Homeoffice zum Energiesparen? Die ersten Unternehmen denken um

Gerade erst kehrten die meisten Arbeitnehmer nach dem Ende der Corona-Restriktionen in die Büros zurück, doch nun erlebt das Homeoffice schon wieder ein Blitz-Comeback: Immer mehr Arbeitgeber erlauben es ihren Angestellten, zu Hause zu bleiben, denn so können beide Seiten Energie sparen.

Einsparpotenzial von 36 Milliarden Kilometern

Schon im letzten Jahr befasste sich das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertungen ausführlich mit der Frage nach den positiven Auswirkungen des Homeoffice. Diese Studie kam zu dem Schluss, dass alleine mit zwei Tagen im Homeoffice pro Arbeitswoche 35,9 Milliarden Kilometer weniger gefahren werden würden. Dies entspricht einer Reduktion des CO2-Ausstosses um 5,4 Millionen Tonnen.

Würden alle diese Menschen mit dem Auto zur Arbeit pendeln, wären es wiederum 46 Millionen Tankfüllungen weniger. Dies schont die Umwelt und den Geldbeutel und kann aktuell dazu beitragen, den Druck auf Russland zu erhöhen. So zeigt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie, dass Homeoffice den Ölbedarf um 3 % reduzieren könnte.

Mannheim pendelt

Für die Region Mannheim sind diese Gedankenspiele von besonders großem Interesse, denn die Zahl der Pendler ist hoch: In Mannheim pendeln 60 % der Arbeitnehmer täglich in die Stadt, in Heidelberg sind es 55 %. Viele Pendler legen dabei weite Strecken zurück, unter anderem nach Frankfurt und Stuttgart.

Dauerhaftes Homeoffice wird sich für diese Menschen weit positiver auf den Geldbeutel auswirken als die Energiepauschale der Bundesregierung. Daneben überzeugt ein weiteres Argument selbst die widerwilligsten Arbeitgeber, die sich bislang kaum mit Heimarbeit anfreunden konnten: Bleiben mehr Mitarbeiter zu Hause, sinken die Stromkosten am Arbeitsplatz.

Für langfristiges Homeoffice sind Investitionen nötig

Allerdings steht dem doppelten Energiesparen noch so manche Hürde im Weg. Während der kurzfristigen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie konnte bei der Heimarbeit meist improvisiert werden. Doch für dauerhaftes Homeoffice sind Arbeitgeber verpflichtet, den Mitarbeitern einen angemessenen Arbeitsplatz zu finanzieren. Dies beginnt bei einem guten Schreibtisch und ergonomischem Schreibtischstuhl und endet bei Bürobedarf wie Textmarkern und Kugelschreibern. Diese können in der Regel an Tagen der Büroarbeit mitgenommen werden. Weiterhin muss der Arbeitgeber darauf achten, dass sich alle externen Mitarbeiter sicher per VPN in das Firmennetzwerk einloggen können.

Im Homeoffice überwiegen die Vorteile

Reduzierte Energiekosten für beide Seiten sind nur ein Vorteil von vielen für Arbeitgeber. Längst ist bekannt, dass gerade jüngere Arbeitnehmer viel Wert auf Work-Life-Balance legen und sich eher auf Stellen bewerben, die teilweise Homeoffice erlauben. Dazu vergrößert sich der Bewerberpool, da sich auch Menschen aus anderen Städten bewerben können. Für Arbeitgeber, die es noch nicht während der Corona-Pandemie getan haben, wird es Zeit zum Umdenken.

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