Heilsame Begegnung von Mensch und Pferd

Seit mehr als 30 Jahren bietet der Reiter-Verein Mannheim im Rahmen seines
sozialen Engagements heilpädagogisches Reiten an. Zum achten Mal wird er
dabei von der Sparkasse unterstützt. In diesem Jahr mit einer Spende in
Höhe von 10 000 Euro.

Pferde gelten als gute Therapiepartner für Menschen mit Einschränkungen.
Im Gegensatz zu den ähnlich populären Delfinen sind sie leichter verfügbar
und gerade gehtherapeutisch im Vorteil, da sich Mensch und Pferd gemeinsam
von A nach B bewegen können. „Das ist eine Erfahrung, die gerade Kinder
und Heranwachsende glücklich macht und die dadurch oft Wunder bewirkt“,
sagt Peter Hofmann, Präsident des Reiter-Vereins. Bei dem therapeutischen
Angebot geht es nicht um das Reiten im klassischen Sinne. Vielmehr sorgen
Begegnung und Interaktion mit den Tieren für positive Gefühle bei den
Kindern und Jugendlichen. Laut dem Vereinspräsidenten werden, unabhängig
von der Art der Einschränkung, bei nahezu jedem Teilnehmer Konzentration
und Auffassungsvermögen gestärkt. „Bei sehbehinderten Menschen tritt oft
eine Verbesserung der motorischen Fähigkeiten und der Sinneswahrnehmungen
ein. Und für Kinder, die das Sprechen verweigern, kann der Umgang mit
Pferden sogar eine Öffnung der inneren Blockade herbeiführen“, so Hofmann.

Bestätigt wird der Erfolg der Therapie unter anderem von der Mutter eines
Jungen, der seit seiner Geburt an schweren spastischen Lähmungen leidet.
Er kann gestikulieren, aber nicht sprechen, wird gewaschen, gewickelt,
gefüttert und getragen. „Das heilpädagogische Reiten führt dazu, dass
seine Muskeln sich entspannen können und sogar der Darm ohne Zugabe von
Medikamenten korrekt arbeitet“, sagt die Mutter, die ihren Namen zum
Schutz des Kindes nicht veröffentlichen möchte. Nach dem Reiten, sagt sie
weiter, bleiben die Muskeln in Armen und Beinen über mehrere Tage so
locker, „dass unser Sohn entspannter sitzen und liegen kann. Er freut
sich, wenn er zum Pferd kann und kuschelt sich dann lächelnd in dessen
Fell.“

Für Sparkassen-Vorstand Helmut Augustin sind die Aussagen der Frau eine
Bestätigung des Spenden-Engagements seines Hauses: „Das heilpädagogische
Reiten ist ein wichtiger Beitrag für die Entwicklung eines jeden
Therapie-Teilnehmers. Wir reden immer von Integration und Inklusion – hier
tun die Menschen etwas dafür. Als Sparkasse unterstützen wir dabei gern.“
Vereinspräsident Hofmann betont, dass das Angebot ohne Unterstützer nicht
aufrechterhalten werden könne: „Wir sind auf Spenden angewiesen, da unser
Projekt weder von den Krankenkassen noch vom Kultusministerium unterstützt
wird. Regelmäßige Förderer wie die Sparkasse geben uns Planungssicherheit.
Dafür sind wir unendlich dankbar.“

Kostenintensiv sei vor allem die Auswahl und Ausbildung der Pferde. Die
Tiere müssen besonders einfühlsam und gelassen sein, sowie eine spezielle
Ausbildung durchlaufen. Gerade das Ausbalancieren des Reiters sei, laut
Therapeutin Marion Blumrich-Brauer, eine besondere körperliche und mentale
Herausforderung für die Tiere. Gemeinsam mit ihrem Team betreut sie das
Projekt seit 23 Jahren. „Die Arbeit mit den Pferden zeigt immer wieder,
dass es zwischen Pferd und Mensch Kommunikationsebenen gibt, die ein
Therapeut nicht anregen kann. Das Pferd mit seinem Fell, der sehr
ähnlichen Körpertemperatur und den dreidimensionalen Bewegungen bewirkt
oft kleine Wunder. Sie agieren vorurteilsfrei und nehmen bei korrektem
Umgang jeden so an, wie er ist“, so Blumrich-Brauer. Das vermittle
Geborgenheit und Sicherheit – und führe letztlich zu den positiven
Effekten.

Für die Kunden der Sparkasse ist interessant, dass die Spende aus den
Erlösen des PS-Sparens stammt. Dabei kauft der Sparer Lose zu fünf Euro.
Vier Euro werden angespart, ein Euro kostet die Teilnahme an der
PS-Lotterie. Ein Viertel dieses Einsatzes, aus dem auch Gewinne bis zu 10
000 Euro für den Sparer resultieren können, spendet die Sparkasse für
gemeinnützige Zwecke. Fast 100 000 Euro waren es allein im Jahr 2018.

Bildunterschrift Foto 1:
Von der Sparkasse zum Reiter-Verein: Helmut Augustin (l.) übergibt an
Peter Hofmann (r.).

Bildunterschrift Foto 2:
Die Hände am Scheck: Helmut Augustin (l.) übergibt an Peter Hofmann (r.).
Ganz links: Therapeutin Marion Blumrich-Brauer.

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