Ein Gutschein für ganz Weinheim

Einzelhändler zeigen großes Interesse für den „Weinheim-Gutschein“ – Start ist am Weinheimer Frühling geplant – Arbeitgeber können Prämien an Mitarbeiter vergeben

Weinheim. Es war durchaus eine Art Aufbruchstimmung zu spüren, als rund 60 aktive Einzelhändlerinnen und Einzelhändler am Donnerstagabend mit dem Verein „Lebendiges Weinheim“, dem Gewerbeverein und den Vertretern der Stadt Weinheim eine neue Idee für Weinheims Innenstadt diskutierten: Eine digitale Online-Gutscheinkarte, die in möglichst vielen Geschäften in der Stadt einzulösen ist – eine „Pre-Paid-Guthaben-Karte“ für Kunden des Weineimer Einzelhandels.

Die Karte soll „Zweiburgen-Gutschein“ heißen. Wie Christian Mayer, der Vorsitzende des Vereins „Lebendiges Weinheim“ erklärte, wird das Projekt gestartet, wenn sich bis zum Frühjahr etwa 50 teilnehmende Geschäfte gemeldet haben. Und es sieht gut aus. Schon am Abend der Kick-Off-Veranstaltung am Donnerstag erklärten 30 Einzelhändler verbindlich, dass sie dabei sind und den Zweiburgen-Gutschein annehmen. Es sieht so aus, als stehe einem Verkaufsstart beim „Weinheimer Frühling“ am 26. März nichts mehr im Wege.

Hinter dem Gutschein stehen neben der Stadt, dem Verein „Lebendiges Weinheim“ und dem Gewerbeverein auch die IG Marktplatz für die Gastronomie. Für die Organisation vor Ort wird ein Verein gegründet, dem Oberbürgermeister Manuel Just vorsteht. Im Vorstand sind ebenso die drei Vereine und Organisationen vertreten. In dem Verein werden im Hintergrund die Finanzen abgewickelt, so dass das gesamte Guthaben in Weinheim bleibt.

„Wenn man das Instrument ernst nimmt, ist es eine große Chance, Kaufkraft zu binden und die Sichtbarkeit des lokalen Einzelhandels zu verbessern“, warb Patrick Koch von der Firma Stadtguthaben, die das Projekt als Dienstleister betreut. Stadtguthaben arbeitet im Moment schon mit Kommunen in der Region zusammen wie Heidelberg, Bensheim und Schwetzingen. Laut Koch ist ein City-Gutschein „die Gegenwehr gegen die Amazone-Gutscheine, und die sind weltweit das Geschenk Nummer eins“.

Christian Mayer, der Vorsitzende des Vereins „Lebendiges Weinheim“, war sichtlich erfreut über den großen Andrang und das Interesse seiner Kolleginnen und Kollegen: „Wir schaffen es, an einem Strang zu ziehen“, ist er sich gewiss. Ein Stadtgutschein sei schon immer ein Wunschprojekt im „Lebendigen Weinheim“. Jetzt gehe der Wunsch in Erfüllung. Und er spornte die Einzelhändler an: „Sie mit der Gutschein-Karte können ein Mehr an Umsatz generieren.“

So geht es!

Und so geht es: Der Kunde kauft für sich oder als Geschenk eine Gutscheinkarte mit einem bestimmten Geldwert. Das Einzelhandelsgeschäft braucht nur eine App auf einem Endgerät oder einen Rechner im Internet. Damit kann der Wert auf dem Gutschein abgebucht werden. Für den Kunden entstehen gar keine extra Kosten; für den Verkäufer 3,5 Prozent des Umsatzes für die organisatorischen Kosten – aber erst, wenn es auch Umsatz gibt. Das Guthabenkonten, falls Gutscheine nicht eingelöst werden, wird vom Verein geführt. „Alles ganz niederschwellig und leicht zu handhaben“, erklärte auch Timo Cyriax, Einzelhandelsberater der IHK Rhein-Neckar. In der Stadt gibt es Verkaufsstellen, unter anderem wird die Karte in jedem Fall in der Tourist-Info am Marktplatz zu erwerben sein.

„Gutscheinkarten sind beliebte Geschenke, aber auch Marketing-Instrumente“, beschrieb Cyriax. Denn die Karte binde Kaufkraft in Weinheim und „macht den Einzelhandel sichtbar“. So sei es auch das Ziel, neue Kunden dazuzugewinnen. Der IHK-Experte sprach auch von einem so genannten „Up-Lift“-Effekt – das beschreibt das Verhalten, bei dem im Laden weitere Einkäufe getätigt werden; über den Gutschein hinaus. Er wusste auch: „Sechs von Menschen nutzen Gutscheine beim Einkauf, diese Kunden müssen nicht ins Internet abwandern“. Im Gepäck hatte Cyriax auch Werte aus anderen Kommunen. So konnte die Stadt Wolfenbüttel  – mit Weinheim vergleichbar im Umfeld der Großstadt Braunschweig  im Zeitraum von August bis Dezember rund 100 000 Euro Umsatz an Gutscheinen erzielen. Das deutlich kleinere Eberbach im Neckartal in zehn Monaten rund 40 000 Euro.

Roland Müller, Mit-Initiator des Projekts, Vorsitzender des Gewerbevereins und selbst mittelständischer Unternehmer, argumentierte nochmal aus einem anderen Blickwinkel: Er verwies darauf, dass Arbeitgeber für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Gutscheinkarte als steuerfreien Sachbezug nutzen können – und gleichzeitig ihren Standort stärken.“ Er betonte, dass die Karte auch ein praktisches Mittel für bargeldloses Bezahlen zu verschiedenen Anlässen sein kann. Beispiel: „Der Opa schenkt dem Enkel eine Karte mit 20 Euro als Kerwegeld.“

Wer sich an der Gutschein-Karte beteiligen will, kann sich wenden an: [email protected] [email protected] [email protected]

Quelle: Stadt Weinheim

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