Heidelberg: Nachtkultur 2.0 – Wandel in der Metropolregion Rhein-Neckar

Stadt Heidelberg lud zum Austausch mit den Kommunen aus der Region         

 

 

Welche Unterstützung ist heute nötig, damit in den Städten der Metropolregion ein lebendiges Clubleben erhalten bleibt? Warum sind Orte der Begegnung für Menschen mit Interesse an progressiver Kultur so wichtig? Und warum ist es so dringend, Raum für nächtliche Begegnungen im Zeichen der Kultur zu schaffen? Zum Austausch über diese Fragen hatte die Stadt Heidelberg gemeinsam mit dem Verein EventKultur Rhein-Neckar e.V. und dem Kulturbüro der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH am 22. November 2019 Kommunen der Region ins Kulturhaus Karlstorbahnhof geladen. Vertreterinnen und Vertreter aus Mannheim, Ludwigshafen, aber auch kleineren Kommunen wie Speyer, Bad Dürkheim, Sandhausen und Weinheim beteiligten sich am Austausch.

 

Per Skype als Experte zugeschaltet war Thore Debor, Geschäftsführer des Clubkombinat Hamburg e.V. Er führte die Teilnehmer in das Thema „Wirtschaftsfaktor Nachtleben“ ein. Abwechslungsreiche Ausgehmöglichkeiten seien gerade für junge Führungskräfte ein attraktiver Standortfaktor.

 

„Konkurrenz belebt das Geschäft“ ist Titel der Studie des EventKultur Rhein-Neckar e.V., die Tobias Breier, zweiter Vorsitzender des Vereins, präsentierte. Die Studie zur Musikwirtschaft in der Metropolregion Rhein-Neckar wurde gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar, der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim, der Popakademie und Startup Mannheim durchgeführt. Musik-Clubs rangieren demnach als stetes Angebot an zweiter Stelle nach Kneipen und Bars in der Relevanz für das Nachtleben der Städte. Im Vergleich diverser Musik-Club-Services werde deutlich, so Breier, dass vor allem die Vielfalt an Clubs und Angeboten unbefriedigend sei – unabhängig vom Ausgehverhalten der Befragten. Gleichzeitig müssten sich insbesondere Livemusikclubs einer immer stärkeren Regulierung und Sicherheitsbestimmungen anpassen. Dies sei, neben Kosten wie Miete und Personal, ein Treiber der Fixkosten, welche Betreiber oft vor große wirtschaftliche Herausforderungen stellten. Die Vielfalt der Nachtökonomie müsse, laut Breier, gefördert werden, damit durch „Konkurrenz“ das Nachtleben wiederbelebt und das kulturelle Angebot erweitert werde.

 

In Heidelberg hat die Stadt bereits einige Maßnahmen zur Stärkung der örtlichen Club- und Livemusik auf den Weg gebracht. So haben das Amt für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft und das Kulturamt eine Austauschplattform für Clubs, Verwaltung und Politik geschaffen. Bei den „Round Table Heidelberger Clubszene“-Gesprächen treffen sich Vertreter der Heidelberger Clubszene, der Wirtschaftsförderung und des Kulturamtes zum offenen Gespräch. Vier Round Tables haben bisher stattgefunden. Themen waren unter anderem die Ergebnisse der Clubstudie vom Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie des Geographischen Instituts der Universität Heidelberg, das neue Livemusikförderprogramm der Stadt Heidelberg, Kommunikation und Marketing bis hin zur ersten gemeinsamen Veranstaltung, dem „OpenClubDay“, der im Februar 2020 stattfinden soll. Durch das Förderprogramm für Livemusik werden Clubbetreiberinnen und -betreiber bei der Veranstaltung von Live-Konzerten unterstützt und neue Auftrittsmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler geschaffen. Erste Anträge sind bereits beim Kulturamt eingegangen, die Resonanz ist positiv.

Mannheim hat einen anderen Weg eingeschlagen, der erste „Nachtbürgermeister“ Deutschlands wurde 2018 gewählt. Hendrik Meier engagiert sich seit vergangenem Jahr für die strukturelle und nachhaltige Stärkung der Nachtkultur, die Schaffung neuer Impulse für das Nachtleben und die Moderation und Mediation in Beschwerdefällen.

 

Die 19.000-Einwohner-Stadt Bad Dürkheim wiederum will durch strukturelle Bündelungen innerhalb der Verwaltung alle Potenziale für das Thema nutzen und ein Dienstleistungsbewusstsein schaffen.

Außerdem werden neue Veranstaltungsräume geschaffen: Die „Brunnenhalle“ wird als städtische Spielstätte für kulturelle Veranstaltungen umgebaut und bietet zukünftig In- und Outdoor-Auftrittsmöglichkeiten für Künstler und Raum für das Bad Dürkheimer Nachtleben.

 

„Wie soll es in der Metropolregion weitergehen?“, fragte Marc Massoth von der Wirtschaftsförderung Heidelberg am Ende des kommunalen Treffens. „Gemeinsam!“, lautete die Antwort. Erste Idee ist die Teilnahme der Kommunen am „OpenClubDay“ am 1. Februar 2020. An diesem Tag öffnen traditionell die Club- und Musikspielstätten europaweit tagsüber ihre Türen, um einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Viele Heidelberger Clubs beteiligen sich an diesem Event. Außerdem planen die Städte unter der Federführung von EventKultur Rhein-Neckar einen gemeinsamen Auftritt der Metropolregion Rhein-Neckar, um die Nachtökonomie gemeinsam voranzubringen.

 

Ansprechpartnerin zum Thema Clubförderung bei der Stadt Heidelberg ist Lea Mader, Amt für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft, Telefon 06221 5830004, E-Mail: [email protected].

 

 

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