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Märchenhafte Hommage an Weinheim

28. Oktober 2019 | Freizeit, Leitartikel, Veranstaltungen, Weinheim

Dr. Markus Weber hat die wichtigsten Grimms Märchen auf „Woinemerisch“ vertont – Erstes Exemplar an OB Just

Weinheim. Die Märchen früherer Zeit stammten aus dem Volksmund, und der Weinheimer Literat und Schauspieler Dr. Markus Weber hat sie wieder dorthin zurückgebracht. Sechs der bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm hat der vielseitige Interpret, der im Hauptberuf Apotheker ist, jetzt auf Woinemerisch übertragen, sprachlich und inhaltlich – und damit eine bemerkenswerte CD-Aufnahme herausgebracht; sie ist literarisch und stadthistorisch etwas ganz Besonderes. Bei der Vorstellung der CD überreichte Weber jetzt dem Weinheimer Oberbürgermeister Manuel Just das erste Exemplar.

Der Froschkönig spielt auf der Windeck, Rapunzel am Blauen Hut,  Rotkäppchen am heutigen Waldschwimmbad, Hänsel und Gretel in Lützelsachsen, Rumpelstilzchen wohnt hinter der Felsentür am alten Burgweg und die „siebe Zwoggel von Schneewitchen“ wohnen ganz hinten am Bildstock in Oberflockenbach, also hinter den berühmten sieben Bergen. Daraus entsteht ein köstlicher, von Lokalkolorit geprägter Humor. „Die Heiterkeit entsteht, weil jeder das Original der Märchen als Matrix im Kopf hat“, schmunzelt Markus Weber.

Joe Weineck – selbst ein Urururgroßneffe der Gebrüder Grimm – hat Webers gesprochene Texte kongenial vertont und mit Klängen und Geräuschen bereichert. Die Weinheimer Märchen-Doppel-CD ist jetzt für 24.90 Euro in den Handel gekommen. Sie wird unter anderem im Weinheimer Buchhandel in der Innenstadt (Schäffner und Beltz), in der Tourist-Info am Marktplatz, in Webers Antonius-Apotheke und im Bistro „La Toscana“ in der Burgenpassage verkauft. 1 Euro jeder verkauften Doppel-CD geht als Spende an das Weinheimer Wohnzimmer.

Markus Weber sagt: „Weinheimer Märchen, sie sind ein Stück Heimat und sie sind der erste Tonträger unseres schönen Dialektes. Sie sind ein Andenken an meine Großmütter und an meine Eltern, die sie mir abends an der Bettkante vorlasen, und sie sind eine Hommage an meine Heimatstadt.“ Er betont übrigens, dass Weinheim eine Märchenstadt ist.  Der Weinheimer Zeitgenosse Albert Ludwig Grimm, mit den Gebrüdern Grimm nicht verwandt,  veröffentlichte seine Kindermärchen bereits 1809, also drei Jahre vor den Gebrüdern Grimm. Er war Pädagoge und bearbeitete die Märchen, die derb, brutal und stellenweise sexuell anzüglich waren, kindgerecht. Die pädagogischen Überzeugungen des Weinheimer Albert Ludwig Grimm fanden nach und nach Einzug in die Märchen der Gebrüder Grimm. Sie erfanden so den typischen Märchenerzählton, der bis heute die Gattung Grimm ausmacht.

 

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