Heidelberg: Emmertsgrund setzt Zeichen für Solidarität und ein friedliches Miteinander

Mehr als 1.000 Kinder und Erwachsene ließen Luftballons steigen

 

Ein Zeichen für Solidarität und ein friedliches Miteinander: Mehr als 1.000 Kinder und Erwachsene ließen am 17. September Luftballons vor der Emmertsgrund-Grundschule in den Himmel steigen.
©Tobias Dittmer

Die Grundschulen und Kindergärten auf dem Emmertsgrund, der Stadtteilverein, das Stadtteilmanagement und viele engagierte Bürgerinnen und Bürger haben am Dienstag, 17. September 2019, ein Zeichen für einen solidarischen Stadtteil und gegen Gewalt gesetzt. Auf dem Platz vor der Schule und dem Bürgerzentrum ließen mehr als 1.000 Kinder und Erwachsene bunte Luftballons aus biologisch abbaubarem Naturkautschuk in den Himmel steigen und stimmten gemeinsam das Lied „We are the World“ an. Hintergrund der Aktion war ein größerer Polizeieinsatz vor der Schule am vergangenen Freitag. Im Rahmen einer Einschulungsfeier waren die getrenntlebenden Eltern eines Erstklässlers in Streit geraten. Der Konflikt eskalierte durch die Einmischung mehrerer Familienmitglieder. Eine Polizeibeamtin wurde durch einen Messerstich verletzt.

 

„Dieser Vorfall hat mich getroffen. Aber es handelt sich um das Fehlverhalten von Einzelpersonen, das überall hätte passieren können. Das darf die erfolgreiche Entwicklung im Stadtteil nicht überlagern. Deshalb setzt die Aktion genau das richtige Zeichen für eine starke Gemeinschaft“, erklärt Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

 

Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck sagte bei der Aktion am 17. September vor der Emmertsgrund-Grundschule: „Wir wollen hier gemeinsam ein Zeichen der Solidarität und des friedlichen Miteinanders setzen und mit den bunten Ballons weithin sichtbar machen, dass der Emmertsgrund ein schöner, sicherer und lebenswerter Stadtteil ist.“ Zu Unrecht würden die Bergstadtteile Emmertsgrund und Boxberg oftmals stigmatisiert. „Das Wir-Gefühl ist ausgeprägter als in anderen Stadtteilen. Dass der Emmertsgrund 2018 den Deutschen Nachbarschaftspreis erhalten hat, ist nur ein Beleg dafür.“ Dass man Konflikte anders als mit Gewalt lösen müsse, sei die Botschaft, die man heute mit der Aktion senden wolle.

 

Ihr Bedauern über den Vorfall am Einschulungstag äußerte Sigrid Kirsch vom Stadtteilverein. Sie hoffe, dass die Kinder den Vorfall gut verarbeiten. Auch Monika Kindler vom Trägerverein des Emmertsgrunder Stadtteilmanagements appellierte, respektvoll miteinander umzugehen: „Ein friedliches Miteinander ist uns wichtig.“ An der Solidaritätsaktion nahmen auch Schülerinnen und Schüler der benachbarten Waldparkschule sowie einige Familien teil. Auch die bei dem Vorfall verletzte Polizistin war mit Kollegen anwesend. Ihr geht es mittlerweile wieder gut.

 

Im Emmertsgrund wurde 2010 im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ durch die Stadt Heidelberg ein Stadtteilmanagement eingerichtet, welches im Rahmen einer bewohnerorientierten, selbsttragenden und nachhaltig wirksamen Stadtteilentwicklung eine Vielzahl an Angeboten und Aktivitäten vor allem für die junge Bevölkerung des Stadtteils ermöglicht. 2018 ging der Deutsche Nachbarschaftspreis an den Bergstadtteil.

 

 

 

 

Ergänzend: www.heidelberg.de/hd/HD/Rathaus/soziale+stadtteilentwicklung+emmertsgrund.html

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