Weinheim: Geschichte mit Herzschlag

Dr. Alexander Boguslawski hat ein lesenswertes Buch zur Historie Weinheims geschrieben – Fotos von Roger Schäfer – Nächste Lesung am 21. November

 

Foto: es zeigt den Autor und den Fotografen

Weinheim.  Es ist ein Trugschluss, dass Geschichte ein trockener Stoff sein muss. Dr. Alexander Boguslawski (70), Historiker, Stadtführer, Kommunalpoltiker, Literat und vielfach engagierter Bürger Weinheims, beweist nun schon seit Jahren das Gegenteil. Jetzt der hat Autor der beliebten „Bergstraßen-Trilogie“ ein weiteres Buch zur Weinheimer Stadtgeschichte vorgelegt. Es trägt den Untertitel „Rückblicke und Begegnungen“.

Boguslawski nimmt darin eine Idee auf, die er seit einiger Zeit gemeinsam mit seinem Historiker-Kollegen Dr. Adalbert Knapp in einer „Redivivi“-Reihe bei der Volkshochschule sogar szenisch umsetzt. Boguslawski schlüpft dabei in die Rolle einer historischen Persönlichkeit, die Weinheim geprägt hat. Dieses Rollenspiel verleiht der Geschichte eine menschliche Note.

Im Buch versetzt sich der Autor und damit der Leser in den 48er-Revolutionär Friedrich Härter sowie in den Gelehrten und Oberbürgermeister Albert Ludwig Grimm. Jenen vielfältig gebildeten Grimm lässt er als alten Mann nach Weinheim zurückkehren, wo er von einem jungen Journalisten des Weinheimer Anzeigers erkannt und interviewt wird. Das ist Geschichtsschreibung mit Puls und Herzschlag. Da nimmt die Erzählung fast schon einen Romancharakter an.

Das Buch beginnt mit Erzählung der Stadtgeschichte, wobei es dem Autor auch hierbei gelingt, den Blickwinkel auf bislang eher Unbekanntes zu lenken. Einen erzählerischen Höhepunkt bilden die überaus lebendigen Geschichten über den Alten Friedhof an der Peterskirche; hier ist Boguslawski ohnehin ein Experte.

Er selbst erklärt übrigens: „In einer Zeit wie heute, wo jeden Tag so viel Gruseliges auf der Welt geschieht und wir schnelle Antworten auf aktuelle Probleme brauchen, kann man sich ja fragen, was soll diese nette aber nutzlose Beschäftigung mit der Geschichte. Aber der Blick zurück ist immer wichtig. Der Blick in die Vergangenheit ist so etwas wie unser Kompass: Er sagt uns, woher wir gekommen sind, wo wir stehen und wohin wir gehen können.“

Das Finale der rund 100 Seiten bildet ein romantisches und sehr persönliches Stück über einen verwunschenen Garten in der Nordstadt. Boguslawski nennt es „eine kleine Meditation“ und einen Ausdruck seiner Verwurzelung mit Weinheim. Der Leser versinkt gerne in den seligen Beschreibungen der Natur.

Die Schwarz-Weiß-Fotos des Weinheimer Fotografen  Roger Schäfers zu den Geschichten des Autors stellen überraschende Motive dar, so dass eine Spannung zwischen Altem und Neuem entsteht. Es sind Kunstwerke für sich. Autor und Fotograf haben also die gleiche Intention:  das Altbekannte auf neue Weise zu erzählen. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.

Das Buch „Weinheim – Rückblicke und Begegnungen – wird bei einer Lesung des Autors das nächste Mal am Donnerstag, 21. November,  19.30 Uhr in der Buchhandlung Beltz im Atrium, vorgestellt.

 

 

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