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Heidelberg Alte Brücke: Sanierung der Pfeiler startet am Montag, 22. Juni 2020

19. Juni 2020 | Heidelberg, Leitartikel, Politik, Wirtschaft

An der Karl-Theodor-Brücke – besser bekannt als Alte Brücke – muss die Stadt Heidelberg die Pfeiler unterhalb der Wasserlinie sanieren. Die Arbeiten beginnen am Montag, 22. Juni 2020, und sollen in den Jahren 2020 bis 2022 jeweils in den Monaten April bis Oktober erfolgen. Die Nutzung der Brücke wird dadurch nur unwesentlich beeinträchtigt. Die Kosten der Baumaßnahmen belaufen sich auf 5,4 Millionen Euro. Für die Sanierungsmaßnahme erhält die Stadt Heidelberg vom Regierungspräsidium einen Zuschuss in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro aus dem „Kommunalen Sanierungsfonds Brücken“.

Hintergrund der Maßnahme ist, dass bei den letzten beiden Bauwerksprüfungen in den Jahren 2008 und 2015 Schäden erkannt worden sind. Neben Rissen an den Pfeilern und fehlenden Stahlklammern, wurden 70 Zentimeter tiefe Fugen unter der Wasserlinie festgestellt, die im Laufe der Zeit von der Strömung ausgewaschen worden sind. Bereits in den Jahren 2001/2002, 2006 und 2008 wurden umfassende Sanierungsmaßnahmen ausgeführt.

Um die Standfestigkeit der Brücke dauerhaft zu gewährleisten, müssen nun drei Pfeiler im Bereich der Schifffahrtsrinnen unterhalb der Wasserlinie komplett neu verfugt werden. Anschließend soll ein Betonring am Pfeilerschaft angebracht werden. Bei drei weiteren Pfeilern werden die Schäden lokal bearbeitet. Weil die Arbeiten im Trockenen erfolgen müssen, wird an dem jeweiligen Pfeiler zur Trockenlegung ein Schutzkasten angebracht, der den Pfeiler wasserdicht umschließt.

Hintergrund: Dichter wie Friedrich Hölderlin und Gottfried Keller, aber auch viele Maler haben sie in ihren Werken festgehalten: die Alte Brücke. Mit neun Bogen überspannt die Brücke aus rotem Sandstein den Neckar und fügt sich harmonisch in das Stadtbild ein. Die erste Brücke an dieser Stelle entstand 1284. Hochwasser und Eisgang zerstörten sie, wie alle folgenden hölzernen Brückenkonstruktionen.

Deshalb ließ Kurfürst Karl Theodor – nachdem ein großes Eishochwasser 1784 auch die damalige Holzbrücke zerstört hatte – in den Jahren 1786 bis 1788 erstmals eine steinerne Brücke errichten (daher auch der Name Karl-Theodor-Brücke). Ihre in der Mitte erhöhten Brückenjoche ermöglichen einen schnellen Abfluss bei Hochwasser. Am 29. März 1945 sprengten deutsche Soldaten alle Heidelberger Neckarbrücken. 1946 konnte der Wiederaufbau dank Spendenaktionen beginnen, im Juli 1947 war die Einweihung.

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