ForstBW- Forstbezirk Odenwald informiert zum Thema Brennholz. Wird das Brennholz das neue Klopapier?

Die aktuelle weltpolitische Lage, die befürchtete Energieknappheit und die angespannte Rohstoffversorgungslage der Papierindustrie haben in Summe eine sehr starke Nachfrage nach Laubholz, insbesondere nach Buche ausgelöst.

 

Dietmar Hellmann, Leiter des Forstbezirks Odenwald in Schwarzach und zuständig für die Bewirtschaftung des Staatswaldes zwischen Mannheim und Wertheim befürchtet, dass die aktuelle Nachfrage aller Voraussicht nach nicht in vollem Umfang bedient werden kann., „Wir sind bestrebt, Lösungen für alle Kunden zu finden“ erklärt Myriam Maldacker, in der Forstbezirksleitung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig

Bestellungen für Brennholz, das bereits am Waldweg auf sogenannten Poltern aufgeschichtet zur Weiterverarbeitung bereit liegt, sollen vorwiegend über das Onlineportal auf der Internetseite von ForstBW (www.forstbw.de) erfolgen. Welches Revier für den Kunden in Frage kommt, ist einer interaktiven Karte auf der Webseite zu entnehmen. Bestimmte Reviere sind leider zum jetzigen Zeitpunkt bereits ausverkauft. Je nach Verlauf des Einschlags ist es aber möglich, dass, ab Beginn des neuen Jahres, nochmals überschaubare Mengen zur Verfügung stehen. Die mögliche Bestellmenge wurde im Forstbezirk Odenwald allerdings reguliert, so Myriam Maldacker: „Aufgrund der enormen Nachfrage werden pro Kunde maximal 10 Festmeter abgegeben.“ Diese Menge ergibt ca. 14 Ster gestapelte Scheite oder 25 Schüttraumeter und reicht für die Beheizung einer Wohnfläche von immerhin ca. 140 m².  „Mit der Mengenbegrenzung soll Hamsterkäufen vorgebeugt und das begrenzte Sortiment Polterholz an möglichst viele Kunden verteilt werden,“ so Maldacker weiter. Die Forstleute in Schwarzach befürchten nämlich, dass das Brennholz nun ähnlich wie Toilettenpapier der in Coronapandemie gehamstert werden könnte.

Vermarktet werden neben der Buche auch Esche und sonstiges Hartlaubholz wie Ahorn, Eiche, Kirsche sowie Weichlaubholz. „Vor allem die Nachfrage nach Buche ist völlig überzeichnet“, erläutert Myriam Maldacker die Situation am Laubholzmarkt. „Allerdings haben andere Laubholzarten durchaus Heizwerte, die mit der Buche absolut vergleichbar sind. Die manchmal etwas schwerere Spaltarbeit berücksichtigen wir aber durch günstigere Preise bei diesen Sortimenten“. Die Empfehlung lautet, in schwierigen Zeiten bezüglich der Holzart nicht zu wählerisch zu sein.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das Holz auch als „Brennholzselbstwerber“ im Wald selbst aufzuarbeiten. Die sogenannten Schlagräume oder Flächenlose, auf denen die Kronen gefällter Bäume zum Sägen bereit liegen, können bei den zuständigen Revierleitenden oder direkt beim Forstbezirk Odenwald in Schwarzach bestellt werden. Die Preise für Schlagraum sind deutlich günstiger als die Polterholzpreise und variieren je nach Holzart, Qualität und Erreichbarkeit.

Myriam  Maldacker weist aber darauf hin, dass diese Sortimente nicht über das Internet, sondern per Formular,, welches bei der Forstbezirksleitung und den Revierleitungen erhältlich ist, bestellt werden müssen.

Der Nachhaltigkeit verpflichtet

Der Forstbezirk Odenwald geht davon aus, dass sowohl für Brennholz, als auch für Schlagraum oder Flächenlose nur bis zu einer gewissen Zeit Bestellungen angenommen werden können und sie dann für diese Saison „ausverkauft“ sind. Dietmar Hellmann erläutert, dass es nicht möglich ist, den Einschlag beliebig zu erweitern, auch wenn eine entsprechende Nachfrage vorhanden ist. „Unsere Verpflichtung zu einer geregelten und nachhaltigen Forstwirtschaft erlaubt es nicht, den Einschlag nach Belieben zu erhöhen. Waldbewirtschaftung erfolgt auf der Basis eines Generationenvertrages. Deshalb schlagen wir nicht mehr ein, als nachwächst“, so der Forstbezirksleiter. Über die Mengenbegrenzung wird versucht, so viele  Kunden wie möglich zu bedienen.

Holzdiebstahl erschweren

Mit der enormen Nachfrage nach dem Brennstoff Holz steigen auch die Fälle von Holzdiebstahl wieder merklich an. ForstBW wird deshalb über alle Sortimente hinweg bestimmte Holzpolter mit GPS-Sendern versehen. Erste Sender sind bereits verbaut – mit Fortschreiten des Holzeinschlags werden weitere Holzpolter besendert. „Mit dieser Methode erhöhen wir die Sicherheit vor unerlaubter Abfuhr und steigern das Risiko, erwischt zu werden, deutlich“, erklärt Dietmar Hellmann diese Maßnahme zum Diebstahlschutz.

Weitere Informationen rund um‘s Thema Brennholz sind in den FAQs auf der Internetseite von ForstBW: www.forstbw.de zu finden.

Quelle: Forst Baden-Württemberg

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