Vizebürgermeister Ilie Ceban berichtet im Hauptausschuss über die Flüchtlingslage in Chişinău – Hilfstransport für die Partnerstadt geplant

Vizebuergermeister aus Chişinău spricht im Hauptausschuss
Foto Thomas Troester

Der verheerende Krieg in der Ukraine wirkt sich auch unmittelbar auf die direkten Nachbarstaaten aus. Besonders betroffen von der Flüchtlingskrise ist die Republik Moldau und damit auch Mannheims Partnerstadt Chişinău. Eine offizielle Delegation aus der Partnerstadt Chişinău ist derzeit zu Gast in Mannheim. Über die aktuelle Lage in der Hauptstadt Moldaus berichtete dazu der Vize-Bürgermeister Ilie Ceban im Hauptausschuss der Stadt Mannheim. „Aktuell leben mehr als 90.000 ukrainische Geflüchtete in der Republik Moldau, davon suchten über 90% Zuflucht in der Hauptstadt Chişinău, was die Stadt vor große strukturelle Herausforderungen stellt. Derzeit ist vor allem die Beschaffung von Hilfsgütern im eigenen Land sehr schwierig und es fehlt an Mitteln zur Versorgung der ankommenden Menschen. Vor diesem Hintergrund möchten wir uns für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung bei der Bereitstellung humanitärer Hilfe bedanken“. Ceban führte dazu das treffende Sprichwort aus: „Wahre Freunde erkennt man in der Not“.

Vizebuergermeister aus Chişinău spricht im Hauptausschuss
Foto Thomas Troester

Die Republik Moldau, die als das ärmste Land Europas gilt, ist in Folge des russischen Militärangriffs auf die Ukraine und des enormen Zuzugs von Geflüchteten erheblichen humanitären Belastungen ausgesetzt. Gemessen an der eigenen Bevölkerungszahl hat kein Land mehr Geflüchtete pro Einwohner aus der Ukraine aufgenommen als Moldau. Kurz nach Ausbruch des Krieges flüchteten bis zu 1.000 ukrainische Menschen pro Tag in die Hauptstadt Chişinău, darunter überwiegend Frauen, Kinder und ältere Menschen. Die hohen Flüchtlingszahlen bringen die Stadt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Der Mannheimer Gemeinderat hat daher im April eine finanzielle Direkthilfe für die Partnerstadt Chişinău sowie für die ebenso betroffenen Städte Czernowitz (Ukraine) und Bydgoszcz (Polen) in Höhe von insgesamt bis zu einer Million Euro beschlossen.

„Es ist wichtig in diesen schwierigen Zeiten auch unsere osteuropäischen Partnerstädte zu unterstützen, die ebenso unter den Folgen des Krieges leiden. Wir nutzen dazu die über viele Jahre aufgebauten vertrauensvollen Beziehungen in unsere Partnerstädte. Konkrete Hilfen für Chişinău wurden dazu gemeinsam mit unseren Partnern heute beschlossen. Mannheim wird mit einem geplanten Hilfstransport einen konkreten Beitrag leisten, um die Hilfeleistungen vor Ort zu stabilisieren und zu unterstützen, erläuterte dazu Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Eine besondere Herausforderung stellt aktuell die generelle Versorgung der Geflüchteten dar. Die Stadtverwaltung Chişinău verteilt täglich bis zu 500 Hilfspakete an Geflüchtete, wobei je Person pro Woche ein Paket abgegeben wird. Diese Hilfspakete versorgen ukrainische Familien mit grundlegenden Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln. Zur Unterstützung der Stadt Chişinău wird die Stadt Mannheim nun in einem ersten Schritt Waren für die Konfektionierung von 5.000 Paketen beschaffen und nach Chişinău liefern. Koordiniert wird die Hilfsaktion vom Fachbereich Internationales, Europa und Protokoll und der Servicestelle Vergaben von Lieferleistungen / Zentraler Einkauf im Fachbereich Baurecht, Bauverwaltung und Denkmalschutz.

Quelle: Stadt Mannheim

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