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Delegation aus Heidelberg gedachte auf Deportiertenfriedhof in Gurs der NS-Opfer

31. Oktober 2019 | Heidelberg, Kultur, Leitartikel

An der Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Deportiertenfriedhof in Gurs nahm auch eine Delegation aus Heidelberg teil.
©Stadt Karlsruhe

Eine Heidelberger Delegation um Bürgermeister Dr. Joachim Gerner, den Holocaust-Überlebenden Hans Flor und die Jugendgemeinderäte Fürozan Naderi und Khalek Naderi hat am 27. Oktober 2019 an einer Veranstaltung auf dem Deportiertenfriedhof in Gurs in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen. Vor 79 Jahren, vom 22. bis 24. Oktober 1940, waren mehr als 6.500 Juden aus Südwestdeutschland von den Nationalsozialisten festgenommen und in das Lager in der südfranzösischen Stadt deportiert worden. Viele von ihnen starben aufgrund der schrecklichen Lebensverhältnisse im Lager bereits in den ersten Wochen nach der Ankunft, andere wurden später in Vernichtungslager deportiert.

 

„Es ist wichtig, immer wieder an diesen Ort zurückzukehren und die Erinnerungen an die furchtbaren Verbrechen der Nationalsozialisten wachzuhalten. Das jüdische Leben wurde damals in ganz Deutschland zerstört, auch in Heidelberg. Es hat lange gedauert, bis es wieder erblüht ist. Wir alle tragen Verantwortung, dass derartige Verbrechen nie wieder passieren. Diese Mahnung ist angesichts jüngster Geschehnisse wie in Halle aktueller denn je“, sagte Bürgermeister Dr. Joachim Gerner.

 

An der Gedenkveranstaltung in Gurs nahmen Vertreterinnen und Vertreter der 16 badischen Städte und des Bezirksverbands Pfalz teil, die in einer Arbeitsgemeinschaft gemeinsam den Deportiertenfriedhof pflegen. Hinzu kamen Vertreter der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, jüdischer Gemeinden und des Landes Baden-Württemberg. Im Rahmen des zweitägigen Veranstaltungsprogramms rund um das Gedenken fand auch ein Zeitzeugengespräch mit Hans Flor statt.

 

Pflege und Unterhaltung des Deportiertenfriedhofes

 

Alljähr­lich lädt die Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs gemeinsam mit dem Oberrat der Israe­li­ti­schen Religi­ons­ge­mein­schaft Baden zu der Gedenk­ver­an­stal­tung ein. Die Arbeitsgemeinschaft der badischen und pfälzischen Gemeinden hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Deportiertenfriedhof in Gurs zu pflegen und zu unterhalten sowie das Andenken an die ehemaligen Mitbürgerinnen und Mitbürger wach zu halten. Von den sieben Sonderzügen aus Baden im Oktober 1940 war einer in Heidelberg gestartet. Ein Mahnmal in der heutigen Schwanenteichanlage in Bergheim – in der Nähe dieser Stelle befand sich einst das Gleis 1 des ehemaligen Heidelberger Hauptbahnhofes – erinnert seit 2014 an die Deportation.

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