Heidelbergs Ziel: bis 2050 klimaneutrale Kommune

Über Jahrzehnte hinweg hat sich Heidelberg seinen Ruf als Umwelt- und Nachhaltigkeits-Hauptstadt mit vielen Netzwerk-Partnerinnen und -Partnern erarbeitet. Bereits 1992 verabschiedete Heidelberg als erste deutsche Großstadt ein kommunales Klimaschutzkonzept.

 

Städte spielen beim Klimaschutz eine Schlüsselrolle

 

Die Stadt gehört zu den 19 Modellkommunen, die von Beginn an beim „Masterplan 100 % Klimaschutz“ des Bundesumweltministeriums mitwirken (www.heidelberg.de/masterplan100). Das zentrale Ziel: Bis spätestens 2050 möchte Heidelberg zur klimaneutralen Kommune werden. Daran soll die gesamte Stadtgesellschaft mitwirken. Im Mai 2019 hat der Heidelberger Oberbürgermeister den Klimanotstand ausgerufen, um noch ambitionierter zu handeln. Im November 2019 hat der Gemeinderat einen Klimaschutzaktionsplan mit 30 konkreten Maßnahmen verabschiedet. Dahinter steht die Überzeugung: Städte spielen beim Klimaschutz eine Schlüsselrolle. In Heidelberg sind die ersten Erfolge des „Masterplan 100% Klimaschutz“ messbar: Die CO2-Emissionen sind seit 1987 um 13 Prozent zurückgegangen, trotz einer um 25 Prozent gestiegenen Bevölkerungszahl.

 

Beispiele für die Klimaschutz-Aktivitäten Heidelbergs

 

Umweltfreundliche Mobilität, energetisches Bauen und Wohnen, nachhaltiger Konsum sowie Energie und Strom aus erneuerbaren Energien sind die wichtigsten Bausteine auf dem Weg Heidelbergs zur klimaneutralen Stadt. Alle Infos zu den Umwelt- und Klimaschutzaktivitäten sowie den Projekten im Bereich Nachhaltigkeit gibt es online unter www.heidelberg.de/umwelt. Eine Auswahl:

 

  • Klimaschutzaktionsplan: Auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt hat Heidelberg im November 2019 einen großen Klimaschutz-Aktionsplan mit den ersten 30 konkreten Vorschlägen aufgelegt. Dieser Aktionsplan legt Ziele und Prioritäten innerhalb des „Masterplan 100% Klimaschutz“ fest. Über die einzelnen Maßnahmen entscheidet das Gremium dann jeweils separat. Die Vorschläge betreffen alle Lebensbereiche, von Bauen und Wohnen, Ernährung und Konsum über die naturnahe Stadtgestaltung bis zur Mobilität.
  • Mobilität: Im „Masterplan Nachhaltige Mobilität“ haben Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen verschiedene Projekte gebündelt, die kurzfristig zu einem spürbaren Rückgang der Stickstoffdioxidbelastung führen und die Luftqualität verbessern sollen. Es gibt fünf Schwerpunkte: Digitalisierung des Verkehrs, Vernetzung im Öffentlichen Personennahverkehr, Radverkehr, Elektrifizierung des Verkehrs und urbane Logistik. Bestandteil des Masterplans ist seit Januar 2019 die neue Elektrobuslinie in der Innenstadt. Mit dem Mobilitätsnetz Heidelberg wurde das Straßenbahnnetz in Heidelberg ausgebaut. Zudem baut Heidelberg die Fahrradrouten aus. Heidelberg hat schon jetzt einen der höchsten Fahrradanteile in Deutschland.
  • Investitionen in erneuerbare Energien: Gemeinsam mit den Stadtwerken Heidelberg tüftelt die Stadt an Innovationen. Seit Ende 2019 ist der neue Energie- und Zukunftsspeicher der Stadtwerke mit dem Fernwärmenetz verbunden. Mit ihm macht Heidelberg einen großen Schritt in Richtung „grüne“ Energieversorgung. Zudem erzeugen ein Holz-Heizkraftwerk, dezentrale Biogas-Blockheizkraftwerke, ein Wasserkraftwerk, drei Holzhackschnitzel-Heizanlagen, drei Biogasanlagen sowie zahlreiche thermische Solaranlagen umweltfreundliche Wärme.
  • Altbausanierung: Für die energetische Altbausanierung hat die Stadt ein millionenschweres Förderprogramm aufgelegt. Seit 1997 gibt es eine kostenlose Energieberatung.
  • Niedriger Energieverbrauch städtischer Gebäude: Durch energetisches Bauen und Sanieren konnte die Stadt den Energieverbrauch in ihren eigenen Gebäuden um mehr als die Hälfte verringern. Die kommunalen Liegenschaften werden zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt.
  • Passivhäuser: Die Stadt Heidelberg baut schon seit vielen Jahren nur noch Passivhäuser. Ein Klimaschutzprojekt mit internationalem Vorbildcharakter ist die Bahnstadt: Für den gesamten Stadtteil gilt die Passivhaus-Bauweise als Standard. Die Wärmeversorgung erfolgt durch Fernwärme, die zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt wird.
  • Solar und Photovoltaik: Zum Ausbau der Photovoltaik sollen alle Potenziale auf den Dächern von städtischen Gebäuden und auf denen der städtischen Gesellschaften genutzt werden. Es gibt für die Bürgerschaft eine Solarkampagne mit kostenloser Beratung und Öffentlichkeitsarbeit. Es gilt zudem die Verpflichtung zur Photovoltaiknutzung auf Neubauten. Außerdem beteiligen sich die Stadtwerke Heidelberg an der neuen Gesellschaft Trianel Wind und Solar GmbH & Co KG (TWS). Ziel ist es, im Verbund mit weiteren Stadtwerken die Entwicklung von Solar- und Windenergie-Anlagen bundesweit voranzutreiben. Stadt und Stadtwerke Heidelberg werden über die Kooperation überregional mehrere Sonnen- und Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 14 Megawatt umsetzen – dadurch können 13.000 Haushalte versorgt werden. Das entspricht in etwa jedem sechsten Heidelberger Haushalt.
  • Klimawandel-Anpassungskonzept: Heidelberg hat bereits 1995 und 2015 ein Stadtklimagutachen erstellt und stellt sich in punkto Hochwasser und Hitzebelastung auf den Klimawandel ein. Die Stadt hat bei ihrem Starkregenrisiko-Management ein Vorsorge-Konzept für die Bürgerschaft und Unternehmen erstellt.
  • Stadtgärtnerei bio-zertifiziert: Als bundesweit erste Gärtnerei in kommunaler Hand hat die Heidelberger Stadtgärtnerei im Jahr 2017 das Bio-Zertifikat der Europäischen Union erhalten. Alle Beet-, Balkon- und Zierpflanzen im Stadtgebiet stammen aus der biologischen Produktion der Stadtgärtnerei.
  • Zertifizierter „Erholungswald“: Heidelberg hat im Jahr 2015 als erste Stadt in Deutschland nach den PEFC-Standards das Zertifikat „Erholungswald“ für die hohe Naherholungs-Qualität seines gesamten Waldes erhalten. Das weltweit anerkannte Gütesiegel PEFC („Programme for the Endorsement of Forest Certification Systems“) wurde Heidelberg bereits 2001 für seine nachhaltige Forstwirtschaft verliehen.
  • Nachhaltiges Wirtschaften: Mit diesem Projekt unterstützt die Stadt kleine und mittlere Unternehmen dabei, ein Umweltmanagementsystem aufzubauen. Betriebsabläufe werden optimiert, Energiekosten gesenkt und Geld gespart. Bereits 140 Unternehmen haben daran teilgenommen.
  • Förderprogramme: Es gibt zahlreiche Förderprogramme für Bürgerinnen und Bürger, für Haus- und Wohnungsbesitzer, Unternehmen oder Vereine. Unterstützung gibt es beispielsweise für energiesparendes Bauen und Sanieren, für Investitionen zugunsten von Energie- und CO2-Reduktionen, für Elektro- und Hybridfahrzeugen mit Batterien oder Wasserstoff-Antrieb, für die Errichtung von Ladestationen oder die Entsiegelung von Flächen.
  • Anreizsystem bei Abfalltrennung: In Heidelberg sind die Abfallgebühren so gestaltet, dass immer ein finanzieller Anreiz zur getrennten Sammlung besteht.
  • Ökologisch und regional erzeugte sowie fair gehandelte Produkte: Unter dem Motto „bio.regional.fair“ sollen die Bürgerinnen und Bürger für den Verzehr von regionalen, Bio- und fair gehandelten Produkten gewonnen werden. Die Stadt unterstützt Einzelhändler und Gastronomen, bei der Umstellung auf nachhaltige Produkte. Mit einer Regionalvermarktungsgesellschaft werden Landwirte und Gärtner bei der Vermarktung der lokalen Produkte unterstützt. Beim eigenen Wareneinkauf bevorzugt die Stadt Produkte aus fairem Handel und Waren aus regionaler, möglichst ökologischer Produktion.
  • Erhalt der biologischen Vielfalt: Mit dem Artenschutzplan, Artenschutzprogrammen und der Entwicklung einer Biodiversitätsstrategie will die Stadt die Vielfalt der Arten und Biotope durch gezielte Maßnahmen erhalten und fördern.
  • Ökostrom: 100 Prozent der Schulen und Kindergärten sind auf Ökostrom umgestellt.
  • Bürgerbeteiligung: Als eine der ersten Städte hat Heidelberg eine systematische und breite Bürgerbeteiligung entwickelt. Diese hat sich auch bei vielen grünen Themen bewährt, beispielsweise bei Runden Tischen, vielen Einzelprojekten und bei der Klimaschutzkampagne.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Informationen...

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen