ASC-Classic-Gala Schwetzingen war wieder

Concours d’Elegance Automobile der Superlative



Der 18. Int. Concours d’Elegance ASC-Classic-Gala Schwetzingen präsentierte seinen mehr als 18.000 Besuchern mit den Schönsten und Elegantesten, den Besterhaltenen und Originalsten wieder eine in Deutschland einmalige Oldtimerschau der Superlative. Den unbestrittenen Höhepunkt bildeten die Automobile der hessischen Marke Röhr auf der Schlossterrasse am Eingang des einzigartigen Barockparks. 14 Röhr-Autos an einem Platz waren schon fast ein Wunder, das den Bewahrern und Förderern der Röhr-Geschichte zu verdanken ist, denn es gab diese Oberklasse-Marke nur von  1926 bis 1935. Mit Einzelradaufhängungen, Tiefbett-Kasten-rahmen und Zahnradlenkung bot man innovative Technik an, der Achtzylinder sorgte für Prestige.

Doch weil man sich von Luxusautos alleine nicht gut über Wasser halten konnte, übernahm man von Tatra die Lizenz für den Bau des Typs 75, der mit zahlreichen Modifikationen als Röhr Junior vermarktet wurde. Das Geschäft mit dem kleinen Vierzylinderwagen mit Boxermotor lief gut, die teuren Modelle allerdings verkauften sich weniger erfolgreich. 1935 endete die Röhr-Produktion, der letzte Junior verließ am 9. März 1935 die Ober-Ramstädter Werkshallen. Von den 4000 gebauten Röhr sind heute weltweit noch etwa 30 Exemplare übrig und fast die Hälfte war in Schwetzingen: sechs Röhr Junior in verschiedenen Ausführungen und acht Röhr 8, die fast die ganze Bandbreite der Luxuswagenproduktion repräsentierten, beeindruckten die Besucher des Concours.

110 Jahre Bertone

Röhr war nicht das einzige Spezialthema in Schwetzingen. Man feierte auch das 110-Jahre-Jubiläum von Bertone und zeigte einen interessanten Querschnitt von bei Bertone gezeichneten oder gebauten Fahrzeugen. Nicht fehlen durfte da natürlich das vielleicht berühmteste Bertone-Design, der Lamborghini Miura, der sich auf einer Kreisplatte drehte, weil das ausgestellte Exemplar mehr als 12 Lackfarben hatte, die durch behutsames Anschleifen sichtbar wurden. Aber auch zwei Alfa Romeo Montreal, der GTV (oft einfach Bertone genannt), der keilförmige Lancia Stratos oder der BMW 3200 CS von 1961, dazu das Fiat Dino Coupé, hatten ihren Auftritt. Dazu gab es Exoten aus der Bertone-Geschichte zu sehen, etwa den britischen Gordon Keeble, den 6-türigen Fiat 850 Visitor-Bus, mit dem wichtige Besucher durch das Fiat-Werk gefahren wurden und die Studie Mazda MX81, die die Bertone-Wertung gewinnen konnte.

120 Jahre Cadillac

Cadillac blickt im Jahr 2022 auf 120 Jahre Firmengeschichte zurück und dies wurde im Rahmen des US-Classic Car Concours entsprechen zelebriert: gleich drei der berühmten V16-Vorkriegs-Wagen waren vor Ort und mit dem Einzylinder-Runabout von 1904 eines der ersten Autos des US-Herstellers. Neben Stars der 40er Jahre fehlten auch die grossen „Straßenkreuzer“ der Fünfziger- und Sechzigerjahre mit ihren Flossen, Chrom und

Panoramascheiben nicht und das Spektrum der Preisanwärter reichte über die 70er und 80er-Jahre bis zum Allanté Cabriolet Pininfarina von 1991.

Das Besondere an der Classic-Gala sind nicht nur die eindrücklichen Sonderschauen, sondern die unzähligen besonderen Autos, die nach ihren Baujahren geordnet im Park stehen und unter den 160 bewerteten Exponaten erst bei genauerem Hinsehen auffallen. Im September 2022 waren dies zum Beispiel der Glas M61 Prototyp von 1961, den man als Nachfolger für das Goggomobil konstruiert hat, der es aber nicht in die Serie schaffte, weil man den Mittelklasse-Typ 1004 entwickelte. Der M61 wurde bis 1981 als normales Auto genutzt und erst dann abgemeldet.

Einmalig auch das „Kaiserauto 501“ von 1935, das ein Mitarbeiter von Zeppelin im Stil der Luftschiffe erbaute und mit einem 500er NSU-Motorrad-Motor antrieb. Satte 100 km/h lief die Straßenrakete. Auf der Terrasse wartete ein rundliches Gefährt, das wie ein VW-Käfer aussah – der Maier Leichtbau von 1935, der zuerst einen DKW-Motor in der aerodynamisch ausgetüftelten und selbsttragenden Leichtmetallkarosserie hatte. Jetzt ist der lange verborgene Käfer-Vorläufer samt seinen innovativen Feinheiten wie höhenverstellbarem Fahrwerk oder dem in die Kurve mitlenkenden Scheinwerfer wieder fahrbereit.

Ein BMW 507 neben einem Mercedes-Benz 300 SL Roadster spiegelte die Rivalität der Beiden auf der IAA 1955, ein Bristol 405 als Aerodynamik-Limousine rivalisierte mit einem französischen Facel Vega FV2. Auch ein Ford Comète V-8 von 1953 und ein Aston Martin DB 2/4-Coupé passten bestens in diese Gruppe.

Das Mercedes-Museum zeigte mit dem Rekordfahrzeug SSKL von 1931 den Ursprung aller Silberpfeile, während man auf der Terrasse 70 Jahre Mercedes SL-Baureihe sehen konnte und die Mercedes-Benz IG feierte 50 Jahre S-Klasse auch mit der ersten Präsentation des Sicherheits-Forschungsfahrzeuges ESF13.

Die fast 40-köpfige internationale Jury präsentierte die Sieger aller Klassen bei strahlendem Sonnenschein am Sonntagnachmittag:

Der Best of Show Classic-Gala Schwetzingen 2022 ging an einen britischen Rolls-Royce Phantom I Hooper Tourer von 1928. Auf Platz zwei lief das schweizer Bugatti 57 Stelvio Cabriolet aus dem Jahr 1934 ein. Platz drei ging an den ebenfalls eidgenössischen Ford V8 Cométe von 1953.

Den Classic-Gala Grand Prix 2022 gewann ein britischer Lagonda V12 DHC von 1939, dicht dahinter landete hier ein Mercedes-Benz 500 K Cabriolet B von 1934 und auf Platz drei ein zierlicher Alfa Romeo 6C 1750 Testa Fissa von 1929.

Den Star of Classic-Gala Schwetzingen 2022 erhielt das holländische Cadillac 4335 V16 Coupé Cabriolet von 1930 und der Landespreis Baden-Württemberg 2022 ging an einen einmaligen Hispano-Suiza H6B mit Spohn-Karosserie Ravensburg aus dem Jahr 1932.

Den Best of Show des US Classic Car Concours erhielt ebenfalls der sensationelle Cadillac 4335 V16 aus den Niederlanden von 1930.

Den 1. Preis der Röhr-Sonderschau errang die weltweit einmalige Röhr 8 Typ F Stromlinienlimousine Autenrieth von 1932, gefolgt vom Röhr RA 8 Monobloc Aerable und einem Röhr „Olympier“ Limousinencoupé Autenrieth 1935.

Die 120 Cadillac-120-Jubilee-Trophy wurde einem Cadillac 62 Convertible von 1941 zuerkannt und bei der Trofeo 110 Jahre Bertone räumte die Mazda MX81 Bertone-Studie von 1981 den ersten Preis ab, gefolgt vom Gordon Keeble und dem Fiat 850 Visitor-Bus.

 

Nähere Angaben zu den Siegern finden Sie in der Ergebnisliste 2022 auf www.classic-gala.de

 

Aussteller machten Classic-Gala Schwetzingen zu einem Automobilen Gesellschaftsfest

Die interessanten Präsentationen neuer Fahrzeugentwicklungen und Hospitality-Aktionen der ausstellenden Partner und Sponsoren, die verschiedenen Clubs, hochwertige Gastronomen, automobile Künstler, Live-Musikshows und die zahlreichen Marketender umrahmten die einmalige Automobil-Schau mit einem einzigartigen Rahmenprogramm, welches nächstes Jahr vom 1.-3. September 2023 zum bereits 19. Mal stattfinden wird.

Quelle: Johannes Hübner Autoconsult

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