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Theater in Weinheim: „Tod eines Handlungsreisenden“mit Helmut Zierl am Mittwoch, 12. Februar in der Stadthalle in Weinheim  

4. Februar 2020 | Freizeit, Leitartikel, Theater, Veranstaltungen, Weinheim

Die Entlarvung des American Dreams

 

Foto; Tom Philippi

Weinheim. „Tod eines Handlungsreisenden“ – das 1949 uraufgeführte und mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Meisterwerk von Arthur Miller ist auch heute, oder gerade heute, von beklemmender Aktualität. In Zeiten von Hartz IV, weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrisen und des Diktats des Neoliberalismus wird es zu einer treffenden Charakterstudie eines Menschen, der in einer rein dem Profit und der Rendite verpflichteten Gesellschaft zum Verlierer wird.

Zu sehen ist es mit Helmut Zierl in der Hauptrolle am Mittwoch, 12. Februar, 20 Uhr bei der Kulturgemeinde in der Weinheimer Stadthalle. Um 19.15 Uhr wird eine interessante Stücke-Einführung auf dem Balkon angeboten.

Willy Loman ist nach Jahrzehnten zermürbenden Berufslebens alt geworden, die Verkaufszahlen sinken, seine Firma entlässt ihn. Halt sucht er bei seiner Familie vergebens, denn dieser ist der verschuldete Handlungsreisende schon längst fremd geworden. All seine Hoffnung hatte er auf seine beiden Söhne projiziert, doch beide sind in ihren Berufen gescheitert und sind genauso erfolglos wie der Vater. Vergeblich versucht Linda, Willys Frau, die aufbrechenden Konflikte zu kaschieren. Als Loman auch von seinen Söhnen zurückgestoßen wird, sieht er nur noch einen einzigen Ausweg und fällt eine radikale Entscheidung. Millers Entlarvung des „american dream“ als falschen Traum, der den Blick auf das eigene Leben verstellen kann, zeigt einen nicht wegzudiskutierenden Aspekt unserer aktuellen gesellschaftlichen Verwerfungen – die Lomans sind überall anzutreffen. In einer psychologisch präzisen Charakterstudie zeichnet Miller in dramaturgisch höchst eleganten Überblendungen und Zeitsprüngen den Weg nach, an dessen Ende die Lomans angekommen sind. Jede Aufführung des „Handlungsreisenden“ steht oder fällt mit dem Darsteller der Titelfigur: Helmut Zierl feilt diesen differenzierten Part mit intensiver Tiefenschärfe aus und brilliert in seinem ständigen Schwanken zwischen Euphorie, Zorn und Depression – am Ende sieht man einen gebrochenen, total erschöpften Mann.

Tickets gibt es im Vorverkauf über die Geschäftsstelle der Kulturgemeinde Weinheim in der Stadthalle, telefonisch unter 06201/12 28 2, Montag bis Freitag von 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, an Vorstellungstagen von 9 bis 12 Uhr oder rund um die Uhr unter www.kulturgemeinde.de.

 

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