Forum Inklusion und Barrierefreiheit: Barrierefrei planen, bauen und wohnen
Wie können Wohnungen, öffentliche Gebäude und der öffentliche Raum barrierefreier werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Forums Inklusion und Barrierefreiheit am 23. Januar in Mannheim. Die Veranstaltung wurde von der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Ursula Frenz, initiiert. Bereits vor Beginn konnten die Teilnehmenden in einem Selbsterfahrungsparcours Barrieren im Alltag selbst erleben – im Rollstuhl, mit Dunkelbrille oder Blindenstock.
Bürgermeister Ralf Eisenhauer betonte in seinem Grußwort, dass Barrierefreiheit von Beginn an in Planung und Bau öffentlicher Einrichtungen berücksichtigt werde. Beispiele sind die Sanierungen der Rathäuser in Wallstadt und Käfertal, die nun barrierefreie Zugänge durch Rampen bieten. Häufig werden auch Menschen mit Behinderungen bei Projekten als Expertinnen und Experten in eigener Sache einbezogen.
Ein Schwerpunkt lag auf barrierefreiem Wohnen. Eisenhauer stellte das städtische Förderprogramm „barrierefreier Umbau“ vor, das Maßnahmen wie barrierefreie Sanitärräume, Rollstuhlrampen oder elektrische Türantriebe unterstützt. Die Nachfrage steigt mit dem demografischen Wandel, da immer mehr ältere Menschen auf barrierearme Wohnungen angewiesen sind. Praxisbeispiele zeigten, wie barrierefreie Wohnprojekte umgesetzt werden – etwa von der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft GBG.
In Fachbeiträgen wurde diskutiert, wie Standards, Regelwerke und Kosten im barrierefreien Wohnungsbau flexibler gestaltet werden können. Auch die Bedürfnisse von neurodivergenten Menschen wurden thematisiert, etwa durch Lichtführung, Akustik oder klare Raumstrukturen zur Stressreduktion und besseren Orientierung.
Beim anschließenden Podiumsgespräch machte Nora Welsch, Beauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg für Menschen mit Behinderungen, deutlich: Barrierefreiheit dürfe kein Luxus sein. Sie sei besonders wichtig, da viele Menschen mit Behinderungen armutsgefährdet seien und bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum dringend benötigt werde. Eisenhauer ergänzte: „Barrierefreiheit ist ein Qualitätsstandard. Sie gelingt am besten, wenn sie frühzeitig mitgedacht und praxistauglich umgesetzt wird.“
Die Veranstaltung förderte den direkten Austausch zwischen Verwaltung, Architektinnen und Architekten sowie Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen. Das Forum wurde in Kooperation mit der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Mannheim, und mit Unterstützung der AG Barrierefreiheit sowie des Badischen Blinden- und Sehbehindertenvereins (BBSV) durchgeführt.
Das Forum wurde im Livestream barrierefrei übertragen und ist weiterhin verfügbar unter: www.youtube.com/live/tBCHQ-5isSA.
Foto: Stadt Mannheim












