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Mannheim: Blutspender*innen mit goldener Ehrennadel ausgezeichnet

16. Februar 2020 | Gesellschaft, Mannheim

„Wertvoller Einsatz für die Gesellschaft“

Zirka 8.000 Blutspenden haben Spenderinnen und Spender im vergangenen Jahr in der Stadt Mannheim bei den Blutspendeaktionen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) abgegeben. Sieben Spender*innen haben sogar insgesamt mehr als 75 oder 100 Mal Blut gespendet. Diese zeichnete Gesundheitsbürgermeister Dirk Grunert für ihr großes Engagement für das Leben anderer am Mittwoch mit der Goldenen Ehrennadel des DRK und Urkunden aus. Die Ehrennadel für 75 Spenden erhielten Herrmann Sturm und Friedrich Zeitvogel. Für 100 Spenden wurde die Ehrennadel in Gold an Michael Sturm und Norbert Wieschollek überreicht. Die Geehrten, die nicht persönlich anwesend sein konnten, erhalten die Urkunde und Nadel mit einem Dankesschreiben des Oberbürgermeisters.

„15.000 Blutspenden werden in Deutschland täglich benötigt. Und jede Spende kann bis zu drei Leben retten. Von den fünf bis sechs Litern Blut, die das Herz durch den Körper eines Erwachsenen pumpt, werden bei einer Blutspende etwa 500 Milliliter entnommen“, informierte der Gesundheitsbürgermeister bei der Ehrung im Rathaus. Zwar könnten Menschen beispielsweise ohne Organe wie Gallenblase, Milz, Dickdarm oder Bauspeicheldrüse leben. Beim Blut sei es trotz intensiver Forschung ist es bislang nicht gelungen, dieses zu ersetzen oder künstlich herzustellen. „Auch ein noch so gut ausgebautes medizinisches Versorgungssystem wäre bei bestimmten schweren und lebensbedrohlichen Verletzungen und Erkrankungen zum Scheitern verurteilt, wenn man nicht auf Spender*innenblut zurückgreifen könnte. Ein großer Teil der Bundesbürger*innen ist mindestens einmal im Leben auf eine Blutspende angewiesen. Denn zahlreiche Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patient*innen mit bösartigen Tumoren sind nur dank der modernen Transfusionsmedizin möglich geworden. Statistisch wird das meiste Spender*innenblut inzwischen zur Behandlung von Krebspatient*innen benötigt“, erläuterte Grunert.

Blutspender*innen leisteten insofern einen besonders wertvollen Einsatz an der Gesellschaft. „Es ist mir es mir eine große Freude, Ihnen heute dafür zu danken, dass Sie seit vielen Jahren oder Jahrzehnten regelmäßig Blut oder -plasma spenden und damit dazu beitragen, das Leben anderer Menschen zu verbessern oder gar zu retten. Als Spender*innen tragen Sie aktiv dazu bei, dass unsere medizinische Versorgung gut funktioniert und ihr hohes Niveau hält. Und mit Ihrer Spende zeigen Sie Solidarität und Empathie. Das Blutspendesystem basiert darauf, dass Menschen sich für ihre Mitmenschen verantwortlich fühlen und Vorsorge treffen, damit im Fall eines Falles schnelle Hilfe möglich ist. Denn jede*r von uns könnte selbst eines Tages auf eine Spende angewiesen sein“, würdigte Grunert das Engagement der Geehrten.

Prof. Dr. Harald Klüter, Lehrstuhlinhaber für Transfusionsmedizin und Immunologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim und Ärztlicher Leiter des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen, hob in seiner Ansprache die enge Verbundenheit mit der Stadt Mannheim hervor. Im vergangenen Jahr habe der DRK-Blutspendedienst in der Quadratestadt etwa 8.000 Blutspenden bei Aktionen an unterschiedlichen Standorten wie dem Exerzierplatz, in der Moschee, der Universität, im Dorint-Hotel oder den Vorort-Standorten des DRK erhalten – alleine für die Krankenhäuser der Stadt würden allerdings 20.000 Spenden benötigt. „Ohne die jederzeitige Verfügbarkeit von Blutpräparaten wäre unsere derzeitige Hochleistungsmedizin in Deutschland nicht möglich“, betonte Klüter. Es gebe allerdings immer weniger junge Menschen, die Blut spenden, während gleichzeitig die Zahl älterer Menschen, die statistisch häufiger auf Spenden angewiesen sind, steige. „Dies betrachten wir mit Sorge“, hob Klüter hervor. Aktuell halte der DKR-Blutspendedienst Vorräte für drei bis vier Tage vor.

Die Geehrten berichteten, dass sie zum Teil schon seit Jahrzehnten regelmäßig Blut spendeten.

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