Kita-Ausbau ein zentrales Ziel der Stadt

3.500 Plätze in den kommenden Jahren geplant / Zirka 1.200 Ganztagsplätze seit 2015 geschaffen

(zg) Die Bereitstellung eines qualitativ und quantitativ bedarfsgerechten Angebotes an Kinderbetreuungsplätzen ist eines der wesentlichen Ziele der Verwaltung, der Politik und der Stadtgesellschaft und schlägt sich daher auch als zentraler Bestandteil im Leitbild 2030 der Stadt Mannheim nieder. Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze in den kommenden Jahren forciert und weiter vorangetrieben werden.

Aber auch schon in der Vergangenheit wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um das vorschulische Kinderbetreuungsangebot zu verbessern. Dies belegt eine entsprechende Informationsvorlage, die nun an die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses verschickt wurde und in einem der nächsten Ausschüsse vorgestellt werden soll. Die Informationsvorlage soll zunächst jährlich vorgelegt werden.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich insbesondere das vorschulische Betreuungsangebot mit Blick auf die Öffnungszeiten entsprechend am Bedarf und den Wünschen der Eltern orientiert, entwickelt: Seit 2015 sind jeweils zum Stichtag 1. Januar im U3-Bereich 228 mehr Ganztagesplätze in der Krippe, 122 mehr Plätze in der Kindertagespflege mit Betreuungszeiten von 25 bis über 35 Stunden pro Woche sowie 842 mehr Ganztagesplätze im Kindergarten entstanden, das sind zusammen 1.192 neue Ganztagsangebote (GT). In Summe entstanden in den Jahren von 2015 bis 2021 – abzüglich der von den Eltern nicht mehr nachgefragten Plätze nach Regelangeboten und Angeboten mit ver-längerten Öffnungszeiten, die daher in GT-Plätze umgewandelt wurden 459 Plätze zusätzlich.

Zudem hat der Gemeinderat in den vergangenen zwei Jahren die Förderung und Umset-zung einer Vielzahl von Kita-Projekten beschlossen: Demgemäß wurden für den Ü3-Bereich 791 Plätze und für den Ü3-Bereich 260 Plätze beschlossen, also insgesamt 1.051 Plätze.

Für die Stadtbezirke Waldhof-Gartenstadt, Wallstadt, Lindenhof, Neckarstadt-West, Neckarstadt-Ost/ Wohlgelegen und Sandhofen wurden bereits Konzeptionen für den bedarfsgerechten Kita-Ausbau vorgelegt und vom Gemeinderat genehmigt, die weiteren Stadtteile folgen sukzessive im Frühjahr 2022. In den kommenden Jahren bis 2030 sind über diese sechs genannten Standortkonzeptionen weitere 1.093 Plätze für über dreijährige Kinder im Kindergartenbereich geplant (ü3-Bereich) sowie 595 Plätze für unter Drei-jährige im Krippenbereich und der Kindertagespflege (u3-Bereich). Über die bereits beschlossenen Standortkonzeptionen sind somit nochmals zusammen 1.688 Plätze eingeplant.
Weitere 200 Plätze im u3-Bereich und 560 Plätze im ü3-Bereich befinden sich in der Planungsphase sind jedoch noch nicht final geprüft bzw. gemeinderätlich beschlossen.

In den kommenden Jahren werden somit in Summe insgesamt knapp 3.500 zusätzliche Plätze geschaffen. Hinzu werden weitere Plätze über die weiteren Standortkonzeptionen kommen.

Die bereits beschlossenen Ausbaumaßnahmen begründeten sich auf dem maximalen Bedarf entsprechend der Bevölkerungsprognose für das Jahr 2038. Zwischenzeitlich liegt der Planung jedoch eine neue Prognose für das Jahr 2040 zu Grunde, die noch einmal eine deutlich höhere Anzahl von Kindern im Vorschulalter voraussieht. Die jetzt noch anstehenden Standortkonzeptionen zum Kita-Ausbau werden auf Basis der neuen Bevölkerungsprognose erstellt, in einigen Stadtteilen sind daher sowohl im u3-Bereich als auch im ü3-Bereich zusätzliche Betreuungsplätze einzuplanen. Die bereits beschlossenen Standortkonzeptionen werden – sofern sich aus der neuen Bevölkerungsprognose ein zusätzlicher Bedarf gegenüber der bisherigen Planung ergibt – entsprechend angepasst werden.

„Damit wird gewährleistet, dass perspektivisch die Bereitstellung eines bedarfsgerechten Betreuungsangebotes sichergestellt werden kann und allen Familien, die ein Betreuungsangebot wünschen und benötigen, ein solches auch angeboten werden kann“, betont Bildungsbürgermeister Dirk Grunert und führt aus: „Die neue Bevölkerungsprognose zeigt uns, dass auch trotz dieses großen Ausbaus noch ein erheblicher Bedarf an Kita-Plätzen besteht und die zusätzlichen jetzt eingeplanten oder bereits geschaffenen Plätze immer noch nicht genügen werden, um die angestrebte Versorgungsquote von 50 Prozent im u3-Bereich sowie 105 Prozent im ü3-Bereich zu erreichen. Der weitere Kita-Ausbau wird daher auch in den kommenden Jahren zentrales Ziel und prioritäre Aufgabe für uns sein“, so Grunert. Es sei davon auszugehen, dass die nächsten zwei bis drei Jahre noch von der Knappheit an Kita-Plätzen gekennzeichnet sein werden.

Langwierige Prozesse
Denn auch heute beschlossene Kita-Projekte benötigen in der Regel etwa drei bis fünf Jahre bis zur Realisierung. Denn sofern die Entscheidung für einen neuen Kitastandort, der die räumlichen Anforderungen im Hinblick auf Lage und Fläche erfüllt, getroffen wurde, sind noch zahlreiche weitere Schritte notwendig. So sind beispielsweise zunächst Fragen wie etwa die Eigentumsverhältnisse an dem Standort, die baurechtliche Situation und in welcher Trägerschaft die Kita betrieben werden soll zu klären. Sobald ein geeignetes Grundstück zur Verfügung steht und der Träger geklärt ist, gilt es dann verschiedene Prozessphasen zu durchlaufen: etwa die Planungsphase (ggf. inklusive Bebauungsplan sowie eines städtebaulichen Wettbewerbs beispielsweise in Form einer Mehrfachbeauftragung), die Bauantrags- und Genehmigungsphase (inklusive natur- und artenschutzrechtlicher Gutachten), die Angebots- und Vergabephase, sowie bei öffentlicher Vergabe mit erforderlicher Beschlussfassung der gemeinderätlichen Gremien). Erst dann erfolgt die eigentliche Bauphase mit Vorbereitung des Grundstücks, Errichtung des Baukörpers und anschließendem Innenausbau und kindgerechter Gestaltung der Räume, Sanitäranlagen, Küche sowie der Anlage des Außengeländes.

Um den Kita-Ausbau verwaltungsseitig noch weiter beschleunigen zu können, wurden im vergangenen Jahr die Stelle eines Ausbaukoordinators im Bildungsdezernat besetzt und ein neuer Lenkungsausschuss für Kita-Ausbau installiert. Dem politischen Lenkungsausschuss gehören die jugendpolitischen Sprecher der im Gemeinderat vertretenen Fraktion sowie der Bildungsbürgermeister und der Ausbaukoordinator Kinderbetreuung als stimmberechtigte Mitglieder an. Zu den Sitzungen wird ebenso jeweils eine Vertretung des BBRs des betroffenen Stadtbezirks eingeladen. „Abgesehen von der deutlich schnelleren Erarbeitung des Verwaltungsvorschlages im Vorfeld erfährt die Verwaltung so frühzeitig, ob der angedachte Vorschlag im politischen Raum mehrheitsfähig ist“, erläutert der Bürgermeister die Vorteile.

Die Vorlage kann im Bürgerinformationssystem unter: https://buergerinfo.mannheim.de/buergerinfo/getfile.asp?id=8167514&type=do eingesehen werden.

Quelle: Stadt Mannheim

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