Auf den Spuren der Weinheimer Gerber
Im Gerberbachviertel wird Weinheimer Handwerksgeschichte lebendig. Bei der neuen Stadtführung „Das Gerberviertel – Handwerk und Historie“ nimmt Reinhold Beutel Interessierte am Samstag, 3. Oktober, mit auf einen Rundgang durch die historischen Gassen unterhalb des Marktplatzes.
Im Mittelpunkt steht das Gerberhandwerk, das sich in Weinheim bereits im 13. Jahrhundert entwickelte. Weiches Wasser aus dem Grundelbach, Eichenrinde aus dem Odenwald und von der Bergstraße sowie Tierhäute aus der Umgebung boten gute Voraussetzungen für das Handwerk.
Beutel erzählt von den unterschiedlichen Gerberzünften und ihrem Alltag. Während die Rotgerber vor allem Rinder- und Pferdehäute verarbeiteten, mussten sich die Weißgerber mit Ziegen- und Schafshäuten begnügen. Auch der Aufstieg wohlhabender Gerberfamilien und die Entwicklung des Handwerks von kleinen Werkstätten hin zu größeren Betrieben werden thematisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die industriegeschichtliche Bedeutung des Viertels. Das Gerberhandwerk gilt als eine Keimzelle des heutigen Freudenberg-Konzerns. Geschichten rund um den Büdinger Hof in der Judengasse und die spätere Ledermanufaktur und Fabrik der Familie Hirsch runden den Rundgang ab.
Die 1,5-stündige Führung beginnt um 14 Uhr am Marktplatzbrunnen. Die Teilnahme kostet 8 Euro pro Person. Anmeldungen und weitere Informationen gibt es bei der Tourist-Info am Marktplatz unter 06201/82-610 oder per E-Mail an tourismus@weinheim.de.
Foto: Stadt Weinheim










