Rund 1.800 neue Wohnungen im Heidelberger Süden

Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck besuchte die Konversionsflächen MTV und Hospital

Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck (m) besucht die Wohnungen der GGH im Mark Twain Village an der Römerstraße, Ronald Odehnal (l) und Geschäftsführer Peter Bresinski (r) erklären das Konzept.
Alle Fotos: Philipp Rothe

Die Entwicklung der Konversionsflächen in der Südstadt und in Rohrbach schreitet voran. Besonders im Mark-Twain-Village (MTV) ist der Baufortschritt deutlich erkennbar. Fast 1.000 Menschen leben bereits in dem neuen Quartier. Auch auf dem Gelände des ehemaligen Hospitals der US-Armee laufen die Erschließungsarbeiten auf Hochtouren: Die Tiefbauarbeiten sind abgeschlossen, im kommenden Jahr folgt die Fertigstellung der Freiflächen, danach kann mit dem Hochbau begonnen werden. Über den aktuellen Stand der Bauarbeiten informierte sich Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck im Rahmen seiner Sommertour am Donnerstag, 2. September 2021, gemeinsam mit Peter Bresinski, Geschäftsführer der Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg (GGH).

Blick auf die Bauarbeiten im Mark-Twain-Village: Auf der ehemaligen US-Fläche in der Heidelberger Südstadt entstehen unter anderem rund 1.200 Wohneinheiten.

„Auf den Konversionsflächen MTV und Hospital schaffen wir in den kommenden Jahren insgesamt rund 1.800 Wohnungen. Ein großer Teil davon wird geförderter Mietwohnraum. Davon profitieren vor allem Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen, die auf dem freien Markt in Heidelberg oft nur schwer eine Wohnung finden“, sagt Jürgen Odszuck. „Das Hospital-Areal sticht besonders hervor. 40 Prozent der geplanten 600 Wohnungen sind als geförderter Wohnraum vorgesehen. Gering- und Normalverdiener müssen hier maximal 30 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Warmmiete zahlen.“

 

Im Falle des Hospital-Areals ist die GGH als Erschließungsträgerin für die Baufreimachung des Geländes zuständig und baut dort selbst rund 240 geförderte Wohnungen sowie das Quartiersparkhaus. „Die GGH ist die größte Vermieterin in Heidelberg und übernimmt eine besondere Verantwortung für den kommunalen Wohnungsmarkt. Zudem erbringen wir vielseitige Immobiliendienstleistungen, mit denen wir unsere Stadt und die Konversionsflächen aktiv mitgestalten. Für das neue Hospital-Quartier setzen wir dabei auf zukunftsweisende Konzepte, die teilweise deutschlandweit einzigartig sind“, sagt Peter Bresinski.

 

Ziele technologieoffen erreichen

 

Im Sinne der städtischen Klimaschutzziele ist eine klimafreundliche Quartiersversorgung für das Hospital-Areal vorgesehen. Leitgröße ist dabei vorrangig die CO2-Emission und nicht allein der Heizwärmebedarf. Die Energieversorgung der Gebäude soll technologieoffen erfolgen. Photovoltaik-Anlagen dienen der lokalen Energieerzeugung. Zudem sind die solare Aktivierung der Gebäudefassaden und hocheffiziente Fernwärme-Hausübergabestationen geplant. Im Inneren wird das Quartier nahezu autofrei sein: Es gilt ein reduzierter Stellplatzschlüssel von 0,7 Autos pro Haushalt, privates Parken ist nur in einzelnen Tiefgaragen an den Rändern sowie in der Quartiersgarage möglich. Für die „letzte Meile“ bis zur Haustür wird es Angebote wie Lastenräder oder Bollerwägen geben. Auch Car- und Bikesharing mit E-Mobilität sowie der Ausbau der Radwege sind geplant.

 

Die großzügigen Grün- und Freiräume werden so angelegt, dass sie zu Verknüpfungs- und Anziehungspunkten für die benachbarten Stadtviertel werden. Im Zentrum entsteht ein rund 7.000 Quadratmeter großer Park mit zentraler Spiel- und Liegewiese sowie großzügigen Spielplätzen. Zur Parkgestaltung fand im März eine Online-Bürgerbeteiligung statt. Als nächstes beginnt die konkrete Planung: Um ein geeignetes Landschaftsarchitekturbüro zu finden, soll eine Mehrfachbeauftragung durchgeführt werden. Ziel ist es, den Park 2023 zu realisieren.

 

1.200 Wohneinheiten im Mark-Twain-Village

 

Die Entwicklung des Mark-Twain-Village mit rund 1.200 Wohneinheiten, Gewerbeflächen und sozialer Infrastruktur trägt ebenfalls dazu bei, den Wohnungsmarkt in Heidelberg zu entlasten. Realisiert wird das Quartier von der MTV Bauen und Wohnen GmbH & Co. KG, in der sich die Baugenossenschaften Familienheim Heidelberg und Neu Heidelberg, die GGH sowie die Heidelberger Volksbank und die Volksbank Kurpfalz zusammengeschlossen haben.

Von den geplanten 600 Wohnungen auf Hospital sind 40 Prozent als geförderter Wohnraum vorgesehen. Siegbert Braag (von links), Projektleitung GGH, Stephan Grupe, Konversionsgesellschaft Heidelberg mbH, Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck und GGH-Geschäftsführer Peter Bresinski erläuterten die Pläne für das Areal.

Die GGH erbringt das Projektmanagement für Hochbau- und für einige Straßenbaumaßnahmen sowie das kaufmännische und technische Bestandsmanagement und sie verantwortet das Gesamtprojektcontrolling. Sie wird die Entwicklung noch mindestens fünf Jahre lang aktiv betreuen und nach Abschluss voraussichtlich rund 260 Mietwohnungen in ihren Bestand übernehmen.

 

Preiswerter Wohnraum in der Südstadt

 

Im städtebaulichen Vertrag für MTV wurde festgeschrieben, dass 40 Prozent der Wohnungen im preisgünstigen Mietsegment, 30 Prozent der Wohnungen im Eigentumssegment für sogenannte Schwellenhaushalte und weitere 30 Prozent im Segment „freier Markt“ entstehen sollen.

 

Eine beispielhafte Mietwohnung im Mark-Twain-Village besichtigten Erster Bürgermeister Odszuck und GGH-Geschäftsführer Bresinski an der Römerstraße: Dank Mietpreisreduzierung beträgt die Warmmiete für die barrierefreie Vier-Zimmer-Wohnung mit 95 Quadratmetern Wohnfläche plus Stellplatz nur rund 1.040 Euro. Ende des Jahres wird die Neubauwohnung an einen 5-Personenhaushalt übergeben.

 

Bereits im Sommer dieses Jahres wurden die ersten Neubauwohnungen, für die ein Wohnberechtigungsschein erforderlich ist, bezogen. Bis Ende 2021 werden voraussichtlich 90 geförderte Mietwohnungen fertiggestellt und vermietet. 2022 entstehen rund 150 weitere geförderte Wohneinheiten. Für 2023 sind rund 80 Mietwohnungen geplant.

 

Im Herbst/Winter 2021 beginnt der Verkauf der Eigentumswohnungen an Schwellenhaushalte im Quartier an der Elsa-Brändström-Straße (Baufeld B2) mit 51 Wohnungen, davon 13 im Neubau und 38 sanierte Bestandswohnungen. Im nächsten Jahr kommen rund weitere 100 Eigentumswohnungen auf den Baufeldern B1 und B3 in die Vermarktung, davon 24 Neubau- und 76 sanierte Bestandswohnungen.

 

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