„Weinheim bleibt bunt“ holt interaktives Theater ans Berufsschulzentrum – „Demokratie ist kein Sofa“

„Fake“ oder Wahrheit

Weinheim. Wie entsteht Radikalisierung und wie kann man ihr früh begegnen? Wie kann man eine Stadtgesellschaft stärken, damit sie früh Abwehrkräfte entwickelt gegen Rassismus und Diskriminierung? Diese Fragen beschäftigen das Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ auch im fünften Jahre seines Bestehens. Eine Zielgruppe des breiten bunten Bürgerbündnisses sind daher Jugendliche. „Von Euch hängt die Beschaffenheit der Demokratie in unserer Zukunft ab“, spornte Dirk Ahlheim, Mitglied des Bündnis-Sprecherkreises, jetzt in der Aula des Kreis-Berufsschulzentrums die Schülerinnen und Schüler an, die sich für ein besonderes Theaterstück entschieden hatten.

„Fake Paradise“ ist eine Produktion des Künstlernetzwerkes New Limes und WIR und des Demokratiezentrums Baden-Württemberg, es beschäftigt sich sehr eindringlich mit dem Verdrehen von Fakten, mit Hassreden, Parolen, dem verantwortungslosen Umgang mit Medien – und mit Mobbing.

Das Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ hat das Theaterstück jetzt nach Weinheim geholt, um es Schülerinnen und Schülern zu zeigen. Vor zwei Jahren gehörte das Bündnis selbst – wie die Theaterproduktion – zu den Preisträgern eines Engagementpreises. Man lernte sich kennen. „Für uns war gleich klar“, betonte auch Weinheims Pressesprecher Roland Kern, der dem Bündnis angehört, „dass wir das Geld zurückgeben wollen, jenen, die für die Demokratie einstehen müssen“. Deshalb sei das Preisgeld an den Schulen und dort für Demokratiebildung gut angelegt, betonte er und appellierte an die Schülerinnen und Schüler, wachsam zu sein gegenüber ersten rassistischen Tendenzen in ihrem Umfeld: „Demokratie ist kein Sofa.“

An den Berufsschulen des Rhein-Neckar-Kreises wurde das Projekt von Matthias Böcker und Ingrid Herter aus dem Team der Schulsozialarbeit umgesetzt.

Die Produktion des Ensembles  nach einer Regie von Gerburg Maria Müller war auf den Alltag der jungen Menschen zugeschnitten. Welche Kreise ein unbedarftes „Selfie“ ziehen kann, war ein Thema. Wie Sprache verletzen kann – und dass auch Lehrerinnen vor Mobbing durch Schüler nicht gefeit sind. Spannend war es, zu beobachten, wie die jungen Schauspieler individuell und spontan auf die Reaktionen der Schüler eingingen. So entstand ein interaktives Theaterstück von hoher Dynamik. Die Schülerinnen und Schüler machten sehr engagiert mit und provozierten ihrerseits, so dass der Austausch zwischen Bühne und Publikum von der ersten bis zur letzten Minute sehr intensiv wurde.

Das „Bündnis Weinheim bleibt bunt“, das auch Kooperationspartner der Bewegung „Doch Europa!“ ist, organisiert am Sonntag, 19. Mai,  14 Uhr auf dem Marktplatz eine Veranstaltung zur Europawahl, in dem Jugendliche mit Auslandserfahrung kurz ihre persönlich Sicht auf Europa schildern sollen, dazu gibt es Live-Musik.

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