Hilfe für den Wald

Fördergelder beim Land beantragt

Ein Polter mit entrindeten Fichten am Rand eines Forstwegs (Bildquelle: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis)

Die zunehmend heißen und trockenen Sommer belasten unsere Wälder schwer. Forstleute und Waldbesitzer müssen daher immer öfter gewohnte Pfade verlassen und verstärkt Arbeit in den Erhalt der heimischen Wälder investieren, um den direkten und indirekten Folgen des Klimawandels zu begegnen.

Die Hauptursache für Waldschäden waren im Rhein-Neckar-Kreis 2022 die Insekten. Besonders die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher haben den geschwächten Fichten schwer zu schaffen gemacht und sie stellenweise innerhalb weniger Wochen zum Absterben gebracht. Auch Pilze wie beispielsweise die Ahorn-Rußrindenkrankheit waren dieses Jahr auf dem Vormarsch. Doch auch ohne Zutun von Pilzen oder Insekten können Bäume alleine durch die trockene und warme Witterung absterben. Besonders alte Buchen schaffen es nicht mehr das wenige verbleibende Wasser bis in die Kronenspitzen zu pumpen und sterben von oben herab ab.

Um Waldschäden – wenn möglich – wenigstens einzudämmen, arbeiten Waldbesitzende, Revierleitende, Mitarbeitende des Kreisforstamtes und Forstunternehmer eng zusammen. Besonders bei „ansteckenden“ Erregern wie Insekten- oder Pilzbefall müssen die betroffenen Bäume innerhalb weniger Tage oder Wochen gefällt, aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden. So werden die gesunden Bäume bestmöglich geschützt und eine Massenvermehrung der Insekten und Pilze verhindert. Insgesamt wurde 2022 in den Kommunalwäldern des Rhein-Neckar-Kreises 35.224 Festmeter Schadholz aufgearbeitet.

Bei Fällungen verbleiben die Äste und dünnere Kronenteile normalerweise im Wald, um den Nährstoffkreislauf aufrecht zu erhalten. Da aber besonders bei der Fichte die Kronenteile und Äste ein geeignetes Brutmaterial für die Borkenkäfer sind, müssen sie in diesem Fall unattraktiv für die Käfer gemacht werden. Am besten geht das, indem die Kronenteile zeitnah direkt im Wald mit mobilen Hackern zu Hackschnitzeln verarbeitet werden. Die entstandenen Hackschnitzel können dann energetisch verwertet werden.

Da Stammholz aus logistischen Gründen nicht immer innerhalb weniger Tage aus dem Wald und ins Sägewerk gefahren werden kann, ist es wichtig, die Käfer unter der Rinde am Ausfliegen zu hindern. Um den Einsatz von Insektiziden möglichst zu verhindern, werden ganze Baumstämme entrindet. Dafür kommt ein LKW mit entsprechendem Aufbau zum Einsatz, der die Rinde direkt im Wald von den Stämmen entfernt. „Der Einsatz dieser Maschinen ist nur sinnvoll, wenn eine größere Menge Holz konzentriert an einem Ort lagert“, berichtet der Holzverkäufer und Organisator der Entrindungsaktion, Julian Meyer. Im Jahr 2022 konnte für etwa 1.320 Festmeter Nadelholz in den Kommunal- und Privatwäldern eine Entrindung möglich gemacht werden.

Unter der Trockenheit im Sommer leiden auch junge, frisch gepflanzte Bäume. Sie brauchen Wasser um anzuwachsen. Um die Pflänzchen zu retten, wurden sie in einigen Revieren bis zu drei Mal bewässert. In Sinsheim hat sich auch die örtliche freiwillige Feuerwehr daran beteiligt. Insgesamt wurden im Kreisgebiet in diesem Sommer 93.000 m² Pflanzfläche bis zu dreimal bewässert.

Durch die Arbeiten im Wald, die durch Extremwetterereignisse entstehen, fallen vielerorts hohe Kosten für die Waldbesitzenden an. Deshalb unterstützt das Land Baden-Württemberg diese Arbeiten finanziell. Aufarbeiten, Hacken und Entrinden von Schadholz, aber auch das Bewässern von frisch gepflanzten Bäumen wird zu unterschiedlichen Anteilen gefördert. Die waldbesitzenden Gemeinden und Privatwaldbesitzenden im Rhein-Neckar-Kreis haben mit Unterstützung des Kreisforstamts im Jahr 2022 insgesamt über eine viertel Million Euro Fördergelder beim Land Baden-Württemberg beantragt.

Forstamtsleiter Manfred Robens ist froh über die Förderung: „Diese finanzielle Unterstützung trägt dazu bei, die negativen Folgen des Klimawandels ein wenig abzufangen und die schwer belasteten Waldbesitzer in dieser schwierigen Situation zu unterstützen.“

Quelle: Landratsamt RNK

 

 

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