EU-Mission „Klimaneutrale Städte“: Mannheim und Heidelberg intensivieren Zusammenarbeit

EU-Mission „Klimaneutrale Städte“: Mannheim und Heidelberg intensivieren Zusammenarbeit, Oberbürgermeister stellten gemeinsame Pläne vor
Mannheim und Heidelberg gehören zu den Städten, welche die Europäische Union Ende April als Modellstädte für die EU-Mission „100 klimaneutrale und smarte Städte“ ausgewählt hat. Das Ziel der Mission: 100 Kommunen aus der EU und zwölf Kommunen aus assoziierten Ländern sollen bis 2030 klimaneutral werden und ihre Erfahrungen an andere Städte und Gemeinden weitergeben. Dafür stellt das Forschungs- und Innovationsprogramm HORIZON der EU insgesamt 360 Millionen Euro Verfügung.

Die Städte Mannheim und Heidelberg haben beim Klimaschutz bereits viel erreicht und wollen künftig noch stärker zusammenarbeiten: Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner gaben dies am Mittwoch, 11. Mai, bei einem Pressegespräch im Kastanienhof des Hotels Grenzhof in Heidelberg – unweit der gemeinsamen Gemarkungsgrenze der Nachbarstädte – bekannt.

„Die Europäische Union hat mit Mannheim und Heidelberg zwei Nachbarstädte zu Modellstädten für Klimaneutralität ausgewählt – das ist ein starkes Signal für unsere Region. Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe und kann nur im Verbund gelingen. Die Städte können dabei eine Schlüsselrolle übernehmen. Mannheim und Heidelberg sind daher schon lange in internationalen Städtenetzwerken aktiv, um den Klimaschutz voran zu treiben. Zusammen werden wir alle Hebel in Bewegung setzen, um uns dem sehr ambitionierten Ziel der Klimaneutralität bis 2030 mit großen Schritten zu nähern, und werden daher künftig noch stärker kooperieren“, erklärte Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

„Als industriell geprägte Großstadt legt Mannheim einen besonderen Schwerpunkt auf Projekte, die sowohl die Industrie als auch die Energieerzeugung als Teil einer sozial gerechten Transformation umgestalten. Für die Region ist es natürlich großartig, dass mit Heidelberg und Mannheim zwei Nachbarstädte ausgewählt wurden. Das wird den fachlichen Austausch sehr erleichtern. Besonders wichtig ist uns beiden die Zusammenarbeit der verschiedenen Ebenen Europa, Bund und Kommune. Hier ist natürlich die Verbindung von zwei starken, international vernetzten Städten ein Vorteil, aber auch aus der gegensätzlichen Struktur werden sich Schlüsse ziehen lassen, die im Kampf gegen den Klimawandel unabdingbar sind“, sagte Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Wichtigste Hebel sind Wärme, Strom und Mobilität

Zu den wichtigsten Hebeln für das Ziel Klimaneutralität gehören nach Ansicht beider Städte die Bereiche „grüne“ Wärmeversorgung, regenerative Stromversorgung und nachhaltige Mobilität. Bei den Themen Fernwärmeversorgung, dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Einrichtung von Radschnellwegen arbeiten die beiden Nachbarstädte bereits eng zusammen – auch gemeinsam mit weiteren Akteuren in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Einen hohen Beitrag zum Klimaschutz leistet beispielsweise die Zusammenarbeit in der Abfallverbrennung zur regionalen Fernwärmeversorgung. Weitere Komponenten wie die Geothermie und der Bau von Flusswärmepumpen entlang des Neckars am Rhein sollen folgen. Ziel ist eine CO2-freie Fernwärmeversorgung. Auch eine vollständige regenerative Stromversorgung und einen verbesserten ÖPNV können die Kommunen nur erreichen, wenn sie weiterhin stark zusammenarbeiten und Partner auf allen Ebenen einbeziehen.

Nächste Schritte: Konferenz in Brüssel und „Klimastadt-Verträge“

Schwerpunkt der EU-Mission ist die Umsetzung von konkreten Maßnahmen im Klimaschutz. Im Juni dieses Jahres ist in Brüssel eine Konferenz für alle ausgewählten Städte geplant, an der Stadtspitzen und Fachleute teilnehmen werden. Gemeinsam mit den Städten sollen „Klimastadt-Verträge“ abgeschlossen werden. Sie sollen jeweils einen Aktionsplan, wie die Stadt bis 2030 Klimaneutralität erreichen will, und einen Investitionsplan umfassen. Diese Verträge sind nicht rechtsverbindlich, stellen jedoch eine klare und deutlich sichtbare politische Verpflichtung gegenüber der EU, den nationalen und regionalen Behörden sowie den Bürgerinnen und Bürgern dar.

Ergänzend: In Deutschland kamen insgesamt neun Städte zum Zug. Außer Mannheim und Heidelberg sind dies Aachen, Dortmund, Dresden, Frankfurt am Main, Leipzig, München und Münster. Weitere ausgewählte Städte in der EU sind unter anderem Paris, Barcelona, Lissabon, Kopenhagen, Stockholm, Amsterdam und Brüssel. Zu den Städten aus assoziierten Ländern gehören beispielsweise Glasgow in Großbritannien, Oslo in Norwegen und Istanbul in der Türkei.

Laut der Europäischen Union leben 75 Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger in Städten. Weltweit sind die Städte für mehr als 65 Prozent des globalen Energieverbrauchs verantwortlich und verursachen über 70 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen. Daher ist es wichtig, dass Städte ihr Potential als Experimentier- und Innovationsfelder nutzen und damit alle anderen auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen.

Quelle: Stadt Mannheim

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