheim.  Es sind die Fußballschuhe, die im Familienbudget beim besten Willen nicht mehr drin sind. Aber ohne sie gibt es keinen Platz im Jugendteam des Vereins. Es ist der Landschulheimaufenthalt, den sich die Familie beim besten Willen nicht leisten könnte. Oder es ist das Schulübungsheft, das extra kostet. Oder auch die neue Brille für das Kind. Der Zoobesuch der Schulklasse. Man könnte die Beispiele beliebig fortführen.

Die Lücken im Geldbeutel vieler Familien, die ihren Kindern eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unter Gleichaltrigen oftmals vorenthalten müssen, können ganz unterschiedlich sein. Wenn Kinder und Jugendliche aber aus finanziellen Gründen zu Außenseitern werden, ist ihre Entwicklung gefährdet. Genau da knüpft der Kinderförderfonds Neckar-Bergstraße, ein Projekt der kirchlichen Sozialverbände und der Kommunen, jetzt schon im zwölften Jahr an.

Jetzt fand im Weinheimer Rathaus das alljährliche Schirmherrengespräch statt, in dem Bärbel Morsch, Leiterin des Diakonischen Werkes Weinheim, und Alexandra Riester vom Caritasverband Rhein-Neckar über die aktuelle Situation berichteten. Zum ersten Mal gehörte Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just zu den Schirmherren; er war von den Leistungen der Einrichtung und deren segensreichen Wirken sehr angetan. Im Jahr 2018 wurden wieder 462 Kinder in 237 Familien mit 603 Beihilfen unterstützt wurden. Das sind so viele wie noch nie. Finanziert wurden die Hilfsmaßnahmen durch Spendeneingänge in Höhe von 48 955 Euro.

Was im Vergleich zum „spendenfreudigen zehnten Jubiläumsjahr 2017“ wie erwartet einen Rückgang ausmacht. Aber der Fonds steht gut da. Bärbel Morsch und Alexandra Riester bedankten sich dennoch: sowohl bei den treuen Unterstützern wie den Weinheimer Serviceklubs und der Hector-Stiftung als auch bei jenen Privatpersonen, die regelmäßig das Konto auffüllen. „Wir bekommen aber auch Geld von Brautpaaren und aus Sonntagskollekten der Kirchen“, so Morsch und Riester. An Fördergeldern ausbezahlt wurden 66 961 Euro.

Die Finanzierungshilfen deckten eine Vielzahl von Bereichen ab. Dabei ging es auch, aber nicht ausschließlich um schulische Themen. „Kinder brauchen neben Bildung auch Teilhabe“, verdeutlichte Riester. Ob bei einem Zoobesuch oder beim Minigolf: „Kinder müssen Erfahrungen mit anderen teilen.“ Dies stärke nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern eröffne zugleich Zukunftsperspektiven. Susanne Rohfleisch, die Geschäftsführerin des Caritasverbands Rhein-Neckar, betonte, dass sämtliche Personalkosten zu fast 100 Prozent von Caritas und Diakonie getragen werden, so kommen 99 Prozent der Spenden tatsächlich auch den bedürftigen Familien zugute.

Neben OB Just  war Hansjörg Rapp erstmalig dabei. Er wird Nachfolger von Bärbel Morsch, die am 11. Oktober im Verlauf eines Gottesdienstes in der Markuskirche in den Ruhestand verabschiedet wird. Komplettiert wurde die Zusammenkunft durch Bürgermeister Michael Kessler aus Heddesheim, Simone Britsch, Pfarrerin an der Evangelischen Gemeinde in der Weststadt, und Pfarrer Klaus Rapp von der Katholischen Kirchengemeinde Hemsbach.

Info: Spendenkonto Diakonisches Werk – Kinderförderfonds Neckar-Bergstraße IBAN: DE80 6709 2300 0005 4066 09; BIC: GENODE61WNM.

 

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