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Eine wunderschöne kulturelle Vielfalt

5. November 2026 | Leitartikel, Photo Gallerie, Weinheim

Vielfalt

„Eine wunderschöne kulturelle Vielfalt“: Weinheim stellt Weichen für das Kulturprogramm 2027 und 2028

Kulturbüro gibt erste Einblicke in geplante Vielfalt, wie Veranstaltungen und Jubiläen – 290.000 Euro für das Kulturprogramm 2028 vorgesehen – Öffentliche Programmvorstellung am 12. November. Theater, Musik, Kinderkultur und innovative Veranstaltungsformate: Weinheim möchte seine Position als kulturelles Zentrum in der Metropolregion weiter stärken. Im Kulturausschuss stellte Tobias Schindler, Leiter des Weinheimer Kulturbüros, erste Auszüge aus dem geplanten Kulturprogramm für 2027 vor. Darüber hinaus beriet das Gremium bereits den Rahmenplan für das Kulturjahr 2028. Die Resonanz auf die vorgestellten Planungen fiel ausgesprochen positiv aus.

Oberbürgermeister Michael Möslang sprach von einer „wundervollen Vielfalt“. Auch aus dem Ausschuss kamen anerkennende Stimmen. Weinheims Kultur sei alles andere als verstaubt, hieß es am Ratstisch. Das vorgestellte Angebot entspreche genau der Art von Kultur, die Weinheim seinen Bürgerinnen und Bürgern bieten sollte.

Wer mehr über das Programm für 2027 erfahren möchte, hat dazu am Donnerstag, 12. November, Gelegenheit. Um 17 Uhr stellt das Kulturbüro die Planungen im Rahmen einer öffentlichen Präsentation im Bürgersaal des Alten Rathauses vor.

Auch finanziell gibt es bereits eine Orientierung: Der Kulturetat für 2027 soll sich im Großen und Ganzen im Rahmen des Jahres 2024 bewegen. Dieses Jahr dient als Vergleichsgröße vor dem Ausnahmejahr der Heimattage Baden-Württemberg.

Zwei Jubiläen prägen das Kulturjahr 2027

Im Mittelpunkt der Planungen für 2027 stehen gleich zwei besondere Jubiläen. Im April feiert Baden-Württemberg sein 75-jähriges Bestehen. Das landesweite Festwochenende soll auch in Weinheim mit einem kleinen Festival begleitet werden. Geplant ist unter anderem eine Weinheimer Pop-Nacht, bei der junge Künstler der Mannheimer Pop-Akademie auftreten.

Ein weiteres Jubiläum betrifft die Stadt selbst: Die Weinheimer Stadthalle wird 100 Jahre alt. Im September ist aus diesem Anlass ein Veranstaltungswochenende mit Festakt, Tanzabend und weiteren Programmpunkten vorgesehen.

Die Stadthalle soll auch darüber hinaus stärker in den Mittelpunkt rücken. Da im Schlosshof Sanierungsarbeiten geplant sind, wird der Stadthallen-Parkplatz während des Kultursommers 2027 als Standort für publikumsstarke Veranstaltungen dienen. Gleichzeitig soll das Kulturprogramm wieder in verschiedene Stadt- und Ortsteile getragen werden. Der Platz am Blauen Hut im Schlosspark wird überwiegend für Familien- und Kinderangebote genutzt.

Auch das ganzjährige Bühnenprogramm in der großen Stadthalle und auf der Studiobühne verspricht eine breite Mischung unterschiedlicher Genres und Formate.

Theaterklassiker, Kammermusik und kreative Formate

Das Kulturbüro hat für 2027 einige besondere Veranstaltungen nach Weinheim geholt. Die Theatersaison beginnt beispielsweise mit einer Neuinszenierung des Literaturklassikers „Im Westen nichts Neues“. Ein weiteres Highlight soll das Solostück mit Dominique Horwitz werden, in dem der Schauspieler Goethes „Faust I“ interpretiert.

Darüber hinaus stehen Kammermusik auf hohem Niveau und historisches Theater auf dem Programm. Auch eine Fortsetzung der „Brüder Hirsch“ ist vorgesehen. Ergänzt wird das Angebot durch ein umfangreiches Kinderprogramm sowie ungewöhnliche und kreativ angelegte Formate wie eine Techno-Party.

Fortgesetzt werden zudem die Lesungen mit professionellen Schauspielern, die im Museum Klassiker der Literaturgeschichte vortragen.

Rund 290.000 Euro für das Kulturprogramm 2028

Neben den Planungen für das kommende Jahr beschäftigte sich der Kulturausschuss bereits mit dem Kulturhaushalt 2028. Der lange Planungsvorlauf ist notwendig, da Verträge mit Künstlern teilweise schon frühzeitig abgeschlossen werden müssen.

Für die Veranstaltungen im Jahr 2028 sieht der Rahmenplan einen Gesamtetat von rund 290.000 Euro vor. Dem stehen erwartete Einnahmen von etwa 90.000 Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein städtischer Finanzierungsbedarf von rund 200.000 Euro.

Ein wesentlicher Schwerpunkt bleibt das Theater. Unter dem bewährten Titel „Weinheim macht Theater“ sind acht Produktionen in der Stadthalle geplant. Das Spektrum soll vom klassischen Schauspiel bis zum Musiktheater reichen. Gleichzeitig möchte das Kulturbüro die Zusammenarbeit mit den drei baden-württembergischen Landestheatern weiter ausbauen. Auch eine Aufführung mit direktem Weinheimer Bezug, die aus der Stadt heraus entsteht, steht auf der Wunschliste. Für die Theaterreihe sind rund 80.000 Euro eingeplant.

Kinder und Jugendliche stärker für Kultur begeistern

Ein besonderes Anliegen des Kulturbüros bleibt es, junge Menschen frühzeitig an kulturelle Angebote heranzuführen. Deshalb soll die beliebte KinderKulturKarte fortgeführt werden. Sie ermöglicht zweimal jährlich jeweils 80 Kindern im Alter zwischen vier und sechs Jahren sowie ihren Eltern, zu einem günstigen Preis drei unterschiedliche Aufführungen zu besuchen.

Hinzu kommt erneut ein großes Kindertheater in der Vorweihnachtszeit, das sowohl Schulklassen als auch Familien ansprechen soll. Außerdem möchte das Kulturbüro die Zusammenarbeit mit den Schulen intensivieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Klassen der Mittelstufe.

Auch die klassische Musik behält ihren festen Platz im Programm. Geplant sind sechs Kammermusikkonzerte, ergänzt durch ein eigenes Konzertformat für Kinder.

Kulturangebote sollen stärker in die Ortsteile kommen

Kultur soll künftig nicht nur in der Kernstadt stattfinden. Unter dem Titel „Kultur vor Ort“ plant das Kulturbüro für 2028 mindestens eine Veranstaltung in jeweils vier Ortsteilen. Theater und Popmusik sollen dabei ebenso vertreten sein wie Angebote für Erwachsene und junge Menschen. Für das Vorhaben sind 20.000 Euro vorgesehen.

Ein wichtiger Veranstaltungsort bleibt auch der Weinheimer Schlosshof, in dem der Kultursommer 2028 erneut stattfinden soll. Dabei ist eine neue Gewichtung geplant: Noch stärker als bisher sollen örtliche Künstler, Vereine und weitere Akteure das Programm gestalten. Für den Kultursommer sind rund 50.000 Euro eingeplant.

KinderKulturSommer und Bühne für junge Musiker

Auch der Platz am Blauen Hut soll wieder zu einem besonderen Treffpunkt für junge Besucher werden. Nach der geplanten Premiere im Jahr 2027 ist für 2028 die zweite Auflage des KinderKulturSommers vorgesehen. Drei Tage lang soll sich dort alles um Kulturangebote für die jüngsten Besucher drehen.

Junge Musiker erhalten ebenfalls weiterhin eine eigene Plattform. In der Reihe „Studiobühne – Die junge Bühne“ sind fünf Konzerte mit regionalen und überregionalen Nachwuchskünstlern geplant. Das Format verbindet hochwertige musikalische Angebote mit der Förderung junger Talente.

Darüber hinaus möchte das Kulturbüro neue Veranstaltungsformate entwickeln. Dafür sind 25.000 Euro vorgesehen. Im Mittelpunkt sollen aktuelle gesellschaftliche Themen, Ideen aus der Bevölkerung und Zielgruppen stehen, die bislang von den Kulturangeboten weniger erreicht werden.

Bei aller Offenheit für neue Formate bleiben auch die traditionellen Veranstaltungen fester Bestandteil des Weinheimer Kulturkalenders. Der Sommertagszug und die Martinsumzüge sollen weiterhin ihren Platz behalten.

Kulturausschuss spricht sich gegen Einsparungen aus

Die vorgestellten Planungen stießen im Fachausschuss auf breite Zustimmung. Dabei wurde auch die Bedeutung der vorgesehenen Kulturmittel hervorgehoben. Die Investitionen seien beträchtlich, müssten aber als Ausdruck des Stellenwerts verstanden werden, den die Kultur in Weinheim einnehme.

Neben dem kulturellen Angebot für die Bürgerinnen und Bürger sei Kultur auch ein wichtiger Standortfaktor. Sie ziehe Menschen aus der gesamten Region nach Weinheim und komme damit ebenso Gastronomie und Einzelhandel zugute.

Die Empfehlung des Ausschusses an den Gemeinderat fiel entsprechend eindeutig aus: Bei der Kultur soll nicht gespart werden.

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