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Heidelberg entwickelt sich nachhaltig

4. August 2019 | Heidelberg, Leitartikel, Natur & Umwelt

Bereiche Umwelt und Arbeit besonders positiv

Heidelberg entwickelt sich in den Bereichen Arbeit und Umwelt besonders positiv. Das geht aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2018 hervor, den die Stadt Heidelberg Anfang Juli im Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss vorgelegt hat. Dieser zeigt anhand von rund 130 Indikatoren auf, wie nachhaltig sich Heidelberg entwickelt. Insgesamt zehn unterschiedliche Bereiche wurden untersucht –in fast allen hat Heidelberg Fortschritte erzielt oder ein bereits hohes Niveau gehalten, so der Bericht.

Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner sagte: „Gerade in Ballungsräumen, in denen viele Menschen leben und arbeiten, wird der Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung gelegt. Daher ist es wichtig, sich von Zeit zu Zeit zu fragen: Was haben wir auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stadt bereits erreicht? Was liegt noch vor uns? Es ist erfreulich, dass Heidelberg in den meisten Zielbereichen bereits ein sehr hohes Niveau erreicht hat. Zu dem positiven Ergebnis haben neben der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat auch viele weitere Akteure in Heidelberg beigetragen, bei denen ich mich ausdrücklich für ihren Einsatz bedanke.“

Im Bereich Arbeiten fiel beispielsweise positiv auf, dass sich die Zahlen der Erwerbstätigen (+ 5.200) und des Bruttoinlandsproduktes (+ rund 1.200 Euro je Einwohner) im Betrachtungszeitraum 2013 bis 2017 erhöht haben, während die Arbeitslosenquote zurückgegangen ist (- 0,9 Prozentpunkte). Im Bereich Umwelt sind die gesamtstädtischen Kohlendioxid-Emissionen (ohne Verkehr) weiterhin zurückgegangen (- 9.900 Tonnen/Jahr). Auch beim Stromverbrauch (- 75 Kilowattstunden/Einwohner) und der Menge der Siedlungsabfälle (- 26 Kilogramm pro Jahr und Einwohner) gab es einen Rückgang.

Im Bereich Soziales zeigte sich bei den Leistungsempfängern ein Rückgang (- 2,9 je 1.000 Einwohner), am deutlichsten bei den sogenannten Aufstockern, die staatliche Unterstützung zum Einkommen erhalten (- 3,1 Prozentpunkte). Bei der Gesundheitsförderung fällt ein Indikator negativ auf: die Zunahme der übergewichtigen Kinder im Kindergartenalter (+ 2,8 Prozentpunkte).

Im Bereich Mobilität ging die Anzahl der eigenen Personenkraftwagen zurück (- 4 Pkw je 1.000 Einwohner), während die der CarSharing-Kunden anstieg (+ rund 1.200). Im Rahmen des Förderprogramms „Umweltfreundlich mobil“ unterstützte die Stadt 2017 über doppelt so viele Projekte wie 2014. Bei den Querschnittsanliegen ist ein Anstieg bei den städtischen Vorhaben und Projekten mit Bürgerbeteiligung zu nennen (2013: 30; 2017: 70).

Im Bereich Kultur erhöhte sich die Anzahl der Besucherinnen und Besucher des Theaters und Orchesters Heidelberg (+ 3.900) und des Heidelberger Frühlings (+ 10.800). Die Zahl der Kunst- und Kulturfestivals (+ 4) sowie der Kulturzentren (+ 5) stieg ebenfalls an. Im Bereich Regionale Kooperation verzeichnete der Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar einen Zuwachs auf knapp 770 Mitglieder. Der Demografische Wandel deutet sich in Heidelberg bisher nur durch eine Zunahme des Altenquotienten (Zahl der mindestens 65-Jährigen je 100 Personen zwischen 18 und 64) um ein Drittel sowie eines Rückgangs des Jugendquotienten (Zahl der unter 18-Jährigen) um 13 Prozent an. Im Bereich Wohnen gibt es weiterhin Handlungsbedarf, wie der Bericht zeigt. Die Stadt hat 2017 ein Handlungsprogramm aufgelegt, um dem zu begegnen und jährlich 800 Wohnungen zu schaffen.

 

 

 

 

Hintergrund: Der Heidelberger Nachhaltigkeitsbericht 2018 ist bereits der fünfte Umsetzungsbericht des Heidelberger Stadtentwicklungsplans. Er betrachtet alle zehn Zielbereiche des Stadtentwicklungsplans und wurde um einige „Sustainable Development Goals“ erweitert – dabei handelt es sich um die Ziele, welche die Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 im Jahr 2015 definierten. Die zehn untersuchten Bereiche sind Querschnittsanliegen, Städtebauliches Leitbild, Arbeiten, Wohnen, Umwelt, Mobilität, Soziales, Kultur, Regionale Kooperation, Demografischer Wandel.

 

Die Indikatoren werden ebenfalls überprüft: Kriterien sind dabei insbesondere die aktuelle Aussagekraft und Repräsentativität. Die Indikatoren decken eine große Bandbreite an Themen ab: Sie reichen von der Anzahl der Partnerstädte über die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort bis hin zu Spielflächen für Kinder und die Mitgliederzahl in Sportvereinen.

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