Greifbares Glück in Mannheim: Theodor Fliedner Haus erhält Tovertafel von Dietmar Hopp Stiftung

Strahlende Augen, lautes Lachen und gegenseitiges Anfeuern: Eine so genannte Tovertafel animiert demenzkranke Menschen zur Interaktion und verschafft ihnen positive Erlebnisse. Im Rahmen ihrer Förderaktion „Greifbares Glück – Menschen mit Demenz spielerisch aktivieren“ spendet die Dietmar Hopp Stiftung insgesamt 100 Tovertafelpakete: In der siebten Vergaberunde im Juni freuen sich zehn Senioreneinrichtungen über eine Spende in Höhe von jeweils 13.200 Euro für Anschaffung, Installation und Betrieb einer Tovertafel, darunter auch die Theodor Fliedner Stiftung in Mannheim-Feudenheim.

Bei der Tovertafel, niederländisch für Zaubertisch, handelt es sich um eine Art Beamer, der bewegte Bilder und Spiele auf einen Tisch projiziert, die auf kleinste Bewegungen reagieren. Durch die Teilnahme am Spiel kommen demenzkranke Menschen in den Austausch untereinander und mit Betreuern und Angehörigen, und ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten werden gefördert. Bunte Farben, Bewegungen und Töne sprechen das Unterbewusstsein auch von Bewohnerinnen und Bewohner an, die in ihrer Wahrnehmung deutlich reduziert sind. Neben Spielen, die vor allem die Sinne anregen, gibt es auch anspruchsvollere, bei denen kognitive Fähigkeiten gefordert werden, indem etwa Sprichwörter vervollständigt werden. Studien belegen, dass geistige und körperliche Aktivität und soziale Teilhabe die Lebensqualität von demenzkranken Menschen verbessern. Neben verschiedenen Möglichkeiten einer aktivierenden Pflege können technische Hilfsmittel wie eine Tovertafel dazu beitragen, Menschen mit Demenz Glücksmomente zu bescheren und ihre Alltagsfähigkeiten so gut wie möglich zu erhalten.

„Wir freuen uns sehr, dass wir in dieser Vergaberunde von der Dietmar Hopp Stiftung mitberücksichtigt wurden. Wir haben die Tovertafel bereits installiert und sie wird von unseren Bewohnerinnen und Bewohnern und auch den Tagesgästen begeistert angenommen. Es ist auch für die Betreuerinnen und Betreuer eine gute Möglichkeit mit den Demenz-Betroffenen zu arbeiten und zu interagieren“, so der Vorsitzende des Stiftungsrats der Theodor-Fliedner-Stiftung, Bürgermeister Michael Grötsch.

„Selbst Menschen mit schwerer Demenz können mit der Tovertafel aktiviert werden. Sprichwörter können häufig korrekt ergänzen werden, da sie überwiegend t im Kindes- oder Jugendalter erlernt wurden“, sagt Andreas Schulmeister, der Betriebsleiter der Theodor-Fliedner-Stiftung.

Häufig stammen die Zeilen aus bekannten Volksliedern: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie Menschen, die sich nur noch schwer verbal ausdrücken können, nur durch ein paar Wörter animiert werden, ganze Volkslieder mit mehreren Strophen fehlerfrei und voller Freude zu singen“, hat auch Meike Leupold, stellvertretende Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung, beobachtet.

Im Juni können sich Senioreneinrichtungen in Bensheim, Dallau, Heidelberg, Mannheim (2x), Mörlenbach, Neustadt/Weinstraße, Sandhausen, Wiesloch und Worms über die innovative Pflegetechnik freuen. Bis September werden im Rahmen der Förderaktion noch insgesamt 30 Tovertafelpakete vergeben.

Informationen zur Förderaktion unter www.greifbares-glueck.de.

Über die Tovertafel
Der Begriff Tovertafel kommt aus dem Niederländischen und bedeutet Zaubertisch. Dahinter verbirgt sich eine innovative Pflegetechnologie, die einfach einzusetzen ist: Eine Art Beamer wird mit einem Click-System an der Decke befestigt und projiziert Animationen auf einen Tisch oder den Fußboden. Die in verschiedenen Spielen übertragenen Bilder reagieren auf kleinste Bewegungen, so dass zum Beispiel Bälle hin und her gespielt werden, Laub zusammengeschoben oder ein Puzzle gelegt wird. Einige der Spiele beinhalten auch akustische Elemente, etwa kann durch die Berührung von Noten eine eigene Melodie entstehen. Das Miteinander der dementen Menschen mit Pflegepersonen, Familienangehörigen und anderen Seniorinnen und Senioren sorgt für Spaß, Freude und Kommunikation. Die Spiele rufen spontane Bewegungen und Gesten hervor und aktivieren kognitive Fähigkeiten.
Die Idee zur Tovertafel entstand im Rahmen einer Doktorarbeit an der TU Delft und der Universität Amsterdam. Seitdem wird die Technologie stetig weiterentwickelt. Die Vorteile der Tovertafel sind therapeutisch und wissenschaftlich bewiesen: Sie soll die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege unterstützen und den Bedürfnissen der Menschen mit Demenz entsprechen. Deshalb werden regelmäßig Studien zu Menschen mit Demenz, zu ihrer Pflegeumgebung und zur Wirkung der Tovertafel durchgeführt. Dadurch kann eine neue Art der Betreuung mit Unterstützung digitaler Technik angeboten werden, die zur Zielgruppe passt. Studien zeigen u.a., dass die Tovertafel die Apathie durchdringt, Unruhe verringert, trübsinnige Stimmungen von Bewohnern durchbricht, die soziale Interaktion verstärkt und körperliche Aktivität stimuliert.

Über die Theodor-Fliedner-Stiftung
Die Theodor-Fliedner-Stiftung unterhält in Mannheim mehrere Einrichtungen der Altenhilfe. Neben dem Seniorenpflegeheim Theodor Fliedner Haus in Feudenheim mit seinen hundert Heimplätzen bietet die Stiftung zehn Tagespflegeplätze sowie zwei Anlagen für Betreutes Wohnen in Feudenheim und Wallstadt mit 27 beziehungsweise 25 Wohnungen an. Die dritte Wohnanlage auf Turley verfügt über 36 Wohnung. In Niederfeld sind etwa 30 Betreute Wohneinheiten geplant plus das Kinderhaus mit sieben Gruppen.

Über die Dietmar Hopp Stiftung
Die Dietmar Hopp Stiftung GmbH wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung gemeinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht überwiegend aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat.
Die Stiftung gehört zu den größten Privatstiftungen Europas. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt.
Auf Antrag fördert die Stiftung Projekte gemeinnütziger Organisationen in den Bereichen Medizin, Bildung, Soziales, Jugendsport und Klimaschutz. Dazu gehört z. B. die Unterstützung von Sportvereinen, Einrichtungen und Projekten für Kinder oder ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen. Große Förderprojekte im medizinischen Bereich sind derzeit der geplante Bau des Herzzentrums sowie des Hopp-Kindertumorzentrums in Heidelberg.
Darüber hinaus setzt die Dietmar Hopp Stiftung GmbH ihre satzungsgemäßen Zwecke durch eigene Förderaktionen um. Als besondere Aktion begeistern unter dem Titel „alla hopp!“ 19 Bewegungs- und Begegnungsanlagen alle Generationen für mehr Bewegung. Die alla hopp!-Anlagen hat die Dietmar Hopp Stiftung zwischen 2015 und 2017 für insgesamt 45 Millionen Euro errichtet und den Kommunen geschenkt. In der neuen Förderaktion „Greifbares Glück – Menschen mit Demenz spielerisch aktivieren“ spendet die Stiftung ab 2021 insgesamt 100 so genannte Tovertafel-Pakete an Einrichtungen, in denen Menschen mit Demenz begleitet und betreut werden. Hierfür stellt sie rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.
2014 hat die Dietmar Hopp Stiftung zudem die Klimastiftung für Bürger gegründet. Sie soll das Verständnis für den Klimawandel und ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften fördern und gleichzeitig zum Handeln inspirieren. Dazu betreibt die Klimastiftung für Bürger seit Oktober 2019 mit der Klima Arena in Sinsheim einen innovativen Ausstellungs- und außerschulischen Lernort für alle, die sich nachhaltig für Klima und Umwelt engagieren möchten.
www.dietmar-hopp-stiftung.de

Quelle: Stadt Mannheim

Related posts

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Informationen...

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen