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Das Kreisforstamt informiert: Vorbereitungen für Wiederaufforstungen in der Schwetzinger Hardt

31. Oktober 2019 | Leitartikel, Metropolregion, Natur & Umwelt

Freigeräumte Pflanzfläche hinter der Bürgerbegegnungsstätte Reilingen – die gerodeten Baumstümpfe wurden vom Bagger im Hintergrund am Rand zum Altbestand abgelegt. (Foto: Kreisforstamt)

Die Schwetzinger Hardt ist das mit Abstand am stärksten von Waldschäden betroffene Waldgebiet im Rhein-Neckar-Kreis. Sämtliche Baumarten leiden unter den schwierigen Wuchsbedingungen auf den nährstoffarmen und trockenen Sandböden.

 

Die Gemeinden Reilingen und Sandhausen und die Städte Hockenheim und Walldorf, betreut durch das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises, investieren derzeit in die Neubepflanzung geschädigter Waldbereiche. Doch wie ist auf den ohnehin schwierigen Sandstandorten und mit dem starken Maikäferfraß ei-ne neue Waldgeneration zu begründen?

 

„Da die Probleme in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben, werden wir mit ersten Versuchen alte und neue Wege bei der Baumartenwahl und der Art der Pflanzung verbinden“, erläutert Sebastian Eick, Leiter des Forstbezirks Rheintal-Bergstraße. „Wir setzen dabei auf eine möglichst breite Palette heimischer und trockenresistenter Baumarten, wie Traubeneiche, Hainbuche, Feldahorn und Esskastanie, bewährter Gastbaumarten wie die Roteiche und auch Alternativen aus mediterranen Klimaten wie den Baumhasel“, so Eick weiter. Erheblichen Aufwand wird es aber vor allem bei der Vorbereitung und anschließenden Sicherung der Pflanzung geben: Baumstümpfe werden mit Baggern gerodet und von der Fläche geschafft, der Boden anschließend gefräst. Das entzieht den Engerlingen der Maikäfer die Nahrungsgrundlage und hemmt beim Flug im Frühjahr die erneute Eiablage deutlich. Nach der Pflanzung ist unter anderem eine regelmäßige Wässerung in den Sommermonaten vorgesehen, da die jungen Bäumchen keinerlei Reserven für längere Trockenperioden haben. Im Bereich von Erholungseinrichtungen werden auch gezielt Hochstämme gepflanzt, um den Waldcharakter möglichst schnell wieder herzustellen.

 

Erste Vorbereitungen sind bereits abgeschlossen oder laufen derzeit noch. Auf den Flächen im Bereich der Campingplätze am Hockenheimring, bei der Bürgerbegegnungsstätte in Reilingen, nahe der Waldweide in Walldorf und im Bereich der Jahnstraße und des Waldkindergartens in Sandhausen werden Baumstümpfe und Restholz gerodet und zur Seite geräumt, manche Flächen auch gleich gefräst. Die Pflanzung erfolgt hauptsächlich Anfang des Jahres 2020, in der Hoffnung, dass die Wintermonate noch einigen Regen bringen werden.

 

Zum Hintergrund:

Besonders die Kiefer, prägende Baumart des Hardtwaldes und im Grunde recht gut an die erschwerten Bedingungen angepasst, leidet bereits seit Jahren unter der Kombination von Trockenstress, Maikäferfraß und Mistelbefall. Das vor ungefähr zwei Jahren aufgetretene Diplodia-Triebsterben bringt den Wald aller-dings an den Rand seiner Existenz.

 

Doch wie ist mit den bloßen Waldflächen umzugehen? Diese Frage treibt die Förster seit einigen Jahren um. Denn allein durch den massiven Wurzelfraß der Maikäferengerlinge ist eine Neuanpflanzung nur mit erheblichen Ausfällen möglich. Das Maikäferproblem auf der ganzen Fläche in den Griff zu bekommen oder gar Pflanzenschutzmittel einzusetzen, kommt nicht in Frage. Deshalb lenken die Kreis-Förster ihren Einsatz jetzt gezielt in die Flächen, die sie in Kürze bepflanzen wollen. Die Maikäfer-Probegrabungen der letzten Wochen zeigten, dass überall die kritische Zahl an Engerlingen überschritten wird. Gehäuft treten sie in direkter Nähe von Wurzeln oder Stubben der Altbäume auf.

 

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