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„Lepra ist nicht, was du denkst!“

16. Januar 2020 | Gesellschaft, Metropolregion

Trotz Erfolgen in der Leprabekämpfung gibt es noch viel zu tun

 

Obwohl es seit 40 Jahren wirksame Medikamente gegen Lepra gibt, wurden laut WHO-Statistik auch 2018 wieder weltweit mehr als 11.000 Menschen mit Behinderungen infolge einer zu spät diagnostizierten Infektion registriert. Obwohl Lepra seit 20 Jahren nicht mehr als globales Gesundheitsproblem gilt, erkrankten 2018 wieder rund 210.000 Menschen neu an der „biblischen Krankheit“. Obwohl Lepra zu den ältesten bekannten Krankheiten der Menschheit zählt, ist der genaue Ansteckungsweg immer noch nicht endgültig erforscht. Obwohl Lepra eine nicht sehr ansteckende und behandelbare Infektionskrankheit ist, existieren in 13 Ländern der Erde immer noch Gesetze, die Betroffene diskriminieren.

 

Die Aufzählung ließe sich noch weiter fortführen. Aber schon diese Beispiele machen deutlich: „Lepra ist nicht, was du denkst!“ – so lautet auch das diesjährige Motto der Internationalen Vereinigung der Lepra-Hilfswerke ILEP zum Welt-Lepra-Tag.

 

Lepra lebt, und mit ihr zahlreiche Vorurteile und Fehlinformationen. Mit verheerenden Folgen für die Betroffenen. So verheimlichen viel zu viele eine Lepra-Infektion aus Angst vor Stigmatisierung, sozialer Ausgrenzung und dem Verlust des Arbeitsplatzes. Ohne Behandlung verursacht die Infektion jedoch eine Schädigung der Nerven – aufgrund der dadurch verursachten Gefühllosigkeit in Händen und Füßen bleiben Verletzungen oft unbemerkt. Werden die Wunden nicht fachgerecht versorgt, können chronische Geschwüre, Behinderungen und sogar Amputationen die Folge sein.

 

Wie bei allen vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTD) sind auch von Lepra vor allem Menschen betroffen, die in ärmlichen Verhältnissen leben müssen und unter andauerndem Stress, Mangelernährung oder schlechten Hygienebedingungen leiden. Denn ein geschwächtes Immunsystem begünstigt die Ansteckung mit Lepra. Darum ist der Kampf gegen Lepra immer schon zugleich ein Kampf gegen Armut.

 

Und so beschränkt sich die Arbeit der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe seit jeher nicht nur auf die medizinische Behandlung: Zusammen mit lokalen Partner-organisationen unterstützen wir die nationalen Regierungen in unseren Einsatzländern dabei, Strukturen für eine funktionierende, zugängliche Gesundheitsversorgung aufzubauen. Mit Maßnahmen im sog. WASH-Bereich (Wasser, Sanitär, Hygiene) verbessern wir Gesundheits- und Lebensbedingungen nachhaltig. Durch inklusive Konzepte tragen wir dazu bei, dass Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen können und ihre Rechte respektiert werden. Daneben beteiligt sich die DAHW fachlich und finanziell an internationalen Bündnissen, um die Aufmerksamkeit von politischen Entscheidungsträgern, Förderer und Wirtschaftsvertretern auf Lepra zu lenken.

 

Alles das ermöglichen Sie durch Ihre großzügigen Spenden und Ihr ehrenamtliches Engagement. Gemeinsam kommen wir unserer Vision einer leprafreien Welt Schritt für Schritt näher. Dafür unseren herzlichen Dank!

 

Ihr

 

 

Patrick Miesen

 

Präsident der DAHW

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