SV Waldhof Mannheim 07 übernimmt Arbeitsdefinition der IHRA zur Bekämpfung von Antisemitismus

Der SV Waldhof Mannheim 07 übernimmt die IHRA-Arbeitsdefinition, die dabei helfen soll, Antisemitismus zu erkennen, zu definieren und zu bekämpfen:

„Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“

(https://www.holocaustremembrance.com/de/resources/working-definitions-charters/arbeitsdefinition-von-antisemitismus)

Die Internationale Allianz zum Holocaust-Gedenken (International Holocaust Remembrance Alliance; IHRA) wurde 1998 auf Initiative des ehemaligen schwedischen Premierministers Göran Persson ins Leben gerufen, zunächst als „Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research, ITF“. Die Mitglieder der IHRA haben sich zur Einhaltung der Stockholmer Erklärung von 2000 verpflichtet, die unterstreicht, dass die Beispiellosigkeit des Holocaust für alle Zeit von universeller Bedeutung sein wird. Sie enthält Verpflichtungen im Hinblick auf das Erinnern an den Holocaust, die Aufklärung nachfolgender Generationen über das Ausmaß des Holocaust und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen, um auf eine Welt ohne Völkermord hinzuarbeiten.

(https://ihra2020.diplo.de/ihra-de/ihra/-/2308834)

Im Zuge der Übernahme der IHRA-Arbeitsdefinition finden gemeinsam mit dem Fanprojekt Mannheim und der Jüdischen Gemeinde Mannheim verschiedene Veranstaltungen statt:

  • Frühjahr/Sommer 2022: Podiumsdiskussion mit Impulsvortrag zum Thema Antisemitismus im Fußball (Volksbad Mannheim)
  • März – 29. April 2022: Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball“ (https://www.niewieder.info/informieren/pages/Ausstellungen.htm) in der Stadtbibliothek Mannheim; Ausstellungseröffnung am 29. März 2022 um 17 Uhr
  • ab Mitte März 2022 werden sonntags Stadtführungen mit Fußballbezug durch das jüdische Mannheim angeboten; die genauen Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben

Der Beauftrage der Landesregierung von Baden-Württemberg gegen Antisemitismus, Dr. Michael Blume, lobte das Engagement des SV Waldhof und auch die Bearbeitung dieses Themas durch Veranstaltungsformate: „Damit ist der SV Waldhof Mannheim 07 ein weiterer großer Club, der sich aktiv gegen Antisemitismus und für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft einbringt. Die Botschaft hinter diesem Einsatz ist stark: woher auch immer Du kommst und woran Du auch glaubst, Sport verbindet und lädt uns dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, Siege zu feiern und auch an Niederlagen gemeinsam zu wachsen, statt auf bequeme, aber falsche Verschwörungsmythen auszuweichen.“

Alon Meyer, Präsident von MAKKABI Deutschland e.V. zur Übernahme der Arbeitsdefinition durch den SV Waldhof: „Wir freuen uns, dass mit dem SV Waldhof Mannheim 07 ein weiterer Verein aus den deutschen Profiligen diesen wichtigen Schritt im Kampf gegen Antisemitismus geht und die Definition der IHRA annimmt. Wir hoffen, dass sich noch viele weitere Akteur:innen diesem zivilgesellschaftlichen Engagement anschließen und ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus setzen.“

Fußball ist für alle da. Im Stadion treffen Fans mit unterschiedlichen Hintergründen aufeinander und feiern zusammen die Mannschaft, den Verein, das Stadionerlebnis. Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass hier Rassismus, Antisemitismus, LGBTIQ+-Feindlichkeit, aber auch jegliche anderen Formen der Diskriminierung keinen Platz finden. Der SV Waldhof ist ein Verein für alle und nimmt alle herzlich auf. Er ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und möchte mit der Übernahme der IHRA-Arbeitsdefinition ein Zeichen setzen, dass Antisemitismus im Stadion nichts verloren hat.

„Das Fanprojekt begrüßt diesen Schritt des SV Waldhof ausdrücklich. Antisemitismus ist leider nach wie vor ein Problem in Teilen der Gesellschaft und die Übernahme der IHRA-Arbeitsdefinition ist ein wichtiger Schritt, um sich klar gegen Antisemitismus zu bekennen“, so Tilo Dornbusch für das Fanprojekt Mannheim.

Quelle: SV Waldhof Mannheim 07

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