Gestreift, gesund und munter – Erstuntersuchung beim Tiger-Nachwuchs im Zoo Heidelberg
Rund zwei Monate nach der Geburt der beiden Sumatra-Tiger stand im Zoo Heidelberg ein wichtiger Termin an: die tierärztliche Erstuntersuchung des Nachwuchses. Zoo-Tierärztin Dr. Barbara Bach untersuchte die Jungtiere gründlich – mit erfreulichem Ergebnis: Beide Tiger sind gesund und entwickeln sich sehr gut. Zudem wurde das Geschlecht festgestellt: Es sind zwei Weibchen.
Im Raubtierhaus herrschte mucksmäuschenstille, während das Team aus Tierärztin, Tierpflegern und Azubis gespannt wartete, bis stellvertretender Revierleiter Manuel Stumpf das erste der beiden Tigerjungtiere auf den Behandlungstisch setzte. „Heute steht die große Erstuntersuchung der kleinen Sumatra-Tiger an. Bisher entwickeln sich beide sehr gut, aber jetzt wollen wir sie das erste Mal von Nahem durchchecken und das Geschlecht bestimmen“, erklärte Stumpf.
Die Tiger verhalten sich während der Untersuchung vorbildlich. „Ein wenig Fauchen gehört dazu und ist sogar nützlich – wir müssen auch das Gebiss kontrollieren“, erläutert Dr. Bach. Neben den Zähnen prüfte die Tierärztin Augen, Herz, Lunge, Gewicht und natürlich das Geschlecht der rund zwei Monate alten Tiere. Dann die erlösende Nachricht: „Wir haben zwei weibliche, gesunde Sumatra-Tiger!“
Der Nachwuchs wird künftig eine wichtige Rolle im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Sumatra-Tiger spielen. Diese kleinste Tigerunterart gilt als stark bedroht: Wilderei und der Verlust ihres natürlichen Lebensraums auf der indonesischen Insel Sumatra haben den Bestand drastisch reduziert. Jeder Nachwuchs in wissenschaftlich geführten Zoos trägt somit zum langfristigen Erhalt der Population bei.
Nach der Untersuchung kehrten die Jungtiere direkt zu ihrer Mutter zurück. Das Tierpflegerteam beobachtet die kleine Familie weiterhin aufmerksam, bleibt jedoch bewusst im Hintergrund. Besucher haben in den kommenden Wochen zunehmend die Möglichkeit, die Geschwister zu sehen, da sie immer aktiver werden.
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Foto: “Einmal weit aufmachen bitte“ – Tierärztin Dr. Barbara Bach kontrolliert auch die Zähne der Tiger. (Foto: Zoo Heidelberg)












