Ein 300 Jahre alter Dachstuhl erzählt seine Geschichte / Fertigstellung im Herbst
Das Bürgerhaus Schlierbach wird unter der Leitung des städtischen Hochbauamtes umfassend saniert. Nach den bisherigen Arbeiten geht die Dachsanierung nun in die nächste entscheidende Phase: Im Mittelpunkt steht der rund 300 Jahre alte barocke Dachstuhl. Die historische Konstruktion wird dabei nicht ersetzt, sondern so weit wie möglich erhalten, behutsam instandgesetzt und statisch in die neue Dachkonstruktion integriert. Damit wird das Bürgerhaus nicht nur für die Zukunft gesichert, sondern zugleich ein möglichst großer Teil seiner historischen Bausubstanz und damit die sichtbaren Spuren seiner rund 300-jährigen Geschichte bewahrt.
Die nächsten Schritte: vom Dachstuhl zur neuen Dacheindeckung
Als nächstes wird zunächst die Traufe saniert. Dabei werden die beschädigten Holzbalken am unteren Rand des Daches erneuert, auf denen Teile der Deckenkonstruktion aufliegen. Anfang September 2026 wird anschließend das Holz für die neuen Dachbalken angeliefert. Danach beginnt die Instandsetzung des historischen Dachstuhls.
Wo Holz beschädigt ist, wird es gezielt ergänzt. Notwendige Verbindungen werden verstärkt, damit der historische Dachstuhl auch künftig sicher getragen wird. Die Arbeiten erfolgen eng abgestimmt mit der Denkmalbehörde. Auch die äußere Gestaltung bleibt dem historischen Erscheinungsbild verpflichtet: Dachhöhe und Dachneigung verändern sich nicht. Putzflächen und Fenstergewände erhalten zudem wieder eine Farbgebung, die sich an den historischen Befunden orientiert.
Noch in diesem Herbst ist das Bürgerhaus wieder sichtbar
Nach Abschluss der Holzbauarbeiten soll das Dach Mitte Oktober neu eingedeckt werden. Ende Oktober beziehungsweise Anfang November 2026 wird das Gerüst abgebaut. Dann ist das Bürgerhaus wieder vollständig sichtbar – mit instand gesetztem historischem Dachstuhl, neuer Dacheindeckung und neu gefassten Fassadenoberflächen.
Besondere Spuren der Geschichte
Der Dachstuhl bewahrt dabei mehr als 300 Jahre alte Handwerksgeschichte. In einigen Balken finden sich sogenannte Floßaugen – kleine Öffnungen, durch die früher biegsame Holzruten geführt wurden. Mit diesen sogenannten Wieden wurden Baumstämme zu Flößen zusammengebunden und über Flüsse transportiert. Die unscheinbaren Öffnungen erzählen damit von einer Zeit, in der Bauholz auf dem Wasserweg über weite Strecken zu seinem Bestimmungsort gelangte.
Quelle: Stadt Heidelberg










