Neuer Moderna-Impfstoff gegen Omikron

Neuer Moderna-Impfstoff gegen Omikron zur Auffrischimpfung ab Mittwoch, 30. November, in den Impfstützpunkten des Kreises verfügbar

Der bivalente Impfstoff Spikevax von Moderna gegen die SARS-CoV-2–Variante Omikron BA.4/BA.5 kann ab Mittwoch, 30. November, in den Impfstützpunkten des Rhein-Neckar-Kreises an über 30-jährige Personen verimpft werden, teilt die Koordinierungsstelle Testen und Impfen beim Landratsamt mit.

Nach Studiendaten des Herstellers bewirkt der neue Impfstoff nach einer Auffrischimpfung eine überlegene Antikörperantwort gegen die derzeit kursierenden Omikron-Varianten im Blut von Probanden im Vergleich zu einer Booster-Impfung mit den nicht angepassten, monovalenten Impfstoffen. Ebenfalls konnte eine Wirksamkeit gegen die sich derzeit stark ausbreitende Variante BQ.1.1 festgestellt werden. Kürzlich veröffentlichte Studiendaten des Herstellers Biontech beschreiben ähnliche Ergebnisse nach Booster-Impfungen mit dem angepassten bivalenten Impfstoff Comirnaty. In diesem Zusammenhang konnte auch gezeigt werden, dass Probanden nach Impfung und Infektion die höchste Konzentration an Antikörpern gegen die aktuellen SARS-CoV-2-Viren aufwiesen und somit den besten Schutz gegen einen schweren Verlauf der Erkrankung haben. 

„Sowohl eine vorherige Infektion als auch eine hybride Immunität, also eine Impfung plus Infektion, boten einen größeren und nachhaltigeren Schutz gegen die derzeit zirkulierenden Omikron-Varianten als eine Impfung allein. Der Schutz gegen eine Re-Infektion ließ zwar im zeitlichen Verlauf nach wenigen Monaten deutlich nach, blieb aber bezüglich der Vermeidung von Krankenhausaufenthalten oder schweren Verläufen der Erkrankung hoch“, fasst Dr. Christoph Harter eine von der WHO unterstützte und kürzlich veröffentlichte Metaanalyse aus Kanada zusammen. Dr. Harter ist ärztlicher Leiter der Koordinierungsstelle Testen und Impfen beim Landratsamt. Personen mit hybrider Immunität hatten der Metaanalyse zufolge den stärksten und dauerhaftesten Schutz für alle Verlaufsformen. Auswertungen eigener Daten aus Untersuchungen von Heimausbrüchen im Rhein-Neckar-Kreis bestätigen laut Dr. Harter diese Entwicklungen auch in Alten- und Pflegeheimen.

Die Zahl gemeldeter Corona-Fälle hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter abgenommen. Ebenfalls rückläufig entwickeln sich die Fälle, die mit einer schweren akuten Atemwegsinfektion und Covid-19-Diagnose im Krankenhaus behandelt werden müssen. Am stärksten von schweren Krankheitsverläufen betroffen sind aber weiterhin Menschen ab 80 Jahren. Ergebnisse von Abwasseruntersuchungen bezüglich der Viruslast ergeben weiterhin ein heterogenes Bild in Deutschland. In bestimmten Regionen steigen, in anderen Regionen fallen die Werte. Im Rhein-Neckar-Kreis bzw. der Stadt Heidelberg zeigen sich bei nachlassenden Meldezahlen weitestgehend stabile Abwasserwerte. Das RKI meldet für die letzten Wochen einen Rückgang der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen bei jedoch leicht erhöhten Mortalitätsraten.

„Die Pandemie ist damit aber noch nicht vorbei – das Coronavirus ist weiterhin Teil unseres Alltags. Bedingt durch die rückläufigen Testzahlen werden wir eine mögliche Winterwelle durch die mit deutlicher Dynamik zunehmende Omikron-Variante BQ.1.1 möglicherweise nur schwerlich erkennen. Daher sollten weiterhin alle Möglichkeiten genutzt werden, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Hierzu gehört die hybride Immunität – Impfen ist also weiterhin ausgesprochen wichtig“, erläutert Dr. Christoph Harter.

Um diesen optimalen Schutz der Hybridimmunität sicher zu erreichen, ist es erforderlich, die weiterhin bestehenden Impflücken in der Bevölkerungsgruppe der über 12-Jährigen (3. Impfung) und der über 60-Jährigen (4. Impfung) zu schließen. Hierfür sind Auffrischimpfungen (nach den aktuellen STIKO-Empfehlungen) auch nach einer Infektion im Abstand von 6 Monaten dringend zu empfehlen. Dr. Harter fügt hinzu: „Eine hybride Immunität ist aber keine „Superhelden-Immunität“. Eine amerikanische Studie, bei der im Zeitraum von März 2020 bis April 2022 über fünf Millionen medizinische Daten ausgewertet wurden, zeigt, dass sich das Risiko für organische Folgeerkrankungen, aber auch Hospitalisierung und Tod durch wiederholte Infektionen erhöht. Wir sollten also auch und insbesondere zu Beginn der Wintersaison wachsam bleiben und Maßnahmen, wie Masketragen und Abstandhalten, ergreifen, um auch (Re-)Infektionen zu vermeiden.“

INFO: Termine für Impfungen für Personen ab 12 Jahre in den drei Impfstützpunkten des Kreises in Eberbach (Theodor-Frey-Straße 4), Patrick-Henry-Village Heidelberg (South-Gettysburg-Avenue 45) und Sinsheim (Breite Seite 3) sind schnell und unkompliziert möglich über das Buchungstool https://c19.rhein-neckar-kreis.de/impftermin oder telefonisch über die Corona-Hotline 06221/522-1881 (montags bis freitags jeweils von 8 bis 12 Uhr). Zudem gibt es auch eine landesweite Übersicht unter www.impftermin-bw.de.

Quelle: Landratsamt RNK

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