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Mannheim – Verlierer-Generation beim Wohneigentum

19. Februar 2026 | Leitartikel, Mannheim, Photo Gallerie

Mannheim

44.500 Wohnungen in Mannheim selbst genutzt – 25- bis 40-Jährige haben es schwer

In Mannheim leben rund 44.500 Menschen in selbstgenutztem Wohneigentum – vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung. Die Analyse des Pestel-Instituts im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) zeigt: 53 Prozent der Eigentümer wohnen in Eigentumswohnungen, die restlichen im eigenen Haus. Die Wohneigentumsquote der Stadt liegt damit bei 26,3 Prozent – bundesweit liegt sie bei 43,5 Prozent und macht Deutschland insgesamt zum „Mieter-Land“.

Besonders die 25- bis 40-Jährigen stehen beim Erwerb von Eigenheimen unter Druck. Rund 80.400 Menschen dieser Altersgruppe leben aktuell in Mannheim, doch immer mehr müssen dauerhaft zur Miete wohnen. „Gerade für Jobstarter und Familiengründer war Wohneigentum bislang ein realistisches Ziel. Diese ‚Nestbauer-Generation‘ ist inzwischen zur Verlierer-Generation geworden“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut.

Kritik kommt vom Baustoff-Fachhandel: Der Bund habe mit der Abschaffung der Eigenheimzulage und des Baukindergeldes die Förderung von Wohneigentum faktisch gestoppt. BDB-Präsidentin Katharina Metzger fordert deshalb eine neue „Haus-Förderung“ mit direkten Zuschüssen, damit Durchschnittsverdiener auch mit wenig Eigenkapital den Traum vom Eigenheim realisieren können. Gleichzeitig sei ein zinsgünstiges Kreditprogramm notwendig.

„Wer Wohneigentum erwerben will, muss dafür über Jahre sparen und Abstriche machen – vom Auto bis zum Urlaub. Dafür profitiert man aber jahrzehntelang von mietfreiem Wohnen“, erklärt Metzger. Hannes Zapf, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), ergänzt: Die staatliche Förderung müsse einfach, schnell verfügbar und langfristig zugesichert sein. „Wer heute spart, muss auch in fünf oder sieben Jahren auf die Förderung zählen können.“

Ziel der Politik müsse es sein, den Traum vom Eigenheim auch für jüngere Generationen erreichbar zu machen. Gleichzeitig sei Wohneigentum ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge: „Wer Mieter bleibt, lebt im Alter oft ärmer. Eigentum ist die ‚Rente in Stein‘“, so Zapf. Laut Günther führt fehlendes Wohneigentum bei Neu-Rentnern zunehmend zu „Wohnarmut im Alter“, während Eigentümer finanziell deutlich besser aufgestellt seien.

Foto: Nils Hillebrand

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