Tourismus in Baden-Württemberg erreicht 2019 neue Höchstwerte

Brenner: in allen Monaten 2019 zugelegt – über 57 Millionen Übernachtungen (+4,2 %)

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Symbolfoto: envato

Baden-Württemberg erfreut sich als Reiseland weiterhin wachsender Beliebtheit. Seit 2010 steigen die Gäste- und Übernachtungszahlen in den Beherbergungsbetrieben im Südwesten kontinuierlich an. Im Jahr 2019 erwirtschaftete die Tourismusbranche im Land erneut ein Rekordergebnis. Wie der Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf MdL, und die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse mitteilten, stieg die Zahl der Gästeankünfte auf 23,3 Millionen (Mill.). Das waren über 0,8 Mill. oder 3,8 % mehr Gäste als 2018. Die Zahl der Übernachtungen erreichte 2019 die Marke von 57,2 Mill., was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme um gut 2,3 Mill. oder 4,2 % entspricht. Auch 2019 lag die Zahl der Übernachtungen wieder in allen Monaten über den Vorjahreswerten. Spitzenwerte erreichte der Zuwachs bei den Übernachtungen im April (+6,4 %) und im Juni 2019 (+7,0 %). Die Tourismusbranche Baden-Württembergs zeigt damit im Bundesvergleich eine überdurchschnittliche Entwicklung: Deutschlandweit stieg die Zahl der Übernachtungen nur um 3,7 %.

Geschäft mit Gästen aus dem Ausland erneut stark

Das Reiseland Baden-Württemberg zieht nach wie vor überwiegend Gäste aus Deutschland an. 2019 kamen rund 77 % der insgesamt 23,3 Mill. Reisenden aus dem Inland und buchten rund 79 % der Übernachtungen. Demgegenüber stammten 5,4 Mill. bzw. mehr als 23 % der Gäste aus dem Ausland. Ihnen sind 12,2 Mill. bzw. gut 21 % der Übernachtungen zuzurechnen. Die positive Gesamtentwicklung des Landestourismus in den letzten Jahren ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass Baden-Württemberg für ausländische Touristen offenbar weiter an Attraktivität gewonnen hat: Während die Zahl der Gäste aus Deutschland gegenüber 2010 um gut 35 % stieg, wuchs die der Gäste aus dem Ausland um 54 %. Die Zahl der Übernachtungen von Touristen aus Deutschland stieg gegenüber 2010 um knapp 27 %, die der internationalen Gäste um rund 53 %.

Die wichtigsten Herkunftsländer 2019: Schweiz, Niederlande und Frankreich

Das mit großem Abstand wichtigste ausländische Herkunftsland war 2019 die Schweiz mit 1,4 Mill. Gästen (+5,2 %) und 2,8 Mill. Übernachtungen (+6,9 %). An zweiter Stelle standen die Niederlande mit rund 0,6 Mill. Gästen (+4,7 %) und 1,3 Mill. Übernachtungen (+8,5 %). Auf Rang drei folgte 2019 Frankreich mit gut 0,5 Mill. Gästen (+7,8 %) und rund 1 Mill. Übernachtungen (+7,3 %). Aus Asien stammten knapp 0,5 Mill. Touristen (-1,2 %) mit rund 1,3 Mill. Übernachtungen (−3,8 %) und aus den USA knapp 0,3 Mill. Gäste (+1,7 %) mit rund 0,8 Mill. Übernachtungen (+2,2 %).

Campingtrend stabil: plus 0,8 % bei den Übernachtungen

2019 wurden knapp zwei Drittel (64 %) der Übernachtungen in der Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen) gebucht. 24 % entfielen auf die sogenannte Parahotellerie, zu der Einrichtungen wie Ferien- und Erholungsheime, Schulungsheime, Ferienwohnungen, Jugendherbergen oder Campingplätze zählen. Die Vorsorge- und Rehakliniken kamen auf einen Marktanteil von rund 12 %. Nach einem starken Vorjahr (Übernachtungen +15 %) konnten die Campingplätze 2019 das neue Niveau mit einem Plus von 0,8 % und einem Marktanteil von 8 % halten. Auch die Ferienhäuser- und Ferienwohnungen schnitten mit einem Übernachtungsplus von 5 % bei einem Marktanteil von 4 % gut ab. Dem gegenüber konnten die baden-württembergischen Hotels, die mit 23,1 Mill. Übernachtungen einen Marktanteil von gut 40 % aufweisen, ihre Übernachtungszahlen gegenüber 2018 lediglich um 1,7 % steigern und liegen damit unter der landesdurchschnittlichen Zunahme der Übernachtungszahlen von 4,2 %.

Reisegebiete: Württembergisches Allgäu-Oberschwaben Spitzenreiter

Die regionale Analyse der Übernachtungszahlen zeigt, dass sich der Landestourismus vor allem auf die Reisegebiete Schwarzwald (Marktanteil Übernachtungen 2019: rund 40 %), das nördliche Baden-Württemberg (knapp 18 %), die Region Stuttgart (gut 16 %) und den Bodensee (rund 9 %) konzentriert. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Übernachtungszahlen in nahezu allen Reisegebieten Baden-Württembergs erhöht. Besonders hohe Zuwächse verbuchten das Württembergische Allgäu-Oberschwaben (+37,2 %), der Hegau (+7,2 %) sowie der Mittlere Schwarzwald und das Nördliche Baden-Württemberg (beide +4 %). In den „Klassikern“ Nördlicher Schwarzwald (−0,4 %) und Bodensee (−1,1 %) hingegen schlug die Entwicklung ausgehend von traditionell hohen Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht ins Minus aus. Insgesamt betrachtet bilanziert das mit Blick auf den Marktanteil dominierende Reisegebiet Schwarzwald insgesamt für 2019 gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 2,5 % bei den Übernachtungen. Die Beherbergungsbetriebe im Reisegebiet Bodensee-Oberschwaben verzeichneten trotz leicht rückläufiger Übernachtungszahlen am Bodensee bei einem Marktanteil von gut 18 % ein sattes Plus von 12,8 %.

30 der 44 Stadt- und Landkreise mit positiver Übernachtungsentwicklung

Mit 30 von 44 wies eine deutliche Mehrheit der Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs eine positive Übernachtungsentwicklung auf. 13 Stadt- und Landkreise verbuchten Übernachtungszuwächse von 4 % und mehr. Darunter befanden sich mit Heilbronn, Mannheim, Ulm, Freiburg, Heidelberg und Stuttgart sechs der insgesamt neun Stadtkreise des Landes.

Bei der Analyse der regionalen Entwicklung der Übernachtungszahlen im Vergleich zu 2018 zeigt sich aber auch eine relativ breite Streuung: Das Feld reicht von einem Rückgang von 5,8 % im Alb-Donau-Kreis und im Stadtkreis Pforzheim bis zu einem Zuwachs von 59,2 % im Landkreis Ravensburg. Insgesamt 13 Stadt- und Landkreisen gelang es 2019 nicht, ihr Übernachtungsergebnis aus dem Vorjahr zu halten oder es zu verbessern. Darunter befanden sich mit dem Hohenlohekreis und dem Landkreis Heidenheim allerdings zwei Kreise, die ihr Vorjahresergebnis nur knapp, nämlich um 0,2 % bzw. um 0,9 % verfehlten.

Wachstumsfaktor Tourismus: Höchster Zuwachs bei Gemeinden mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern

Die Auswertung nach Gemeindegrößenklassen zeigt, dass 2019 fast durchgängig ein gutes Jahr war: Fast alle Größenklassen zeigen Steigerungen bei den Übernachtungszahlen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Die bedeutendsten Zuwächse verbuchten mit einem Plus von 13,4 % erneut die Gemeinden der Größenklassen 20 000 bis unter 50 000 Einwohner. Für Gemeinden der Größenklasse 5 000 bis unter 10 000 Einwohner hingegen brachte das Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 1,4 %.

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