Rarität im Zoo Heidelberg: Erstmals Jungtiere des Yarrellzeisigs geschlüpft
Im Zoo Heidelberg gibt es einen besonderen Grund zur Freude: zum ersten Mal sind dort Junge des seltenen Yarrellzeisigs geschlüpft. Der kleine Singvogel aus Südamerika gilt in der Natur als gefährdet, da intensive Wilderei, illegaler Handel und der Verlust von Lebensräumen den Bestand stark dezimiert haben. Nach Schätzungen existieren in Brasilien und Venezuela nur noch zwischen etwa 6.000 und 15.000 Exemplare – mit weiter fallender Tendenz; die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft die Art entsprechend ein.
Der Zoo Heidelberg ist derzeit der einzige Zoo außerhalb Südamerikas, der diese Vogelart hält und sich aktiv um ihren Schutz bemüht. Im Frühjahr 2025 übernahm er zwei Paare aus privater, sachkundiger Haltung, um ein Zuchtprojekt zu starten (Zoo Heidelberg beteiligt sich an über 60 Erhaltungszuchtprogrammen). Im Dezember legte eines der Paare schließlich erstmals Eier, und zum Jahreswechsel schlüpften die ersten Jungvögel. Dank intensiver Vorbereitung und Betreuung durch die Tierpfleger konnten sie erfolgreich aufgezogen werden – inzwischen sind die beiden Jungen flügge und erkunden ihr Umfeld.
Revierleiter Leonhard Aistleitner hebt hervor, dass dieser Erfolg wichtiger Meilenstein für den Aufbau einer stabilen Population in menschlicher Obhut ist. Geplant ist, den Schutz dieser Art weiter auszubauen: Der Zoo arbeitet dabei eng mit anderen zoologischen Gärten sowie fachkundigen Privathaltern zusammen, um die ex situ Population langfristig zu stabilisieren.
„Es gibt viele unauffällige Arten wie den Yarrellzeisig, die in der Natur unter Druck stehen und eine Plattform brauchen“, sagt Kurator Joshua Förg. Ohne gezielten Einsatz könnten sie sonst unbemerkt verschwinden.
Die Yarrellzeisige sind derzeit noch hinter den Kulissen des Zoos untergebracht. Ab März werden sie aber in der Fasanerie gezeigt – Besucherinnen und Besucher können sie dann erstmals öffentlich beobachten und mit etwas Glück auch den melodischen Gesang der Männchen hören.
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Foto: Die beiden Jungvögel in ihrem Nest. (Foto: Zoo Heidelberg)












