Tigermückensaison in Schwetzingen: Eigenverantwortliches Handeln der Bürger:innen erforderlich
In Schwetzingen haben sich in mehreren Stadtbereichen Asiatische Tigermücken (Aedes albopictus) angesiedelt. Diese Mückenart ist sehr aggressiv, kann sich schnell stark vermehren und möglicherweise Krankheiten übertragen. Die Tigermückensaison beginnt. Aus diesem Grund sollten alle Bürger:innen über die Sommermonate hinweg Präventionsmaßnahmen ergreifen. Die Stadtverwaltung hat zudem die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V. (KABS) beauftragt, in einigen Siedlungsbereichen gezielte Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen.
Da die Asiatische Tigermücke bereits großflächig in Schwetzingen verbreitet ist, können Fachkräfte der KABS aus personellen und finanziellen Gründen nicht flächendeckend tätig werden. Deshalb ist es wichtig, dass alle Anwohner:innen eigenständig Maßnahmen ergreifen, um eine Vermehrung der Mücken auf dem eigenen Grundstück zu verhindern und eine mögliche Plage im Vorfeld einzudämmen.
In Siedlungsgebieten mit hoher Stichbelästigung werden die Fachkräfte der KABS zwischen April und Juni jeweils dreimal Bekämpfungsmaßnahmen durchführen. Die betroffenen Anwohner:innen werden rechtzeitig über die geplanten Einsätze und das weitere Vorgehen informiert. Ein besonderer Fokus liegt in dieser Saison auf wasserführenden Straßenabläufen innerhalb des Verbreitungsgebiets der Tigermücke. Begleitendes Fallenmonitoring soll den Erfolg der Maßnahmen und die Entwicklung der Mückenpopulation überprüfen.
Handlungsempfehlungen für Bürger:innen
Die effektivste Maßnahme zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke besteht darin, Brutmöglichkeiten zu vermeiden oder zu beseitigen. Tigermücken entwickeln sich innerhalb einer Woche in wassergefüllten Behältnissen, die in Gärten oder auf Balkonen stehen, wie z. B. Regentonnen, Übertöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Tiertränken sowie in Hofgullys, Dachrinnen, hohlen Zaunpfählen oder anderen Wasseransammlungen. Da Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen die angreifenden Exemplare meist vom eigenen Grundstück oder aus der Nachbarschaft.
Die Maßnahmen sollten konsequent von Anfang April bis Anfang Oktober umgesetzt werden, da außerhalb dieses Zeitraums keine Vermehrung der Mücken stattfindet. Ein Großteil der im Herbst abgelegten Eier übersteht jedoch unbeschadet den Winter.
Gefäße sollten so gelagert werden, dass sich kein Wasser darin ansammeln kann, oder lückenlos abgedichtet werden, beispielsweise mit einem engmaschigen Moskitonetz mit Gummizug. Das wöchentliche Entleeren und Säubern von wassergefüllten Behältern wie Tiertränken verhindert ebenfalls die Mückenvermehrung. Ist dies nicht möglich, können die verbliebenen Brutstätten alle 14 Tage mit Bti-Tabletten behandelt werden. Dieser biologische Wirkstoff ist nur für die Larven bestimmter Mückenarten tödlich und für Menschen, Haustiere, Vögel, Igel, Reptilien und Amphibien völlig unbedenklich. Die Tabletten können kostenfrei über die Gemeindeverwaltung bezogen werden.
Zusätzlich können Tigermückeneier noch vor dem Schlüpfen der Larven beseitigt werden. Die Weibchen kleben ihre Eier fest an die Innenwände von wassergefüllten Gefäßen. Mit heißem Wasser (mindestens 60 °C) können die Eier abgetötet werden. Alternativ lassen sie sich mit einer Bürste von den Gefäßinnenwänden entfernen, anschließend mit sauberem Wasser ausspülen und das Wasser samt Eier auf den Boden gießen.
Wenn es trotzdem sticht
Wenn trotz Umsetzung der Maßnahmen eine erhebliche Stichbelästigung auftritt, können sich die betroffenen Bürger:innen über das Meldeformular www.kabsev.de/kontakt-tigermuecke direkt an die KABS wenden. Eine geschulte Fachkraft wird einen Vor-Ort-Termin vereinbaren, um mögliche bisher unentdeckte Brutstätten zu identifizieren. Dabei sollten nach Möglichkeit auch Nachbarn anwesend sein, da Tigermücken keine Grundstücksgrenzen kennen.
Warum die Asiatische Tigermücke bekämpft werden sollte
Die Asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien und hat sich durch globalen Reise- und Handelsverkehr weltweit verbreitet. In Deutschland findet sie durch mildere Temperaturen inzwischen einen geeigneten Lebensraum. Ohne Bekämpfung kann sie sich in klimatisch begünstigten Regionen, wie der Oberrheinebene, stark vermehren und zu einer regelrechten Plage werden.
Darüber hinaus kann sie Krankheitserreger wie Dengue-, Zika-, Chikungunya- und West-Nil-Virus auf Menschen übertragen. Die Tigermücke trägt diese Viren nicht von Natur aus, sondern muss zuvor einen infizierten Menschen gestochen haben. In Süddeutschland sind diese Viren derzeit nicht verbreitet, können aber durch Reiserückkehrende eingeschleppt werden. Bei längeren Wärmeperioden besteht das Risiko, dass die Viren innerhalb einer Woche von der Tigermücke weiter übertragen werden.
Auch Hunde können betroffen sein, da die Tigermücke Fadenwürmer übertragen kann, die die Herzwurmerkrankung verursachen.
Weitere umfangreiche Informationen zur Asiatischen Tigermücke sind auf der Website der KABS unter www.kabsev.de verfügbar.
Foto: Asiatische Tigermücke – B. Pluskota, KABS e.V.












